Dänemark benennt seine Mannschaften in Dressur und Springen sowie einen Einzelreiter für die WM Aachen

Dänemarks Reiter in Dressur, Springen und Vielseitigkeit für die Weltmeisterschaft

Dressur
Daniel Bachmann Andersen und der Oldenburger Flash Gordon wurden hinter Katharina Hemmer und Denoix Zweite im CDI4* Grand Prix bei den Horses and Dreams 2026.
Foto: sportfotos-lafrentz.de Daniel Bachmann Andersen und der Oldenburger Flash Gordon wurden hinter Katharina Hemmer und Denoix Zweite im CDI4* Grand Prix bei den Horses and Dreams 2026. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Nun hat auch Dänemark seine Mannschaftsaufstellungen für die Weltmeisterschaften in Aachen bekannt gegeben. Die größten Medaillenchancen hat fraglos das Dressurteam.

Im Anschluss an das Nationenpreisturnier in Falsterbo hat Dänemark seine Mannschaften für die Weltmeisterschaften in Aachen benannt. In der Dressur geht es um nichts weniger als die Titelverteidigung. 2022 hatten die Dänen als Gastgeber bei der WM in Herning mit Mannschaftsgold in der Dressur Geschichte geschrieben, damals in der Besetzung Cathrine Laudrup-Dufour/Vamos Amigos, Nanna Merrald/Blue Hors Zack, Carina Cassøe Krüth/Heiline’s Danciera und Daniel Bachmann Andersen/Marshall-Bell. Das Team für diese WM ist nicht so viel anders.


Das Team mit Hintergrundinformationen


Es reiten erneut Carina Cassøe Krüth mit Heiline’s Danciera, der erfolgreichsten Tochter des am Wochenende verstorbenen Fürstenball. Danciera ist nun 15-jährig und sieht ihrem vierten Championat entgegen nach den Olympischen Spielen in Tokio 2021, der WM in Herning 2022 (Sieg mit der Mannschaft, jeweils Platz zwölf in Special und Kür) und der EM 2023 (Bronze mit der Mannschaft, Platz zehn im Special, Achte in der Kür). Für die Olympischen Spiele 2024 waren sie im Gespräch, sagten ihre Teilnahme aber ab, nachdem Videos vom Training der Stute aufgetaucht waren, auf denen Cassøe Krüth die Stute auf Anweisung ihres Trainers Andreas Helgstrand mit der Gerte schlägt.


Cathrine Laudrup-Dufour ist die wichtigste Frau im Team, wie sie in Falsterbo eindrucksvoll demonstrierte. Herning-Partner Vamos Amigos , der zudem zwei Silbermedaillen in der WM-Einzelwertung holte, ging nach der WM zu seiner Besitzerin Annabella Pidgley, die gestern Vierte in der Kür der U25-EM wurde (auf Gio, nicht auf Vamos Amigos). Das war von Anfang an so geplant gewesen. Doch in der 17-jährigen Hannoveraner Fidertanz-Tochter Mount St. John Freestyle hat Laudrup-Dufour ein Pferd, das auch gut für einen Einzeltitel ist. Bislang mussten sie sich jedesmal Justin Verboomen und Zonik Plus geschlagen geben (EM 2025, Top 12 Finale Frankfurt). Aber es war jedesmal knapp und wenn die Stute so geht, wie im Grand Prix von Falsterbo, hat auch ein Zonik Plus es schwer, wie man schon im Grand Prix der EM Crozet gesehen hat.


