Deutschlands Springreiter sind Weltmeister und das ganze Land freut sich mit ihnen

Goldregen in Aachen – Deutschlands Weg zum Weltmeister-Titel in Bildern

Springen
Wenn die Freude geteilt wird, ist sie ja bekanntlich am schönsten …
Foto: sportfotos-lafrentz.de Wenn die Freude geteilt wird, ist sie ja bekanntlich am schönsten … Foto: sportfotos-lafrentz.de
Was für ein Abend in Aachen! Die schönsten Bilder vom Finale der Weltmeisterschaften der Springreiter.

Ohne einen einzigen Hindernisfehler sind die deutschen Springreiter gestern Abend Weltmeister geworden. Der eine Abwurf von Richie Vogel und United Touch S im Zeitspringen spielte fürs Team keine Rolle, war allerdings teuer für die beiden in der Einzelwertung.


Marcus Ehning


Nach seiner dritten Nullrunde als „Pathfinder“ des Teams sagte Marcus Ehning: „Ich wusste, wenn ich vernünftig reite, kann er wieder null gehen.“ So ganz vernünftig ist er dann nicht geritten, wie er selbst einräumte. Aber dafür ist man da drin ja zu zweit. „Am Ende habe ich da noch einen Bock reingeschossen. Aber das schöne ist, er ist inzwischen so bei mir und so konzentriert, da kann man als Reiter auch mal einen Fehler machen und schafft’s trotzdem.“


Die WM in Aachen war Ehnings großer Traum. Und er wusste, Coolio ist bereit. „Der hat dieses Jahr eine Form, das ist unglaublich und deswegen habe ich auch ziemlich viel Druck bei Otto gemacht, dass ich hier unbedingt hin will, und das habe ich jetzt glaube ich auch gerechtfertigt.“


Einer, der immer sicher war, dass Coolio in Pferd ist, das weiß, wenn es am wichtigsten ist, ist sein Entdecker, Manfred Marschall. Die ganze Geschichte können Sie hier nachlesen.


Sophie Hinners


Ludger Beerbaum sagte beim Abgehen, das sei einer der schwierigsten Parcours, die er je gesehen hat. Die Ermüdung der Pferde würde eine Rolle spielen.


Ermüdung? Nicht bei Sophie Hinners‘ Singclair. „Iron Dames Singclair (sie vergisst nie, den Teamnamen ihres Wallachs mitzunennen) ist wieder fantastisch gesprungen – ich glaube sogar sagen, dass er noch einen Tick besser sprang als gestern. Ich bin vielleicht sogar ein bisschen zu sicher geritten und habe es ein bisschen zu sehr genossen, deswegen der eine Zeitfehler.“ Aber klar, sie ist vor allem stolz. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Das ist so eine Kulisse hier und so eine Atmosphäre, das ist etwas ganz Besonderes.“


Als sie in den Parcours getrabt ist, klopfte sie dem Wallach noch einmal mit beiden Händen auf den Hals, Motivation und Beruhigung zugleich. Was den Parcours angeht, sagte sie: „Ich hab gedacht, der Parcours ist natürlich schon eine größere Aufgabe als gestern, aber alles machbar. Und ich hatte vollstes Vertrauen.“


Vollstes Vertrauen in ein Pferd, dem anfangs niemand zugetraut hätte, dass es eines Tages über höchste Abmessungen springen würde. Wie Sophie und Singclair zusammengekommen sind und wie sein Leben vorher aussah – hier nachlesen.


