Deutschland gewinnt Nationenpreise der Pony-Dressurreiter und Children bei den Future Champions, gemischte Bilanz im Parcours
Future Champions: Deutschland dominiert Dressur, Italienische Überraschung im Parcours
Feiner Nasdaq! Lilly Kasselmann gehörte heute bei den Future Champions zu zwei siegreichen Nationenpreis-Teams. Foto: Mirka Nilkens Dressur
Die deutschen Nachwuchsdressurreiter haben bei den Future Champions ein Siegesabo. Heute machten die Pony-Dressurreiter und Children es den Junioren und Jungen Reitern von gestern nach und sicherten sich ihren jeweiligen Nationenpreis.
Dabei machten die Ponys heute den Anfang. Caroline Roosts Quartett setzte sich mit 146,828 Punkten souverän gegen einmal mehr Dänemark (144,886 Punkten) und die Niederlande (139,829 Punkte) durch. Die übrigen Plätze machten Belgien, Österreich und Frankreich unter sich aus.
In der Einzelwertung war es allerdings ein dänisches Paar, das alle hinter sich ließ: Filippa Jæger Jensen mit Sir Sansibar. Die Richter bewerteten ihre Vorstellung mit 73,543 Prozent. Filippa ist die Tochter der bekannten Jungpferdereiterin Bettina Jæger Jensen, die früher für Helgstrand Dressage geritten hat und Pferde wie Sezuan und Franklin unter dem Sattel hatte.
Hinter Filippa belegten die deutschen Reiterinnen die Plätze zwei bis vier, angeführt vom rheinischen Erfolgsduo Leni-Sophie Gosmann mit Diamantini EA WE (73,514 Prozent). Über Rang drei konnte sich Lilly Kasselmann mit Nasdaq FH freuen (73,314 Prozent). Dritte wurde Lilli von Helldorff auf Nabucco HW (73,228 Prozent).
Children
Deutlich fiel auch der Sieg der deutschen Children, also der U14-Jährigen auf Großpferden aus. Hier waren fünf Teams am Start und die drei deutschen Reiterinnen belegten die Plätze zwei, drei und sechs in der Einzelwertung. In Summe brachten sie es damit auf 157,225 Prozent und ließen damit Belgien (148,475) und die Niederlande (145,9) hinter sich.
Im deutschen Team ritten noch einmal Lilly Kasselmann, die auf ihrem Vodka Soda mit 78,675 Prozent den Löwenanteil am Erfolg hatte (86,750 Prozent Reiternote, 70,60 Prozent technische Bewertung), ferner Antonia Hausmeyer auf Gentle van Wittenstein V (78,550, 85,5/71,60) und Linda Schuchmann im Sattel von Figo de Halliers (72,325, 78,250/66,6).
Das beste Einzelergebnis in allen Bereichen erzielte die Belgierin Emilija Rucinskaite auf Nice Guy STW mit 79,60 Prozent (87,0/72,2).
U18 Nationenpreis-Thriller im Parcours
Nicht nur in La Baule wurde es heute spannend im Parcours im U18-Nationenpreis, dem CSIOJ FEI Jumping Nations Cup Youth der Junioren. Hier waren ganze 13 Nationen am Start. Runde eins brachte eine ganze Reihe Nullrunden, so dass mit Großbritannien, den Niederlanden, Deutschland und Finnland gleich vier Mannschaften mit jeweils drei fehlerfreien Runden in Führung lagen. Ergo: Hier war noch alles möglich.
In Runde zwei wurde gesiebt. Der Parcourschef hatte die Anforderungen deutlich raufgeschraubt und die Fehler ließen nicht lange auf sich warten. Am Ende gab es nur zwei Paare, die zweimal fehlerfrei blieben, und das eine gehörte zur siegreichen Mannschaft.
Am Ende war es die italienische Equipe um Piero Coata mit Ginevra Maria Pellicari und Lexicograaf, Giovanni Votino auf Unbreakable van Overis Z, Gabriel Zagni Minucci mit Orbit sowie Lavinia Lo Bosco auf Oberon van den Berg, die vielleicht im Vorfeld nicht zu den Favoriten gezählt hatte, aber sich mit nur acht Strafpunkten verdient den Sieg schnappte. Held des Tages für Italien war Gabriel Zagni Minucci, der zweimal ohne Abwurf blieb.
An zweiter Stelle reihten sich mit zwölf Fehlern die Niederlande ein. Deutschland hatte zwar auch zwölf Strafpunkte auf dem Konto, aber die langsamere Zeit – Platz drei.
Das Team um Eberhard Seemann setzte sich zusammen aus dem Derby-Sieger Sohn Lennard Tillmann mit Veltiner (0/4), Helena Stormanns‘ Sohn Tony im Sattel von RMF Cinnamo (0/4), Hannah Blandfort auf Tara Levista (4/4) und Victoria Schumacher mit Noah de Kalvarie (0/4). Eigentlich also eine durchaus gute Bilanz, wie auch Equipechef Seemann fand.
„Grundsätzlich haben wir derzeit eine sehr gute Saison bei den Junioren, weil wir in Deutschland viele starke Nachwuchsreiter haben. Hier in Hagen ging es für uns auch um die letzte Sichtung vor den Europameisterschaften. Deshalb habe ich bewusst einigen Reitern noch einmal die Chance gegeben, sich für eine Nominierung zu empfehlen. Mit dem dritten Platz bin ich deshalb grundsätzlich zufrieden, auch wenn vielleicht sogar noch etwas mehr möglich gewesen wäre.“
Im zweiten, schwierigeren Umlauf hätten seine Reiter „solide Leistungen gezeigt, auch wenn die Fehler durchaus vermeidbar gewesen wären“. Er erklärte: „In einem Nationenpreis kommt aber immer eine besondere Nervosität hinzu, die die Aufgabe zusätzlich erschwert. Insgesamt haben sich die Reiter gut geschlagen.“
Mit dem Ergebnis von Hagen a.T.W. verteidigt Deutschland zudem die Spitzenposition im FEI Jumping Nations Cup™ Youth Ranking. Nach neun von neun Stationen liegt die deutsche Nachwuchsmannschaft an der Spitze der Gesamtwertung der Junioren.
Junge Reiter
Bei den Jungen Reitern verlief es im Nationenpreis nicht ganz so zufriedenstellend. Am Ende läpperten sich 28 Fehler zusammen, was immerhin noch Platz vier unter den acht Teams war.
Peter Teeuwen hatte folgendes Quartett ins Rennen geschickt: Max Paschertz auf Foodfox‘ Cathilde H (6/12), Emma Bachl und Condolcessa (0/8), Mathies Rüder auf Carlesta (4/4) und Tomma Thiesen im Sattel von Django Riff (4/8).
Allerdings muss man sagen, dass auch die siegreiche belgische Mannschaft 15 Fehler hatte und Italien mit 21 Strafpunkten Platz zwei vor Irland mit 27 Punkten belegte.
Die siegreichen Belgier waren Louise Ameeuw auf Kaliber (6/0), Jef Peeters mit Olina van’t Ruytershof (0/0), Paris Vandousselaere auf Chacco’s Girl (5/4) und Mathieu Guery, der Sohn von Olympiareiter Jérôme Guery, im Sattel von Horizon, der mit neun und 35 Fehlern in beiden Runden das Streichergebnis bildete.
Alle Ergebnisse aus Hagen von den Future Champions finden Sie hier.