Daniel Bachmann Andersen schafft es immer wieder vor großen Championaten ein neues Talent aus dem Hut zu zaubern. Mit seinem Herning-Partner Marshall-Bell war er erst auf dem Weg, seinen Zenit zu erreichen, als der Wallach bereits vor der WM an Nicola Ahorner verkauft wurde. Bachmann Andersen durfte ihn aber noch in Herning reiten und half Ahorner danach, sich mit dem Fuchs zurechtzufinden. Seither ist es allerdings ruhig geworden um ihn. Für die EM 2023 hatte „DBA“ aber schon das nächste Talent in den Startlöchern: Vayron NRW, mit dem er zum Mannschaftsbronze in Riesenbeck und der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2024 beitrug, seinen ersten. Danach ging der Vitalis-Sohn zu Ingrid Klimke. Nun ist es der hoch talentierte Flash Gordon, der Daniel Bachmann Andersen zum Championat begleitet, ein Zwölfjähriger, der noch keine Handvoll CDI-Starts hat, aber wenn er so weitermacht auch ein Kandidat für eine Einzelmedaille werden kann. Vielleicht noch nicht dieses Jahr.


Das einzige ganz neue WM-Paar, das allerdings bereits 2025 zur EM-Bronzemedaille beitrug, sind Nadja Aaboe Sloth und Favour Gersdorf. Für die 33-Jährige wie für ihren 13-jährigen Foundation-Sohn war die Europameisterschaft in Crozet Championatspremiere. Doch davor wie danach haben sie immer wieder bewiesen, dass sie konstant Ü70 Prozent erreichen.


Erste Reserve sind Anna Zibrandtsen und Quel Filou. Als zweite Reserve wurden Karoline Rohmann und Jakas Don Louvre benannt.


Kommentar Equipechefin


Equpechefin Susie Dannemand hält nicht damit hinter dem Berg, dass sie Großes von dieser Mannschaft erwartet: „Wir haben hohe Erwartungen an dieses Team, das bei der Weltmeisterschaft in Aachen die Goldmedaille von Herning 2022 verteidigen und die dänischen Farben vertreten wird. Gleichzeitig ist die Weltmeisterschaft ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu unserem langfristigen Ziel, die dänische Mannschaftsqualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu sichern. Wir sind davon überzeugt, dass dieses Team Leistungen auf absolut höchstem Niveau erbringen kann, und erwarten zudem, dass Dänemark sowohl im Kampf um Mannschaftsgold als auch bei der Vergabe der Einzelmedaillen im Grand Prix Special und in der Grand Prix Kür eine entscheidende Rolle spielen wird. Wir gehen fest davon aus, dass sich drei unserer Reiter für die Prüfungen nach dem Mannschaftswettbewerb qualifizieren werden.“


Im Vorfeld der WM soll es vom 27. bis 28. Juli noch ein Trainingslager auf Stutteri Ask/Blue Hors geben.


Zwei „Stühli-Pferde“ im Springen


Die Medaillenchancen Dänemarks im Parcours sind nicht ganz so groß. Aber unterschätzen darf man die Dänen nicht, wie man gestern bei Andreas Schou im Rolex Grand Prix von Falsterbo gesehen hat.


Der Bundestrainer Bo K. Møller hat zusammen mit dem Auswahlgremium, bestehend aus Schwedens Meister-Springreiter Rolf-Göran Bengtsson und Mannschaftstierarzt Jonas Rasmussen folgende Paare benannt.


Die Nominierten


Andreas Schou und Napoli Vh Nederassenthof haben wie gesagt in Falsterbo beeindruckend abgeliefert und außerdem bereits olympische Erfahrung in Paris gesammelt. Schou ist Dänemarks Nummer eins im Parcours. Sein erstes Championat bestritt er 2009 bei den Europameisterschaften in Windsor. 2023 war er mit seinem beeindruckten Darco-Sohn Darc de Luxe Fünfter beim Weltcup-Finale.


Die 25 Jahre junge Caroline Rehoff Pedersen, die neben der Reiterei auch als Model arbeitet, wurde in Deutschland so richtig bekannt, als sie 2023 Platz zwei im Deutschen Spring-Derby belegte. Letztes Jahr ritt sie zum ersten Mal ein Seniorenchampionat mit der EM La Coruña. Für die WM setzt sie auf den elfjährigen Belgier Polonis L, den sie von Patrick Stühlmeyer übernommen hat, der ihn vorher ritt.


