Deutsche Jugendmeisterschaften 2026 in Zeiskam: Die Sieger in Springen und Dressur
Vom Sonntagscoup bis zur Kür-Aufholjagd: Die Deutschen Jugendmeister aus Zeiskam
Silber in ihrem ersten Junioren-Jahr mit dem erfahrenen DSP First Class und Gold bei den Ponys nach Aufholjagd: Leni-Sophie Gosmann.
Foto: Mirka Nilkens Dressur
Junioren: Kohoutek nach EM- auch mit DM-Titel
In der Dressur der Junioren setzte sich Doppeleuropameisterin Clara Kohoutek über alle drei Wertungsprüfungen gegen die Konkurrenz durch und kam auf eine Gesamtwertung von 230,47 Punkten – der klare Sieg. Diesmal stellte sie allerdings nicht ihr EM-Pferd Dark Dancer vor, sondern ihre zehnjährige Hannoveraner Stute Belinda FRH, die Reservistin für die EM war.
Silber ging in ihrem ersten Junioren-Jahr an Pony-Europameisterin Leni-Sophie Gosmann mit DSP First Class (222,26), jenem Pferd, das schon Lia Welschof zu U21-EM-Gold und danach Viktoria von Braunmühl ebenfalls zum EM-Titel mit dem Team, allerdings bei den Junioren, getragen hatte.
Bronze holte Eve Catherine Bartels – allerdings nicht mit ihrem verhinderten EM-Partner Villeneuve (der war nicht am Start), sondern mit dem neunjährigen Rheinländer Hengst Ibiza Dream (221,31). Der Asgard’s Ibiza-Sohn aus der Zucht von Axel Windeler war vierjährig Zweiter beim Bundeschampionat mit Sina Aringer. Zuletzt wurde er von Beatrice Hoffrogge auf S-Niveau präsentiert, ehe Bartels ihn übernahm. Dies ist ihre erste Turniersaison und mit einem vierten und zwei dritten Plätzen in den Wertungsprüfungen von Zeiskam zeigten sie eine ausgeglichen starke Leistung.
Junge Reiter: Schmitz-Heinen setzt sich durch
Dreifache Europameisterin der Junioren 2025, Europameisterin 2026 und nun auch Deutsche Meisterin: Julie Sofie Schmitz-Heinen mit Attractive. Der Weg zum Titel war allerdings kein Durchmarsch. Zwar waren die beiden bestes Paar in der ersten Wertung, doch in der Einzelaufgabe blieben sie sogar unter 70 Prozent und wurden nur Siebte. Dafür konnten sie in der Kür wieder punkten. 77,33 Prozent bedeuteten einen großen Vorsprung und damit am Ende doch den Titel.
Josephine Ruppert und DSP Bella Donna, die Mannschaftseuropameister von 2023, holten Silber (216,07). Ein Paar, das wohl keiner so richtig auf der Rechnung hatte, waren Fabian Klatt und First Secco K. Zwar war Fabian, dem im November 2025 das Goldene Reitabzeichen verliehen wurde, schon dreimal bei „den Deutschen“ am Start, aber diesmal wurde es die Bronzemedaille (214,91) – nur gut einen Punkt hinter Ruppert.
Bundesnachwuchschampionat: Hansmeyer vorn
Im Bundesnachwuchschampionat mit Pferdewechsel setzte sich in Abwesenheit ihrer Teamkolleginnen Schuchmann und Hohl U14-Mannschaftseuropameisterin Antonia Hansmeyer mit Gentle van Wittenstein V durch (165,29).
Silber ging an das EM-Reservepaar Anna Schmieder mit Freispiel (164,52), gefolgt vom Hahn im EM.Korb, Jasper Rasche mit Limoncelli 2 (162,53).
Ponys: Gosmann kämpft sich in der Kür an die Spitze
Eine Aufholjagd gab es bei den Ponys. Lilly Kasselmann führte mit Nasdaq FH nach den ersten beiden Wertungsprüfungen mit 76,590 und 77,073 Prozent das Feld klar an. Doch in der abschließenden Kür erwischte sie keinen so guten Tag, war mit 73,575 Prozent „nur“ Achte und verlor so die Goldmedaille. Aber ihr blieb Silber.
