Qualifikation Louisdor Preis auf Anakenenhof an Isabell Werth und Back for Good, Frederic Wandres und Veuve Cliquot Zweiter

Isabell Werth gewinnt mit Back for Good die Louisdor Preis-Etappe auf dem Anakenenhof, Frederic Wandres und Veuve Cliquot Zweiter

Dressur
Lars Ligus und Veuve Cliquot FRH, der sich unter Frederic Wandres auf dem Anakenenhof für das Finale im Louisdor Preis qualifiziert hat, Foto: @alter.perspectives/Gloria Lucie Alter Lars Ligus und Veuve Cliquot FRH, der sich unter Frederic Wandres auf dem Anakenenhof für das Finale im Louisdor Preis qualifiziert hat, Foto: @alter.perspectives/Gloria Lucie Alter
Isabell Werth und Back for Good haben sich auf dem Anakenenhof für das Finale im Louisdor Preis qualifiziert. Vueve Cliquot FRH wurde unter Frederic Wandres Zweiter.

Gut, dass es auf dem Anakenenhof in Pinneberg, nordwestlich von Hamburg, zwei Reithallen gibt. Die Wassermassen, die am Samstag auf die Region einprasselten, waren zwar im Vergleich zum Freitag, an dem sage und schreibe 58,2 Liter Regen pro Quadratmeter verzeichnet wurden, geringer (8,4 Liter), aber immer noch eine ganze Menge. Deswegen war die Qualifikationsprüfung in die Halle verschoben worden. Am Sonntag gab es blauen Himmel und Sonnenschein plus Schäfchenwolken. So weit, so gut. Doch damit lernten die Pferde das Prüfungsviereck erst am Sonntag, dem Tag der Qualifikation für die diesjährige Ausgabe des Louisdor Preis statt.


Lars Ligus und Veuve Cliquot FRH, der sich unter Frederic Wandres für das Finale im Louisdor Preis qualifiziert hat auf dem Anakenenhof, Foto: @alter.perspectives/Gloria Lucie Altersa

Entsprechend groß waren die Augen einiger Pferde und die Herzfrequenz höher. Es war ein hochkarätig besetztes Feld, in dem u.a. zwei ehemalige Bundeschampions und mehrere hochplatzierte Finalisten des bundesweiten Vergleichs sich auf Grand Prix-Niveau maßen.


Die zwei Tickets sicherten sich zwei Füchse, denen großes Potenzial bescheinigt werden muss. Der Sieg ging an Isabell Werth und Back for Good, ein Sohn des Neustädter Landbeschälers Be Benicio. Der hochaufgeschossene Brandenburger hat seine Karriere einst auf der Körung begonnen. Gemäß dem Werth’schen Credo, dass „der beste Hengst ein kastrierter ist“, ist Back for Good mittlerweile als Wallach unterwegs. Und er hat eine neue Besitzerin. Die vielfache österreichische Staatsmeisterin Victoria, „Vici“, Max-Theurer, hat den statiösen Fuchs im vergangenen Jahr gekauft.


Dass er wenig Turnierroutine hat, zeigte sich heute auf dem Viereck auf dem Anakenenhof. Mit großen Augen und deutlicher Spannung ging er ins Viereck. Was er dann dort zeigte, war nicht spannungsfrei, aber das Talent des Ben Benicio-Sohns für Piaffen und Passagen war nicht zu übersehen. Auch wenn die Linkspirouette heute nicht ganz so gut gelang, hatte der DSP-Wallach gestern in der Halle zwei schon sehr ausbalancierte Pirouetten gezeigt.


Der Schrit litt unter der besagten Spannung, die aber auch erklärbar ist. Back for Good war bis zu seinem Debüt auf Drei-Sterne-Niveau neunmal auf dem Turnier, sechsmal davon in Reitpferdeprüfungen. In 2024 ging er ein S-Dressur, in 2025 eine weitere auf Prix St. Georges-Niveau. Mehr nicht. 75,46 Prozent mit Wertungen zwischen 77,021 und 74,468 Prozent sicherten dem Paar den Start im Finale in Frankfurt.


