Grand Prix Special beim Turnier der Sieger in Münster an Evelyn Eger und Global Power OLD
Evelyn Egers Global Power OLD macht seinem Namen in Münster alle Ehre
Sieger im Grand Prix Special beim Turnier der Sieger: Evelyn Eger und Global Power OLD.
Foto: Johanna Milse Immer stabiler und sicherer präsentiert sich der Oldenburger Grey Flanell-Sohn Global Power OLD unter Evelyn Eger. Der Grand Prix Special der beiden heute in Münster war voller Highlights, wie den kraftvollen und wirklich klassischen Passagen, den losgelassenen Serienwechseln, den Traversalen, der ersten Pirouette, in einzelnen Momenten auch den Piaffen, auch wenn der Wallach hier noch mehr Kraft und Balance finden muss. Aber dieses Paar ist auf dem genau richtigen Weg.
Dass der erst neunjährige Rappe und Eger ein eingespieltes Team sind, ist kein Wunder. Schließlich bildet die Bereiteren des Hofs Kasselmann den imposanten Wallach aus seitdem er angeritten ist. Sie sagt: „Für mich ist er ein Ausnahmepferd. Es ist eine Freude und eine Ehre, auf so einem Pferd sitzen zu dürfen. Ich glaube, dass er das Potenzial hat, alles zu gehen. Er hat unheimlich viel Willen, ist ehrgeizig und clever.“
Über den Winter soll er nun weiter Kraft aufbauen. Ein Saisonziel für 2027 könnte Balve sein, so Eger. Und es klingt nur realistisch, wenn sie sagt: „Auf Dauer möchte ich wieder für das deutsche Team reiten können.“ Ihr Nationenpreis-Debüt haben die beiden ja bereits im Frühjahr in Fontainebleau gegeben. Mit 72,882 Prozent gewann Gobal Power heute den Grand Prix Special von Münster und ließ dabei unter anderem Dorothee Schneider und ihren Routinier First Romance hinter sich (72,686).
Über Platz drei konnte sich Mannschaftsweltmeisterin und Einzel-Bronzemedaillengewinnerin Katharina Hemmer mit ihrem Louisdor-Preis Finalisten des Vorjahres freuen, Special Gold OLD. Der San Amour-Sohn, Mutter Weihegold, war heute in der Trabtour sicher auf dem Hinterbein und dadurch schöner in der Anlehnung als man es zuletzt von ihm gesehen hatte. Er arbeitete hier engagiert mit, nur als Hemmer die zweite Piaffe wirklich auf die Stelle bringen wollte, kam er ins Stocken. Ein wirklicher Lektionsfehler unterlief den beiden nicht. Nur die Zweierwechsel hätten etwas weiter durchgesprungen sein dürfen und als es auf die Mittellinie mit den Pirouetten ging, kam er zunächst hinter die treibenden Hilfen, so dass Hemmer ihr ganzes reitehrliches Geschick aufbringen musste, damit er ihr in der Linkspirouette nicht ausfällt. Aber es klappte, ebenso wie der Rest. Die Passage war nicht mehr ganz im Gleichmaß, die Piaffe dafür aber die beste der Prüfung. 71,921 Prozent erhielten die beiden von den Richtern.
Katharina Hemmer fängt an zu schwärmen, wenn sie von Special Gold aka „Spezi“ spricht: „Spezi ist ein ganz besonderes Pferd. Er hat alle Möglichkeiten, zeigt sie aber noch nicht immer – daran arbeiten wir.“ Im Grand Prix am Donnerstag sei der zehnjährige Hengst noch etwas schüchtern gewesen, im Spécial habe er sich bereits selbstbewusster präsentiert. „Die Entwicklung vom Grand Prix zum Spécial fand ich gut. Heute war das schon besser, und ich bin sehr happy mit ihm und seiner Leistung.“
Flutlicht Kür an Diamante Negro

Ausgesprochen happy wirkte auch Juliane Brunkhorst nach der Kür unter Flutlicht am Samstagabend, die Premiere zu Musik für ihren Diamante Negro – eine, die man als sehr gelungen bezeichnen darf. Rihannas „Diamonds“ war dafür nicht nur vom Titel her die passende musikalische Untermalung.
Der zehnjährige DSP-Wallach v. DeLorean, wie Global Power und Special Gold Finalist des Louisdor-Preises 2025, tanzte durch sein Programm und wirkte dabei schon sehr sicher, war stets vor den fein abgestimmten Hilfen und ausgesprochen schön in der Anlehnung. Dazu hatten die beiden einige technische Höchstschwierigkeiten in ihrem Programm, die richtig gut funktionierten. Die Piaffe-Pirouetten, -Fächer und Übergänge gelangen ebenso wie der nahtlose Wechsel von den Zweierwechseln auf gebogener Linie in die Einerwechsel.
Als Brunkhorst auf die Schlusslinie abbog strahlte sie bereits über das ganze Gesicht und die gut besetzte Tribüne jubelte ihr zu. Starke 78,1 Prozent gab es für die Kür-Premiere der beiden. Chefrichter Dr. Sven-Günter Rothenberger schwärmte: „Ganz tolles Reiten! Chapeau, was Juliane aus diesem Pferd gemacht hat.“ Was er auch ansprach und was immer ein bisschen der Wermutstropfen bei dem Wallach ist, der ansonsten wirklich alles mitbringt, was man sich für ein Grand Prix-Pferd wünscht: der Takt im Schritt. Wäre der klarer im Viertakt, würden die beiden ganz sicher noch deutlich mehr Punkte bekommen.
Der Rest der Platzierten folgte mit deutlichem Abstand: die für Dänemark startende Amelie Aasted Aalbaek auf dem westfälischen Vitalis-Sohn Vorreiter (73,150) ganz ganz knapp vor Andrea Timpe mit Don Carismo FRH (73,10) sowie Nadine Plaster und Shiva NRW (72,075).
DERBY Stars von Morgen

Während die Südhälfte Deutschlands in Schäftlarn zur Qualifikation für die DERBY Stars von Morgen antrat, hatten sich die Nachwuchs-Reiter und -Pferde der Nordhälfte in Münster versammelt.
Der Sieg ging an eines der Paare mit der kürzesten Anreise: Bianca Nowag-Aulenbrock vom RFV Ostbevern im Sattel ihrer Oldenburger Burg-Pokal Zweiten des Vorjahres, Vaida Girl. Die Vitalis-Tochter hatte schon in der Einlaufprüfung gezeigt, dass sie immer mehr in die S***-Lektionen hineinwächst und bestätigte den Eindruck heute mit einer 72,474 Prozent-Runde. Alle fünf Richter sahen die beiden and der Spitze.
Nicht Vitalis, sondern dessen früh verstorbener Sohn Veneno ist der Vater des zehnjährigen Hannoveraners auf Rang zwei, Dr. Annabell Frenzens Vabali, für den es 70,526 Prozent wurden.
Über Rang drei konnte sich die beste U25-Reiterin freuen, Elisabeth von Wulffen, eine Schülerin der Siegerin, die ihren westfälischen Totilas-Sohn Triple A für 68,447 Prozent durch das Viereck vor dem Münsteraner Schloss führte und dabei Helen Langehanenberg und ihren selbstgezogenen Dreikäsehoch v. Dimaggio, der seinen Namen seinem Geburtsgewicht verdankt, hinter sich ließ (68,395).
Alle Ergebnisse aus Münster finden Sie hier.