Diese beiden haben es allen Zweiflern gezeigt: Marcus Ehning und Coolio. Foto: www.sportfotos-lafrentz.de Diese beiden haben es allen Zweiflern gezeigt: Marcus Ehning und Coolio. Foto: www.sportfotos-lafrentz.de
First things first – Belohnung für den besten Coolio! Foto: sportfotos-lafrentz.de First things first – Belohnung für den besten Coolio! Foto: sportfotos-lafrentz.de
In jedem Parcours absolut souverän: Sophie Hinners und Singclair. Foto: www.sportfotos-lafrentz.de In jedem Parcours absolut souverän: Sophie Hinners und Singclair. Foto: www.sportfotos-lafrentz.de
Geliefert wie bestellt – Sophie Hinners und Singclair. Foto: sportfotos-lafrentz.de Geliefert wie bestellt – Sophie Hinners und Singclair. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Team. Mannschaftstierarzt Jan-Hein Swagemakers, Sophie Hinners und Pflegerin Valentine Hssein mit Superstar Singclair. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Houou Tomita Team. Mannschaftstierarzt Jan-Hein Swagemakers, Sophie Hinners und Pflegerin Valentine Hssein mit Superstar Singclair. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Houou Tomita
Als drittes Paar hatten Daniel Deußer und Otello es in der Hand, dem deutschen Team vorzeitig den Titel zu sichern. Foto: sportfotos-lafrentz.de Als drittes Paar hatten Daniel Deußer und Otello es in der Hand, dem deutschen Team vorzeitig den Titel zu sichern. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Meanwhile in der Kiss & Cry – noch vier Sprünge, dann wartet der Titel. Team Germany zittert mit Daniel Deußer mit. Foto: sportfotos-lafrentz.de Meanwhile in der Kiss & Cry – noch vier Sprünge, dann wartet der Titel. Team Germany zittert mit Daniel Deußer mit. Foto: sportfotos-lafrentz.de
… Dann der fehlerfreie Sprung ins Ziel und einfach nur noch pure Freude. Foto: sportfotos-lafrentz.de … Dann der fehlerfreie Sprung ins Ziel und einfach nur noch pure Freude. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Wenn die Freude geteilt wird, ist sie ja bekanntlich am schönsten … Foto: sportfotos-lafrentz.de Und wenn die Freude geteilt wird, ist sie ja bekanntlich am schönsten … Foto: sportfotos-lafrentz.de
Der Moment, wenn du realisierst, dass du null wahrst und dein Team zum WM-Titel geritten hast … Foto: sportfotos-lafrentz.de Der Moment, wenn du realisierst, dass du null wahrst und dein Team zum WM-Titel geritten hast … Foto: sportfotos-lafrentz.de
Und auch U.T., der Außerirdische, hat wieder geliefert. Dass sein Jockey ihn zu langsam durch den Parcours gesteuert hat, konnte er ja nicht wissen. Foto: sportfotos-lafrentz.de Und auch U.T., der Außerirdische, hat wieder geliefert. Dass sein Jockey ihn zu langsam durch den Parcours gesteuert hat, konnte er ja nicht wissen. Foto: sportfotos-lafrentz.de
"Ich glaube, es gab noch nie ein glücklicheres Streichergebnis, als ich es heute war", sagte Richard Vogel. Foto: sportfotos-lafrentz.de "Ich glaube, es gab noch nie ein glücklicheres Streichergebnis, als ich es heute war", sagte Richard Vogel. Foto: sportfotos-lafrentz.de
United Touch ist stolz auf sich selbst, seine Felicia stolz auf ihn. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Houou Tomita United Touch ist stolz auf sich selbst, seine Felicia stolz auf ihn. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Houou Tomita
No words needed. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Houou Tomita No words needed. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Houou Tomita
Küsschen für Singclair. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Houou Tomita Küsschen für Singclair. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Houou Tomita
Sophie Hinners und Otto Becker sportfotos-lafrentz.de/Houou Tomita Sophie Hinners und Otto Becker sportfotos-lafrentz.de/Houou Tomita
Nicola Philippaerts und Katanga van het Dingeshof waren das erste Paar für Belgien – zwei Abwürfe, völlig untypisch. Foto: sportfotos-lafrentz.de Nicola Philippaerts und Katanga van het Dingeshof waren das erste Paar für Belgien – zwei Abwürfe, völlig untypisch. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Gut, aber mit einem Abwurf nicht gut genug: Pieter Devos und seine selbstgezogene Casual DV Z. Foto: sportfotos-lafrentz.de Gut, aber mit einem Abwurf nicht gut genug: Pieter Devos und seine selbstgezogene Casual DV Z. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Thibeau Spits und der unglaubliche Impress-K van't Kattenheye brachten Belgien mit ihrer Nullrunde zurück ins Spiel. Foto: sportfotos-lafrentz.de Thibeau Spits und der unglaubliche Impress-K van't Kattenheye brachten Belgien mit ihrer Nullrunde zurück ins Spiel. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Große Enttäuschung bei den Schweizern. Die acht Strafpunkte von Gaetan Joliat und Chelsea Z waren letztlich das Streichergebnis. Foto: sportfotos-lafrentz.de Große Enttäuschung bei den Schweizern. Die acht Strafpunkte von Gaetan Joliat und Chelsea Z waren letztlich das Streichergebnis. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Da kann es Katzen und Hunde regnen, so eine WM Ehrenrunde will genossen werden, innerhalb und außerhalb des Stadions. Foto: sportfotos-lafrentz.de Da kann es Katzen und Hunde regnen, so eine WM Ehrenrunde will genossen werden, innerhalb und außerhalb des Stadions. Foto: sportfotos-lafrentz.de
"Nach 20 Jahren habe ich die Scharte ausgewetzt." Niemandem hat man diese Nullrunden mehr gegönnt als Marcus Ehning. Foto: sportfotos-lafrentz.de "Nach 20 Jahren habe ich die Scharte ausgewetzt." Niemandem hat man diese Nullrunden mehr gegönnt als Marcus Ehning. Foto: sportfotos-lafrentz.de