Veueve Cliquot – das Herzenspferd des Herzlake-Duo


Einen ausgereiften Grand Prix lieferten Frederic Wandres und Veuve Cliquot FRH. Dass der Vitalis-Sohn gerade einmal acht Jahre jung ist – vor zwei Jahren gewann er noch die Silbermedaille unter Frederic Wandres‘ Verlobten Lars Ligus im Finale der Sechsjährigen beim Bundeschampionat – mochte man kaum glauben. Gut gestellte und gebogene Traversalverschiebungen, sichere fliegende Galoppwechsle zu zwei Sprüngen, gerade und mit viel Raumgewinn, ein versammelter Schritt, der taktsicher und klar vom ebenfalls guten starken Schritt abgesetzt gezeigt wurde. Die Piaffen waren noch leicht im Vorwärts angelegt, die Passagen federten bereits taktischer.


Bei den Einerwechseln kam es zu einem Fehler und der Linkspirouette mangelte es an Balance. So spektakulär der Fuchs im Vorderbein „losmarschiert“, wünschte man sich seine Aktivität im Hinterbein. Da könnte noch mehr Abdruck für einen stärkeren Impuls von hinten sorgen. Aber da die Lektionssicherheit, den Fehler in den Einerwechseln ausgeschlossen, gegeben ist, haben Wandres und Ligus nun ausreichend Zeit, am Kraftaufbau des Hannoveraners zu arbeiten.


Auch Veuve Cliquot hatte mit der Stimmung im Viereck zu tun. Frederic Wandres trabte vorm Start leicht. Lehrbuchartig dehnte sich der Vitalis-Sohn ans Gebiss heran. Doch der kaum gezeigte Gruß zum Auftakt zeigte, dass der Fuchs von außen cooler wirkte als er es wohl tatsächlich war (73,894).


„ich liebe dieses Pferd“, so klar bilanzierte Bernadette Brune die Leistung ihres Hengstes Vaderland OLD. Auch er ein Vitalis-Sohn, auch er lektionssicher. Co-Bundestrainer Henrik Lochthowe lobte das Passagetalent des Zehnjährigen. Insgesamt wünschte man dem Braunen noch etwas mehr Kraft im Hinterbein, sodass beispielsweise seine Galoppade an Volumen gewinnen wird (72,73).


Lektionssicher: Veuve Cliquot unter Frederic Wandres. Foto: @alter.perspectives/ Gloria Lucie Alter

Mit 72,277 Prozent platzierte Anna Schölermann mit dem Dunkelfuchs Vitally den nächsten Nachkommen des Vitalis auf Rang vier. Einen mit einer Promi-Mutter, der dreifachen Weltcupsiegerin Weihegold. Der Oldenburger zählte zu den Achtjährigen im Starterfeld. Sein Talent fürs Piaffieren wusste er gut zu präsentieren. Die Übergänge in die Passage hinein und wieder hinaus gelangen noch nicht so fließend, wie man sich wünschte. Dass es diesem kompakten Pferd aber einmal gut liegen wird , ließ sich heute schon erkennen.


Platz fünf ging ebenfalls an ein Kind des Vitalis, die Stute Zinq First Vienna FH FRH. Sie war das Pferd mit dem größten Erfolgskonto: Die Zehnjährige hat in diesem Jahr ihre Reiterin Lucie-Anouk Baumgürtel schon zur Deutschen U25 Meisterin gemacht und zur Mannschafts-Europameisterin. Die Prüfung der beiden begann routiniert mit einer schwungvoll federnden Trabtour, und Piaffen und Passagen bei leichtester Anlehnung. Im Galopp kam es dann zu einem Fehler bei den fliegenden Galoppwechseln zu zwei Sprüngen und in einer Pirouette stemmte die Stute, statt rhythmisch um das innere Hinterbein herumzugaloppieren. Neun Pferde kamen über die 70-Prozentmarke.


Ergebnisse Louisdor Preis Qualifikation Anakenenhof, Pinneberg 2026


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