Isabell Werths Nächster: Back for Good siegt in Inter II auf dem Anakenenhof

Der Dunkelfuchs Back for Good stammt aus dem Haupt- und Landgestüt Neustadt/Dosse. Sein Vater Ben Benicio ist einer der populären Vererber im brandenburgischen Staatsgestüt. Auch Back for Good ist gekört und war in jungen Jahren bei den DSP-Championaten platziert. Zwei S-Dressuren ist der Hengst gegangen. In Pinneberg bei Hamburg debütierte er auf Drei-Sterne-Niveau mit äußerst klein gesprungenen Galopppirouetten, einem Talent für Passage und guten Piaffeansätzen. Während die Zweierwechsel gut gelangen, gab es nach zwei Dritteln der fliegenden Galoppwechsel von Sprung zu Sprung einen Fehler. Den Galopp hätte man sich phasenweise noch selbstverständlicher über den Rücken gesprungen gewünscht.
Mit 75,526 Prozent, bei C gab Richter Harry Lorenz sogar über 77 Prozent, bedeutete das den Sieg für das Paar. Wegen nahezu sintflutartigen Regens wurde die Aufgabe unter dem schützenden Dach der Reithalle geritten.
Veueve Cliquot
Der Einzige, der an die Bewertung des Ritts von Isabell Werth beinahe herangekommen wäre, war ihr Kollege im Team, das in Aachen die Mannschaftsgoldmedaille gewonnen hatte, Frederic Wandres. Er hatte den schon unwahrscheinlich ausgereift wirkenden Hannoveraner Veuve Cliqout FRH vorgestellt. Vier Punkte trennten das Paar von Isabell Werth. Vier Punkte, die das Paar in der Linkspirouette verlor, in der der Fuchs den klaren Galoppsprung im Hinterbein verlor. Das war aber auch der einzige Lapsus, der den beiden widerfuhr.
Die Piaffen und Passagen bereiteten dem Hannoveraner keinerlei Probleme, auch die fliegenden Galoppwechsel zählten zu den Highlights der Vorstellung. Bemerkenswert gut herausgearbeitet gelang der versammelte Schritt.
Veuve Cliquot ist von Frederic Wandres Ehemann in spe, Lars Ligus, ausgebildet worden. Zweimal hatte Ligus den Fuchs für das Finale des Bundeschampionats qualifizieren können. Sechsjährig wurde es Platz zwei in Warendorf.
Siebenjährig ging der Vitalis-Fürst Heirich-Sohn unter Ligus und Wandres. In diesem Jahr hatte Wandres Veuve Cliquot in Ankum im März das erste Mal auf Drei-Sterne-Niveau geritten. In der Intermédiaire II bei Horses & Dreams waren die beiden siegreich. Veuve Cliquot ist ein Pferd „ohne Loch“. Alle auf Grand Prix-Niveau geforderten Lektionen beherrscht er trotz seiner erst acht Jahre souverän.
Baumgürtel Dritte
Dritte wurde Lucie Anouk Baumgürtel mit der zehn Jahre jungen, aber schon immens erfahrenen First Vienna. Auch diese Vitalis-Tochter war schon Bundeschampionatsfinalistin, vor allem aber ist sie amtierende Deutsche Meisterin U25 sowie Silbermedaillengewinnerin bei der Europameisterschaft 2026. Das Highlight der Braunen ist die Passage, tänzerisch und rhythmisch im sicheren Takt. 72,588 Prozent vergaben die Richter übereinstimmend. Die Einzelbewertungen lagen gerade einmal 1,5 Punkte auseinander.
Dasselbe galt auch für Vaderland OLD, den Viertplatzierten. Bernadette Brune erzielte mit ihm 72,544 Prozent und setzte sich damit vor Anna Schölermann und Vitally PCH (71,974), der das Piaffetalent seiner uitter Weihegold geerbt hat. Beide stammen, wie die an Position zwei und drei platzierten Pferde von Vitalis ab.