Daniel Deußer


Deutschland war schon Weltmeister, da war Richie Vogel als vierter Mann noch nicht geritten. Daniel Deußer und Otello sei Dank. Einmal klapperte es, am DHL Steilsprung. Aber schließlich hatten sie 14 Hindernisse ohne Abwurf hinter sich gebracht. Nicht nur aus Daniel Deußer brach pure Freude heraus. Otello machte einen saftigen Galoppsprung und kickte einmal energisch aus. Man hätte beinahe auf die Idee kommen können, auch er wollte  im Triumph in die Luft boxen. Weltmeister! Schon beim Weltcup-Finale hatte der Hengst alle überrascht, als er sich alleine Kent Farringtons Greya geschlagen geben musste.


Mit der Runde hat Daniel Deußer sich auch in der Einzelwertung in die Pole Position geschoben. Aber daran wollte er gestern Abend noch nicht denken. „Darüber will ich noch nicht so viel sagen. Das ist in zwei Tagen, die Pferde haben viel gesprungen bis jetzt und wir müssen erstmal sehen, was morgen ist, wie sich die Pferde anfühlen, und dann sehen wir, was noch passiert. Das werden auch nochmal zwei schwere Runden und Otello hat schon viel gegeben hier über die letzten Tage. Aber wir haben noch eine Chance für Sonntag.“


In Bezug auf den Teamgeist im deutschen Team sagte er: „Wir sind dieses Jahr in Deutschland in der Situation, dass wir nicht nur vier Championatsreiter gehabt hätten, und sicherlich war nicht jeder ganz glücklich mit der Nominierung. Wir sind alle Kollegen jede Woche und auch ein bisschen Familie, weil wir jede Woche zusammen sind. Von daher war es nicht einfach, auch für Otto, den ein oder anderen zuhause zu lassen. Trotzdem muss ich sagen, auch mit unserem Ersatzreiter Christian Kukuk, der hat uns super geholfen. Aber am Ende sind es nur vier, die geritten sind. Ich kann verstehen, dass es für ihn nicht ganz einfach war, gerade mit der Form, wie er sie präsentiert hat in den letzten Wochen. Trotzdem muss ich sagen haben wir zu fünft, auch bei der Eröffnungsfeier oder am ersten Tag hier, alle sehr gut zusammengehalten. Und auch die vier, die dann hier geritten sind, haben zusammengehalten über die ganzen Tage und kühlen Kopf bewahrt und darum haben wir auch dieses Resultat erritten.“


Ein ausführliches Portrait von Otello finden Sie hier.


Richard Vogel


Kein Spring- nur zwei Zeitfehler standen auf der Anzeigentafel, als Richard Vogel und United Touch S als letztes Paar der Prüfung ins Ziel kamen. Damit waren die beiden das Streichergebnis der Mannschaft – „ich glaube, es gab nie ein glücklicheres Streichergebnis, als ich es heute war“, strahlte Vogel in sämtliche Mikrofone.


Übrigens haben wir auch die Geschichte von United Touch aufbereitet. Wer es noch nicht gesehen hat, hier geht’s zum Artikel.


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