FEI kooperiert mit britischer Signify Group
Projekt Shitstorm II – wie FEI und FN Reiter und Pferdesportler vor Hass im Netz schützen wollen
Foto: FEI/Marta Fusetti Die FEI hat sich wie schon anlässlich des Weltcup-Finales in Fort Worth auch für die WM in Aachen die Signify Group aus Großbritannien an die Seite geholt, weil sie laut dem Internationalen Pferdesportverband eines der weltweit führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Prävention, dem Aufdecken und Verfolgen von Hassattacken, Missbrauch und Bedrohungen im Internet ist. Mit der Partnerschaft will die FEI dazu betragen, die Akteure bei den Weltmeisterschaften in Aachen – also nicht nur die Pferdesportler selbst, sondern auch Trainer, Offizielle und andere – vor Online-Diskreditierungen etc. zu schützen.
Maßnahmenpaket
Die FEI kündigt an, ein ganzes Maßnahmenpaket zur Erreichung dieses Ziels geschnürt zu haben. Das umfasst Aufklärungsarbeit, KI-gestützte Überwachung des Geschehens im Internet und den sozialen Medien, Gefahreneinschätzung, Moderation der Inhalte, Unterstützung bei Direct Messages (DMs) und Ermittlungen bei Verstößen.
Realisiert werden soll das Ganze durch den KI-Dienst „Threat Matrix“, mit dem Signify arbeitet. Er identifiziert Fälle von Online-Hetze sowohl vor als auch während der WM, bewertet und untersucht diese. Der FEI sollen dann Warnmeldungen in Echtzeit übermittelt werden und passende Angebote zur Unterstützung gemacht werden, um im Falle des Falles schnell reagieren zu können.
Fälle von Missbrauch und Bedrohungen im Netz nehmen zu
Die FEI erklärt, diese neue Partnerschaft sei eine Reaktion auf eine zunehmende Anzahl von Übergriffen und Bedrohungen von Pferdesportlern und anderen Stakeholdern im Netz ein. Insbesondere bei großen Turnieren und nach öffentlich viel diskutierten Vorfällen komme es immer öfter zu Beleidigungen und Drohungen.
Hier gebe es dokumentierte Fälle von Drohbotschaften, anhaltenden Beleidigungen und gezielten Belästigungen. „In einigen Fällen berichten Reiter von koordinierten Angriffen auf verschiedenen Plattformen infolge von Kontroversen um Turniere“, so die FEI.
Kritik gern gesehen
Der Leiter der Rechtsabteilung der FEI, Mikael Rentsch, ordnete ein, dass „konstruktive Kritik und respektvolle Debatten“ nach wie vor ein „wichtiger Bestandteil“ des Sports seien und auch weiterhin begrüßt würden. Doch gleichzeitig verfolge die FEI eine „klare Null-Toleranz-Politik“ gegen Hass im Netz, Rassismus, Homophobie, Beleidigungen, Betrug, Spam etc.
„Unser Ziel ist es, ein sicheres und respektvolles Online-Umfeld zu schaffen, in dem Athleten, Offizielle und alle Mitglieder unserer Gemeinschaft selbstbewusst interagieren können. Durch die Überwachung und den Umgang mit schädlichen Inhalten unterstreichen wir, dass Missbrauch nicht toleriert wird und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden“, so Rentsch weiter.
Außerdem sei es das Ziel der FEI, dass die Beteiligten wissen, wie sie sich schützen können bzw. bei Bedarf Unterstützung erhalten.
FN auch beteiligt
An der Kooperation sind nicht nur die FEI und Signify beteiligt, sondern auch die FN, wie der Sportchef des Unternehmens, Jake Marsh, sagt: „Der Sport sollte ein Umfeld bieten, in dem Athleten und Offizielle ihre Leistungen erbringen und interagieren können, ohne Angst vor Anfeindungen oder Missbrauch haben zu müssen. Nach den positiven Erfahrungen mit unserem Überwachungsdienst beim FEI World Cup™-Finale in Fort Worth freuen wir uns, in enger Zusammenarbeit mit der FEI und der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) ein erweitertes Angebot nach Aachen zu bringen.“
Der ‚Threat Matrix‘-Dienst erkenne Risiken frühzeitig, entschärfe schädliche Inhalte in Echtzeit und liefere Untersuchungsergebnisse, die zur Rechenschaftsziehung der Täter beitragen. Damit würde die WM „zu einer der am umfassendsten geschützten Veranstaltungen ihrer Art“, so Marsh.
Die FN werde die „Thread Matrix“ von Signify ebenfalls nutzen.
Der Signify Dienst bei den FEI-Weltmeisterschaften in Aachen umfasse:
- Echtzeit-Überwachung öffentlicher Konversationen und Kommentare, um aufkommende Risiken, Stimmungsschwankungen und potenzielle Eskalationen zu erkennen
- Bereitstellung von Warnmeldungen und Beweismaterial aus Untersuchungen an die Kommunikations-, Sicherheits- und Schutzteams der FEI
- Inhaltsmoderation auf den offiziellen Social-Media-Kanälen der FEI und der Veranstaltung, einschließlich der Entfernung beleidigender oder missbräuchlicher Inhalte, sofern dies angemessen ist.