Die definitiven Nennungen für die Reit-WM in Aachen sind online
Trommelwirbel – hier sind sie nun, die Mannschaften und Teilnehmer der WM in Aachen
Lasset die Spiele beginnen – am 11. August werden die Weltmeisterschaften in Aachen mit einer Feier von nie dagewesenen Dimensionen eröffnet.
Foto: ALRV/Arnd Bronkhorst Bis 23.59 Uhr am 27. Juli konnten die nationalen Verbände ihre Teamzusammensetzungen noch aktualisieren. Jetzt stehen die definitiven Nennungen für die Reit-WM in Aachen 2026 vom 11. bis 23. August fest.
Springen
Die Nationen, die ein Team stellen, konnten jeweils fünf Paare benennen, wobei eines davon als Reservist vor Ort ist. Wie die deutsche Aufstellung aussieht, hatten wir bereits berichtet: Daniel Deußer/Otello de Guldenboom, Marcus Ehning/Coolio, Sophie Hinners/Iron Dames Singclair, Richard Vogel/United Touch S und als Reservisten Christian Kukuk/Checker
Auf dem Treppchen des letzten weltweiten Championats, der Olympischen Spiele 2024, standen Großbritannien (Gold), die USA (Silber) und Frankreich (Bronze). Die Briten gewannen im vergangenen Jahr auch Silber bei den Europameisterschaften hinter Belgien und vor Deutschland. Diese Teams dürften auch dieses Jahr zu den Medaillenfavoriten gehören – neben anderen wie den Niederländern, den Schweizern, den Iren, auch den Schweden, wobei die nach der Pensionierung von Peder Fredricsons Spitzenpferden und dem noch nicht vollumfänglichen Comeback des doppelten Titelverteidigers.
Und bei manchem Nationenpreis hat es auch schon Überraschungen gegeben. Was wird zum Beispiel den Brasilianern zuzutrauen sein?
Hier eine Auswahl medaillenverdächtiger Mannschaften (in alphabetischer Reihenfolge), die wir noch nicht vorgestellt haben:
Belgien
- Emilie Conter mit Portobella van de Freuitkorf
- Pieter Devos mit Casual DV Z
- Nicola Philippaerts mit Katanga v/h Dingeshof
- Abdel Said mit Wathnan Quaker Brimbelles Z
- Thibeau Spits mit Impress-K van’t Kattenheye Z
Devos, Philippaerts und Spits gehörten mit diesen Pferden letztes Jahr zum siegreichen EM-Team in La Coruña.
Brasilien
Rodrigo Pessoa geht nicht mit seinem Olympiapartner Major Tom an den Start, obwohl er den zuletzt bereits wieder im großen Sport eingesetzt hat. Jana Wargers‘ Dorette OLD vertritt während der Mutterzeit ihrer eigentlichen Reiterin die brasilianischen Farben unter einem anderen Reiter der Ashford Farms. Hier das Team Brasil:
- Stephan de Freitas Barcha mit Chevaux Primavera Imperio Egipcio
- Luciana Diniz mit Vertigo du Desert
- Yuri Mansur (dessen Sohn Pedro ja gerade in sensationeller Manier für die Niederlande EM Gold bei den Children gewonnen hat) mit QH Alfons Santo Antonio
- Marlon Modolo Zanotelli mit Dorette OLD
- Rodrigo Pessoa mit Prins van’t Eigenlo
Frankreich
Julien Epaillard, der in den vergangenen Jahren ein Erfolgsgarant für Frankreich war, wird nicht seinen Weltcup-Sieger 2025, Donatello d’Auge reiten. Der ist schon seit Mai kein Turnier mehr gegangen. Er setzt auf den elfjährigen Fringan de Vesquerie, der unter anderem in La Baule mit zwei fehlerfreien Runden zum Nationenpreissieg Frankreichs beigetragen hatte und anschließend auch noch Dritter im großen Preis wurde. Ansonsten reiten in dem Team mit Antoine Ermann/Floyd de Pres und Nina Mallevaey/Dynastie de Beaufour zwei Newcomer, die diese Bezeichnung altersmäßig zwar noch erfüllen, aber in Sachen Erfolgen längst zu den alten Hasen gehören. Außerdem ist mit Olivier Perreau auf GL Events Dorai D’Aiguilly ein Paar dabei, das auch in Paris zur Bronzemedaille beitrug. Genau in dieser Besetzung hatte Frankreich besagten Nationenpreis in La Baule gewonnen – mit einem Zeitfehler, der zählte. Der fünfte im Bunde ist Kevin Staut mit Exquis RB.
Irland
- Bertram Allen mit Qonquest de Rigo
- Darragh Kenny mit Eddy Blue
- Denis Lynch mit Vistogrand
- Cian O’Connor mit Chatolinue PS
- Shane Sweetnam mit James Kann Cruz
Niederlande
- Michael Greeve mit Denver
- Willem Greve mit Grandorado TN N.O.P.
- Bas Moerings mit Ipsthar
- Harrie Smolders mit Mr. Tac
- Leopold van Asten mit Cassina Dior
Schweden
- Petronella Andersson mit Odina van Klapscheut
- Peder Fredricson mit Alcapone des Carmille
- Wilma McMahon mit Cicci BJN
- Thomas Ryan mit Jezebeau BCN
- Henrik von Eckermann mit Minute Man
Und sonst?
Das britische Team hatten wir bereits vor ein paar Tagen vorgestellt. Ebenso die Schweizer Aufstellung und die Mannschaft der USA.
Die Übersicht der Teilnehmer finden Sie hier.
Dressur
In der Dressur ist die Entscheidung bekanntlich generell weniger offen als im Springen. Zu den klaren Medaillenfavoriten zählen neben Deutschland die dänische Mannschaft und die Briten.
