Vielseitigkeitsreiter gründen International Event Riders Club IERC

Internationaler Vielseitigkeitsreiter Club – nach IJRC und IDRC nun auch IERC

Harry Meade ist der erste Präsident des International Event Riders Club, IERC.
Foto: Archiv sportfotos-lafrentz.de Harry Meade ist der erste Präsident des International Event Riders Club, IERC. Foto: Archiv sportfotos-lafrentz.de
Besonders im Springen ist der Einfluss des International Jumping Riders Club groß. Nun haben auch die Vielseitigkeitsreiter eine institutionalisierte Interessenvertretung.

Am 13. Oktober wurde der IERC, der International Event Riders Club, formell gegründet. Präsident ist der Brite Harry Meade, seine Stellvertreterin Lynn Symansky aus den USA. Zum Generalsekretär wurde Frédérique Reffet Plantier ernannt. Im Vorstand sitzen außerdem Olympiasiegerin Julia Krajewski, der Weltranglistenerste Tim Price (NZL), Sam Watson aus Irland, die Marokkanerin Noor Slaoui und Australiens Oliver Barrett als U25-Repräsentant.


Als Athletenvertreterin innerhalb des FEI Vielseitigkeitskomitees hat auch Bettina Hoy eine bedeutsame Rolle bei der Gründung des IERC gespielt.


Für den Beitritt muss man aber keine olympischen Medaillen gewonnen oder Championate bestritten haben. Der Club lädt explizit Vielseitigkeitsreiter mit FEI Registrierung ein, sich anzuschließen, egal auf welchem Niveau sie reiten. Der Beitritt ist kostenlos und unkompliziert online zu erledigen.


Die Satzung kann man hier einsehen.


Aufgaben des IERC


Der International Event Riders Club soll das Bindeglied zwischen den Vielseitigkeitsreitern und der FEI werden – in beide Richtungen. Man möchte einerseits ein Mitspracherecht der Reiter bei der Entwicklung des Sports sicherstellen, indem man die Anliegen, Vorschläge und Ansichten der Aktiven an den Dachverband übermittelt. Konkret geht es z.B. darum, sich Gehör zu verschaffen, wenn es um regulatorische Entwicklungen geht, etwa was das Wohlergehen der Pferde angeht, aber auch das Risikomanagement für Tiere und Menschen.


Andererseits möchte man aber auch Ansprechpartner für die FEI werden, wenn es um Fragen geht, die die Vielseitigkeitsreiter betreffen, Vertreter in Arbeitsgruppen gesucht werden etc. Um diese Zusammenarbeit sicherzustellen, soll eine Absichtserklärung, ein Memorandum of Understanding (MOR), mit der FEI geschlossen werden, bei dem sich beide Seiten auf freiwilliger Basis zur Kooperation bekennen.


„Ein Club, der Reitern zuhört“


Harry Meade erklärt, was die Idee hinter der Gründung des IERC ist: „Das Ziel war es, einen Club zu gründen, der den Reitern zuhört, sie unkompliziert und effektiv vertritt, dabei hilft, den Sport mitzugestalten, und – was besonders wichtig ist – auch für künftige Generationen Bestand hat. Wir werden weiterhin eine enge und kooperative Arbeitsbeziehung zur FEI pflegen, um sicherzustellen, dass die gemeinsame Stimme der Reiter im gesamten Sport angemessen Gehör findet – heute und in Zukunft.“


Forum zum Ideenaustausch


David O’Connor, US-amerikanischer Vorsitzender des FEI Eventing Committee und als ehemaliger Weltmeister und Olympiasieger bestens mit dem Sport vertraut, begrüßt die Gründung des IERC: „Wir freuen uns sehr, dass die Athleten eine Organisation gegründet haben, durch die ihre gemeinsame Stimme in das FEI-Vielseitigkeitskomitee eingebracht werden kann. Wir freuen uns darauf, dass der IERC durch ein MOU offiziell von der FEI anerkannt wird – als ein Forum, in dem Ideen ausgetauscht und die Kommunikation gefördert werden können.“


Beispiel IJRC


Dass so ein Athletenzusammenschluss deutlich mehr sein kann als ein Debattierclub zeigt der bereits 1977 gegründete International Jumping Riders Club, IJRC. Wie groß sein Einfluss ist, hat man z. B. bei der Durchsetzung des Artikel 259 in den FEI Jumping Rules gesehen, der die Vergabe der sogenannten „Jumping Recorded Warnings“ regelt. Es war der eigene Wunsch des IJRC, dass Blut am Pferd im Einflussbereich des Reiters oder der Ausrüstung erst mal zu einer Verwarnung und beim zweiten Auftreten innerhalb von 12 Monaten zu einer automatischen Sperre für einen Monat führen sollte. Die Regel trat Anfang des Jahres in Kraft. Seither sind über 300 Verwarnungen ausgegeben worden und bereits 19 Reiter mussten bzw. müssen vier Wochen pausieren, unter anderem Abdullah Alsharbatly und jüngst Max Wachman.


 


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