Mit ihrem Dressurergebnis wurde Ann-Catrin Bierleins ACSI Daisy Dynamite Weltmeisterin der jungen Vielseitigkeitspferde 2026
Ann-Catrin Bierlein und ACSI Daisy Dynamite holen GOLD bei der WM junge Vielseitigkeitspferde
So sehen Weltmeisterinnen aus – Ann-Catrin Bierlein und Daisy Dynamite im Cross der WM von Lion d'Angers 2026.
Foto: FEI/Libby Law Photography Schon in der Dressur wussten Ann-Catrin Bierlein und die Westfälische Schimmelstute Daisy Dynamite v. Diacontinus zu begeistern. Mit einer korrekten, harmonischen Vorstellung sicherten sie sich auf Rang zwei eine gute Ausgangslage. Gestern drehten sie eine wunderbare Geländerunde im Cross, kamen dem bis dahin führenden Paar noch ein Stückchen näher und lagen vor dem heutigen Abschlussspringen auf Silberkurs.
Der Parcours zum Titel
Heute dann das Springen. Auch hier erwies sich die Zeit als einer der entscheidenden Faktoren, wenn man nicht ohnehin einen Springfehler hatte. Der wurde zum Beispiel Lara de Liedekerke-Meier mit Herakles zum Verhängnis. Die beiden lagen auf Bronzekurs nach dem Cross, mussten also vor Bierlein in den Parcours und kamen mit vier Strafpunkten wieder heraus. Damit hatten sie sich aus den Medaillenrängen befördert, wurden am Ende Neunte.
Dann Ann-Catrin Bierlein und Daisy Dynamite. Die U25-Vizeweltmeisterin mit der Mannschaft bewies Nerven aus Stahl und ihre Stute, dass sie nicht nur Qualität am Sprung hat, sondern auch am letzten Tag noch genügend Saft und Kraft, um fehlerfrei zu springen. Ein Hindernis nach dem anderen hakten sie ab, galoppierten fehlerfrei über die Ziellinie und schlossen damit das Turnier mit ihrem Dressurergebnis ab.
Jetzt konnten sie nur noch abwarten, was das letzte Paar machen würde, der Niederländer Patrick Verbakel mit seinem selbst gezogenen Passoa. Dieses Paar war die Überraschung des Turniers und bei vorherigen Gelegenheiten hatte Passoa sich als sicherer Springer erwiesen. Doch heute sammelten sie zwei Abwürfe und dazu 1,2 Zeitfehler. Aus dem möglichen Titel wurde Rang 16.
Damit stand fest: Ann-Catrin Bierlein und die von ihrem Großvater Rolf Wilcken gezogene ACSI Daisy Dynamite sind Weltmeisterinnen!
Familienpferd mit kurzer Zündschnur
Für Ann-Catrin Bierlein ist der Erfolg auch deshalb besonders, weil ACSI Daisy Dynamite ein richtiges Familienprojekt ist. Ann-Catrin berichtete gegenüber der FN: „Daisy Dynamite wurde von meinen Großeltern selbst gezogen. Ich war bei der Geburt dabei und habe sie von Anfang an selbst ausgebildet. Seit dem letzten Jahr hat sie sich noch einmal richtig gut weiterentwickelt. Überhaupt ist sie immer sehr arbeitswillig und kooperativ, gleichzeitig sensibel und manchmal mit einer etwas kurzen Zündschnur, aber dabei immer lieb und ein echtes Familienpferd.“ Kein Wunder also, das die beiden ein so eingespieltes Team sind. „Ich bin meinem Großvater sehr dankbar, dass er schon so früh die grandiose Idee hatte, mit Diacontinus zu züchten. Heute weiß man ja, dass es viele gute Pferde gibt.“
Eines davon ist die Hannoveraner Stute Diacondiva FRH aus der Zucht von Johannes Hilmer, mit der Bierlein ebenfalls in Lion d’Angers am Start war, sogar zweimal. „Mein Ziel war es, auch mit Daisy Dynamite hierherzukommen. Ich kenne ja das Turnier, es braucht hier einen bestimmten Typ Pferd, souverän und selbstbewusst. Ich habe bei ihr schon früh gesehen, dass es ein Pferd für die WM sein könnte, und hatte da offenbar den richtigen Riecher.“
Das kann man wohl sagen.
Medaillen in die Schweiz und nach Australien
Silber ging in die Schweiz, an Robin Godel und den französischen Contendro-Sohn Kosmic d’Elbe (Z.: Georges Dufossez, B.: Nicolas Caron), die sich trotz 0,4 Zeitfehlern von Rang fünf nach vorne schieben konnten (31,3). Über Bronze freute sich der Australier Kevin McNab mit seinem Iren Monbeg Kobe v. HHS Cornet (Z.: Miguel Bravo, B.: Valentine Tourres), die eines von vier Paaren waren die nach dem Gelände 31 Minuspunkte hatten. Mit nur 0,4 Zeitfehlern hatten sie das beste Abschlussspringen und konnten sich damit auf den Bronzeplatz schieben.
Die weiteren deutschen Ergebnisse
Zu besagten 31 Minuspunkte-Paaren gehörten auch Sven Lux und der Trakehner Hengst Berlioz v. Zauberdeyk aus der erfolgreichen Zucht von Monika Mittermeyer, Vertreter einer hoch erfolgreichen Familie und beheimatet im Haupt- und Landgestüt Marbach. Berlioz war gestern einer der schnellsten von allen im Cross. Heute gab es 2,4 Zeitfehler und dazu noch zwei Abwürfe. Damit beendeten sie die Weltmeisterschaft auf Rang 25.
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