Thailand schickt erstmals eine Mannschaft zu einer Weltmeisterschaft.
Die Belgier haben mit Justin Verboomen und Zonik Plus nicht nur die amtierenden Europameister der Einzelwertungen, sondern auch die Aachen-Sieger des Vorjahres in ihren Reihen.
Die Niederländer setzen auf ein Team mit Nachwuchspferden in Gestalt von Dinja van Lieres Mauro Turfhorst N.O.P. und Thamar Zweistras Hexagons Mr. Magnum N.O.P.. Marieke van der Puttens Zantana RS2 OLD N.O.P. gehörte bereits 2025 zum EM-Team hat aber noch einmal eine deutliche Entwicklung gemacht. Rowena Weggelaars Don Quichot ist zwar bereits 18, dafür ist sie aber erst 22. Die beiden kennen sich seit Juniorentagen, waren hier schon bei EMs am Start und vertraten 2025 die niederländischen Farben erstmals bei einem Seniorenchampionat, der EM in Crozet.
Die vollständige Liste finden Sie hier.
Vielseitigkeit
Bei den letzten Olympischen Spielen hatten die Dauerfavoriten aus Großbritannien die Nase vorn, Silber ging an Frankreich, Bronze sensationell an Japan. Deutschland schied wegen eines Sturzes von Christoph Wahler mit Carjatan S aus, stellte mit Michael Jung und Chipmunk aber die Einzelolympiasieger und mit Julia Krajewski auf dem damals erst zehnjährigen Nickel das elftplatzierte Paar.
Immer für eine Medaille in der Vielseitigkeit gut bei weltweiten Championaten waren in der Vergangenheit auch die Neuseeländer, die USA und die Australier.
Hier einige der favorisierten Mannschaften:
Australien
Australien dürfte auch dieses Jahr wieder nur eingeschränkt zu den Medaillenanwärtern zählen. Das Team:
- Oliver Barrett mit Sandhills Briar
- Olivia Barton mit APH Sodoku
- Sophia Hill mit Humble Glory
- Andrew Hoy mit Vassily des Lassos
- Sam Woods mit SS Eight Count
Bis auf Andrew Hoy hat noch keiner der Reiter je ein Championat bestritten – Hoy dafür umso mehr. Acht Olympische Spiele hat er hinter sich, die ersten 1984 in L.A., die letzten 2021 in Tokio. Und der 17-jährige Vassily des Lassos begleitet ihn nun schon seit neun Jahren, hat ihn bei ihrem Championatsdebüt, der WM 2018 auf Rang vier im Einzel getragen. 2021 holten die beiden in Tokio Silber mit der Mannschaft und Bronze im Einzel.
Frankreich
- Alexis Goury mit Je’Vall
- Gaspard Maksud mit Zaragoza
- Benjamin Massie mit Figaro Fonroy
- Astier Nicolas mit Alertamalib’Or
- Nicolas Touzaint mit Diabolo Menthe
Frankreich schickt eine Riege erfahrener Championatspaar, wobei Alexis Goury/Je’Vall und Astier Nicolas/Alertamalib’Or beide letztes Jahr zum Bronzeteam von Blenheim zählten. Massie und Figaro Fonroy wurden hier als Einzelstarter Neunte. Touzaint und Diabolo Menthe trugen 2024 zur Silbermedaille in Paris bei. Maksud und Zaragoza holten 2023 in Haras du Pin Bronze mit dem Team und waren bereits 2022 Teil der WM-Mannschaft.
Irland
Die Iren hatten 2025 bei der EM Silber geholt und stellen in Aachen zwei Paare, die in Blenheim zum Erfolgsteam gehörten: Ian Cassels mit Millridge Atlantis, Aoife Clark auf Full Monty de Lacense. Padraig McCarthy ritt ebenfalls im Team, wird in Aachen allerdings seine erst zehnjährige Nachwuchshoffnung MGH Zabaione starten.
Komplettiert wird das Aufgebot durch Championatsdebütantin Georgie Goss mit Kojak sowie einem Pferd, das Irland schon bei drei Championaten vertreten hat und das 2025 Platz drei in Badminton belegte, seinem letzten Turnier in jener Saison: dem 17-jährigen Colorado Blue unter Austin O’Connor.
Japan
Die Olympia-Dritten von 2024, Japan, sind nur zu dritt am Start, haben mit Toshiyuki Tanaka und Jefferson JRA aber immerhin das Auswechselpaar von Paris in ihren Reihen. Außerdem mit Vinci de la Vigne JRA ein vierbeiniges Mitglied der Erfolgsmannschaft, das damals allerdings von Kazuma Tomoto geritten wurde und nun mit Kento Nagura seit Beginn der Saison 2025 einen neuen Reiter hat. Nummer drei der Mannschaft sind Ryozo Kitajima und Feroza Nieuwmoed.
Die nicht-olympischen Disziplinen
Das deutsche Team in der Para-Dressur geht als amtierender Europameister in Aachen mit einem klaren Medaillenziel vor Augen ins Rennen. Hier die Übersicht der Konkurrenten.
Im Fahren schickt Deutschland ein erfahrenes Team, das in Aachen schon so manches Mal im wahrsten Sinne des Wortes den Karren aus dem Dreck gezogen hat. Hier ist die Übersicht aller Nennungen.
Wenn es beim Voltigieren rund geht, zählen die deutschen Athleten immer zu den Medaillenanwärtern. Vor 20 Jahren war es Kai Vorberg, der hier zum Titel turnte. Dieses Jahr begleitet er das deutsche Aufgebot als Bundestrainer. Außerdem sind folgende Stars der Volti-Szene bei den Gruppen, im Pas de Deux, bei den Damen und Herren dabei.