CDI Debüt für Louisdor-Fünften Global Power in Fontainebleau
Tolle CDI Grand Prix-Premiere für Evelyn Egers Global Power
Ein Paar mit Perspektive: Evelyn Eger und Global Power, hier beim Louisdor-Preis Finale in Frankfurt. Foto: Archiv sportfotos-lafrentz.de In der kleinen Tour hatten Evelyn Eger und der damals erst achtjährige Grey Flanell-Sohn Global Power ihre Turniersaison 2025 begonnen, unter anderem mit der Nürnberger Burg-Pokal Qualifikation in Hagen. Beendet haben sie sie als Fünfte im Finale des Louisdor-Preises. Mitten in der Saison hatte die Bereiterin des Stalls Kasselmann offenbar beschlossen, Global Power sei im Grand Prix-Viereck besser aufgehoben. Die Geschichte hat ihr Recht gegeben.
Nach einem zweiten Platz bei ihrem ersten S***-Auftritt in Isterberg war die nächste Station die Louisdor-Preis Qualifikation in Guxhagen, die letzte Chance auf ein Ticket für Frankfurt. Und siehe da – ein Schuss, ein Treffer. Als Zweitplatzierte hinter Katharina Hemmer und Special Gold PCH sicherten sie sich auf Anhieb das Finalticket für Frankfurt, wo Global Power als jüngstes Pferd der Prüfung Fünfter wurde. Ein Riesenerfolg für das Paar, das sich kennt seitdem Global Power seine ersten Schleifen in Reitpferdeprüfungen gesammelt hat. Heute kam ein weiterer Meilenstein hinzu.
CDI3* Grand Prix in Fontainebleau
Mit 69,217 Prozent mussten sich Evelyn Eger und Global Power ganz knapp geschlagen geben und belegten Rang zwei hinter dem Spanier José Antonio García Mena im Sattel der zwölfjährigen Hannoveraner Quaterhall-Tochter Quatre-Quarts à l’Orange.
Es war das vierte Turnier mit Piaffe und Passage für Global Power, der zweite lange Grand Prix. Dafür legte er eine bemerkenswerte Sicherheit an den Tag, von seiner langjährigen Reiterin gefühlvoll und mit feinster Anlehnung, immer der Hand hinterher reitend, begleitet. Die Losgelassenheit, die gute Anlehnung und die Selbstverständlichkeit und Zufriedenheit, mit der Global Power heute über das Viereck marschierte, begeisterten.
Wie viel Talent der imposante Rappe besonders für die versammelten Lektionen mitbringt, zeigt sich unter anderem in den Pirouetten. In den Piaffen ist er noch etwas rückständig und lehnt dann auf der Schulter. Aber Takt, Diagonalität und Fleiß – das ist alles da. Die Passagen sind ebenso kraftvoll und erhaben wie losgelassen (wenn er nicht gerade irrtümlich im Galopp anspringt, wie heute nach dem versammelten Schritt). Insgesamt könnte er noch etwas mehr Zug nach vorne entwickeln. Allerdings hat Eger ihn auch nicht einmal aufgefordert während der Prüfung, sondern immer nur so viel abgefragt, wie Global Power gab. So wirkte er nie überfordert, sondern immer willig. Fazit: tolles Pferd, tolles Paar, tolle Perspektive.
Und wäre den beiden das Malheur beim Anpiaffieren aus dem versammelten Schritt nicht passiert, wären sie wohl auch als Sieger vom Platz gegangen.
Weitere Eindrücke aus Fontainebleau
Denn das Siegerpaar hatte nur wenige Punkte mehr und zeigte zwar eine sehr gehorsame Prüfung, allerdings störte der stramme Kandarenzügel die Anlehnung und dadurch auch die Harmonie.
Ebenfalls dicht dran an der Spitzenposition waren Frankreichs Pierre Volla und der portugiesische Sportpferdewallach Malcolm X de Massa. Der Rappe hat einen Lusitano-Vater und eine Mutter, die aus einer Lusitano-Stutenfamilie kommt, aber von San Amour abstammt. Dem Talent seiner Ahnen entsprechend zeigte Malcolm X die wohl schönsten Piaffen des Tages, in denen er richtig punkten konnte – ausbalanciert, schwingend, mühelos aktiv und hervorragend gesetzt. So fein wie hier war die Anlehnung leider nicht während der gesamten Prüfung. Unter dem Strich kamen die beiden Vertreter der Gastgeber auf 69,195 Prozent, wobei sowohl Kurt Christensen bei M als auch Ulrike Nivelle bei B die beiden auf Platz eins sahen mit jeweils über 70 Prozent.
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