Ganz anders lief es bei Leni-Sophie Gosmann mit ihrem Diamantini EA WE in ihrer letzten Pony DJM. Iin den ersten beiden Prüfungen lag sie auf Rang hinter EM-Teamkollegin Lilly (76,256 und 75,780 Prozent). Und dann kam die Kür – die gewannen sie mit satten 79,900 Prozent. Das reichte locker für den Titel. Endstand: 231,936 zu 227,238 Punkte.
Bronze ging an die dritte im EM-Bunde, Lilli von Helldorff mit Nabucco HW mit 223,279 Zählern insgesamt.
Springen

Junge Reiter: der Mega-Medaillen-Mathies
Angereist ist er als U21 Europameister und Deutscher Meister in der Vielseitigkeit, abgereist ist er nun auch als U21 Deutscher Meister der Springreiter: Kai Rüders Sohn Mathies Rüder mit der Casall-Tochter Carlesta. Die beiden gewannen das Auftaktzeitspringen und leisteten sich nicht einen Abwurf während des gesamten Championats. Damit war ihnen der Titel nicht zu nehmen.
Mikka Roth und Fresno S.H (v. Emerald) behielten ihre weiße Weste. Aber die beiden waren im Eröffnungs-Zeitspringen „nur“ Vierte und lagen mit 1,43 Punkten zurück hinter Null-Fehler-Mathies zurück. Kleiner Trost: Immerhin gewannen sie die letzte Wertung, das 1,50-m-Springen am Sonntag, noch vor Rüder. Es wurde trotzdem Silber für Roth und Fresno S.H.
Bronze ging mit 7,87 Strafpunkten an Mafalda Schröder auf Carracio (v. Calido I)
Children: Knappe Entscheidung zugunsten der schnellen Hollenbach
Mary-Ann Hollenbach und Falitha Sheila (v. Zambesi) machten genau das, was schon bei Rüder zum Erfolg geführt hatte: Zeitspringen gewinnen, danach null bleiben. Pech für EM-Mannschaftsbronzegewinnerin Joelle Sprehe mit Con Gold (v. Stakkato Gold) auf Platz zwei und Angelina Zweig mit Lillit (v. Lordanos) auf Bronze, die die DJM nämlich ebenfalls mit ihrem Ergebnis aus dem Zeitspringen beendeten.
Grund zu feiern dürfte es im Hause Sprehe nach diesem Wochenende trotzdem geben, lieferte Joelles Mutter Jörne doch gestern die entscheidende Nullrunde für den deutschen Nationenpreissieg in Spruce Meadows.
Ponys: Beerbaum als einzige ganz ohne Fehler
Bei den Ponys hieß die Meisterin Brianne Beerbaum. Mit Iron Star Alias blieb sie als einzige Reiterin des Starterfelds in allen vier Wertungsprüfungen fehlerfrei – eine Bilanz, die ihr den Titel bereits vor dem letzten Umlauf sicherte. Silber ging an Frieda Louise Riedel mit Leo, Bronze an Janne Neumann mit Hégérie de Lanlore (v. Toulon).
Junioren: Merschformann Meister, Beerbaum mit zweiter Medaille
Mannschaftseuropameister Malte Merschformann gewann mit Blue Water (v. Balou du Rouet) den Meistertitel der Junioren dank drei Nullrunden und Platz zwei im Zeitspringen.
Markus und Meredith Michaels-Beerbaums Tochter Brianne, die bei den Ponys bereits Gold geholt hatte und bei der EM mit Kiss Me die entscheidende Runde zum deutschen Titel beigetragen hatte, sicherte sich mit ihrem Holsteiner Zenzero (v. Zuccero), auch bei den Junioren eine Medaille. Mit zwei Nullrunden arbeiteten die beiden sich von Platz neun nach dem Zeitspringen auf die Silberposition vor.
Bronze ging an Anabell Plock, Tochter des Springreiters Frank Plock, mit Joana (v. Casall), ebenfalls ohne Fehler.
Alle Ergebnisse der DJM finden Sie hier.