Rehoff Pedersen ist nicht die einzige dänische Amazone, die ein Pferd sattelt, das zuvor mit „Stühli“ erfolgreich war. An ihrer Seite im Team ist auch Zascha Nygaard, die Stühlmeyers Selle Français-Hengst Drako de Maugre übernommen hat, mit dem der Schockemöhle-Bereiter unter anderem Deutscher Meister wurde. Zwischenzeitlich ging der Kannan-Sohn auch unter der US-Reiterin Paris Sellon. Nygaard reitet ihn seit Anfang des Jahres und platzierte sich unter anderem in Rahmenspringen bei den Global Tour-Etappen von Mexiko, Madrid und Cannes.


Søren Møller Rohde war bei zwei Europameisterschaften dabei, 2019 und 2025. Der Zirocco Blue-Sohn Evolution Ask ist erst zehnjährig, konnte sich dieses Jahr aber u.a. bereits im Großen Preis des Weltcup-Turniers von Bordeaux mit zwei Nullrunden platzieren und sprang Nationenpreise für Dänemark.


Laura Baaring Kjærgaard ist mit ihren 24 Jahren das Küken im Team, kann aber auf reichlich Erfahrung von Nachwuchseuropameisterschaften von den Children über Pony-Reiter und Junioren bis zu den Jungen Reitern zurückgreifen. Qarisma van’t Roosakker ist auch erst zehnjährig, doch zusammen haben die beiden dieses Jahr bereits Rang sechs im Großen Preis des CSI3* Kessel/NED belegen können, waren Doppelnull in Eindhoven usw.


Kommentar des Bundestrainers


„Wir verfügen über eine starke Gruppe von Paaren, von denen etliche bereits wertvolle Erfahrungen bei früheren Championaten gesammelt haben. Dies verschafft uns eine gute Ausgangslage. Wir freuen uns auf eine spannende Weltmeisterschaft und hoffen, die im Saisonverlauf gezeigte Entwicklung in Aachen in starke Leistungen ummünzen zu können.“


Einzelreiter in der Vielseitigkeit


Für die Vielseitigkeit hat Dänemark Peter T. Flarup als Einzelreiter mit zwei Pferden nominiert. Der 50-Jährige war bei drei Olympischen Spielen am Start, hat vier Welt- und acht Europameisterschaften bestritten, die erste 1997. Er blickt also auf reichlich Erfahrung zurück.


Sein erstes Pferd ist der zehnjährige Zangersheider Wallach H.Carald Z v. Herald. Er und sein Reiter kennen sich in- und auswendig. Flarup ist nämlich zugleich Züchter des Heraldik xx-Enkels und mit der Mutter Calista E ist er Fünf-Sterne-Vielseitigkeiten geritten. Mit H.Carald Z hat Flarup zwei Weltmeisterschaften der jungen Vielseitigkeitspferde beendet, war mit ihm hochplatziert in CCI4*-Prüfungen für Nachwuchspferde und hat dieses Jahr zwei CCI4*-S ohne Hindernisfehler im Cross beendet.


Sein zweites Eisen im Feuer ist die zwölfjährige Holsteiner Stute Game Girl Impe. Sie stammt ab v. Chico’s Boy und wurde ebenfalls von Flarup auf die internationale Bühne gebracht. Unter anderem konnten die beiden letztes Jahr den CCI4*-L in Sopot gewinnen. Das letzte Turnier war allerdings Marbach, wo sie nach zwei Verweigerungen im Gelände aufgaben.


Kerstin Dallmann, Equipechefin für Vielseitigkeit beim Dänischen Pferdesportverband, sagt: „Peter verfügt über umfassende Erfahrung von Europameisterschaften, Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen und wirkt bestens vorbereitet. Wir freuen uns daher sehr auf die diesjährige Weltmeisterschaft in Aachen, bei der Peter gegen einige der weltbesten Vielseitigkeitsreiter antreten wird.“


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