Nationenpreis Fontainebleau: Deutschland siegt, Isabell Werth Dritte hinter Justin Verboomen (BEL) und Charlotte Fry (GBR)

Deutschland gewinnt Nationenpreis in Fontainebleau knapp vor Großbritannien

Dressur
Beim Nationenpreis in Fontainebleau hat die deutsche Equipe den Sieg davon getragen vor Großbritannien und Belgien. Foto: leprintempsdessportsequestres Beim Nationenpreis in Fontainebleau hat die deutsche Equipe den Sieg davon getragen vor Großbritannien und Belgien. Foto: leprintempsdessportsequestres
Am Ende hat es gereicht, aber ein Spaziergang war der deutsche Sieg im Nationenpreis in Fontainebleau nicht. Das Team, Isabell Werth (3.), Svenja Kämper-Meyer (9.), Frederic Wandres (4.) und Benjamin Werndl (7.) lagen am Ende 1,435 Punkte vor Großbritannien und Belgien.

Wenn der Nationenpreis in der Dressur im französischen Fontainebleau eines gezeigt hat, dann, dass die Weltmeisterschaften in Aachen im August spannend werden! Es war beinahe eine kleine „Mini WM“, die in Frankreich stattfand. Nur, dass keine US-Amerikaner am Start waren. Und das Weltcup Finale In Fort Worth hat gezeigt, dass auch mit den Amerikanern wieder zu rechnen ist in einer Mannschaftswertung.


Justin Verboomen (BEL) mit Weile in Front


Der stärkste belgische Reiter, Justin Verboomen und sein schwarzer Hengst Zonik Plus, setzten sich an die Spitze des Feldes. Mit 83,5 Prozent rangierten sie deutlich vor der zweitplatzierten Charlotte Fry (GBR) und Glamourdale. Verboomen, der vor kurzem von der Dänin Cathrine Laudrup-Dufour als Nummer eins der Welt abgelöst worden war, lieferte einen fehlerfreien Grand Prix mit Höhepunkten in der Passage-Piaffe-Tour.


Schwächer fiel die Schritt-Reprise aus, vor allem der versammelte Schritt, indem der Zonik-Sohn dazu tendiert, im Vorderbein etwas „stapfig“ zu treten. Was aber richterseits bei Frühlingswetter immer noch mit 7,0 und besser beurteilt wurde. In der Trabverstärkung wünschte man sich, eine deutlichere Rahmenerweiterung im Hals zu sehen, aber das waren dann auch schon die Punkte, die nicht ganz so gut gelangen. Für die Galopppirouetten bekam das Paar sieben von zehn möglichen 10,0-Beurteilungen.


Ein Missverständnis bei Charlotte Fry und Glamourdale in Fontainebleau


Die Britin Charlotte Fry hatte mit Glamourdale in der im ersten Drittel der Prüfung ein paar kleine Unsauberkeiten. Einmal passagierte der imposante Hengst nicht auf die erste Hilfe an, und im starken Schritt verlor das Paar zwischenzeitlich ein paar Punkte. Die holten sich die Weltmeister von 2022, aber dann locker, wieder zurück in der gesamten Galopptour. Mit 80,848 Prozent, Platz zwei, der stärkste Ritt des Teams GB, das Zweiter wurde.


Carl Hester und Fame hatten ein „Hick up“ in den fliegenden Galoppwechseln zu zwei Sprüngen. Sie rangierten mit 76,152 Punkten hinter Frederic Wandres und Bluetooth auf Rang fünf. Drittbeste Britin wurde Fiona Bigwood mit der Stute Donna Bella, einer Tochter von Bigwoods Atterupgaards Orthelia. Die Fuchsstute ist eine auffällige Erscheinung. Es fehlt ihr noch an Kraft, sodass in Sachen Selbsthaltung mitunter Abstriche zu machen waren. Dabei ging sie aber mit feiner Anlehnung. In einigen Lektion fehlte es an Geschmeidigkeit in der Oberlinie (71,63/10.)


Gute Teamleistung der Deutschen im Nationenpreis Fontainebleau


Benjamin Werndl hatte mit Quick Decision den Auftakt gemacht. Es war das Debüt des Hannoveraners in einem CDI5*-Nationenpreis. Der Quaterhall-Sohn hatte einen Taktfehler in der ersten Piaffe und auch der Übergang in die Passage funktionierte nicht so recht. Ein Top-Rückwärtsrichten und ausbalancierte Pirouetten standen auf der Habenseite des Paars, das am Ende Siebte wurde.


Solche, fleißig ums innere Hinterbein gesprungen, lieferte auch Svenja Kämper-Meyers Amanyara. Einmal mehr überzeugten die Zahnärztin aus dem Münsterland und die bei ihrer Familie geborene Ampere-Tochter durch ihr harmonisches Miteinander im Viereck (72,369/9.).


Frederic Wandres und Bluetooth nach


Gut aus der längeren Pause meldeten sich Frederic Wandres und Bluetooth zurück Der Bordeaux-Sohn zog sein Programm durch. „Freddie“ konnte die gemeinsame Routine des Paars, das Teamgold bei Olympia gewonnen hat, gut ausspielen. Die Rechtspirouette hätte besser ausfallen dürfen. Aber ansonsten konnte sich das Paar aus Hagen am Teutoburger Wald für einen WM-Start als sichere Kombination empfehlen. Fontainebleau war der erste Auftritt für den Oldenburger in diesem Jahr. Er war kurz vor Weihnachten in der Frankfurter Festhalle das letzte Mal am Start gewesen.


Platz drei für Isabell Werth und Wendy


Das gilt für Isabell Werth und Wendy nicht. Sie waren nach Frankfurt 2026 schon in Basel, Amsterdam und Herning am Start. Auf das Weltcup-Finale hatte Werth verzichtet. Ihre volle Konzentration gilt der Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Aachen.


Punkten konnten die beiden vor allem in den Piaffen. Der starke Schritt war entspannt und klar in der Fußfolge, im versammelten Tempo kam dann Spannung auf und der Übergang in die folgende Passage misslang. Zum Auftakt der Einerwechsel sprang die Sezuan-Tochter den ersten fliegenden Galoppwechsel tendenziell kurz. Die Pirouetten gaben Punkte – Werth-Style eben…


Kurios: Die österreichische Richterin Alice Schwab gab dem Paar auf den starken Trab kurz vor Ende eine 9,5. Die Kolleginnen und Kollegen lagen ansonsten für die tendenziell eilig vorgetragene Trabverstärkung zwischen 7,0 und 7,5. Werth erhielt mehrmals die 10,0 für die Piaffen und wurde in der Einzelwertung Dritte hinter Verboomen und Fry (80,587).


Das zweitbeste Resultat im belgischen Team steuerten Larissa Pauluis und Flambeau, die Sieger der Weltcup-Qualifikation von Neumünster, bei. Sie landeten mit 73,022 Prozent auf Platz sechs.


Einzelergebnisse


Team-Resultat Nationenpreis CDI5* Fontainebleau


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