Junioren und Junge Reiter sichern sich Dressur-Nationenpreise der Future Champions in Hagen

Zum Future Champions-Auftakt zwei Nationenpreissiege für Deutschland

Dressur
Julie-Sofie Schmitz-Heinen mit Attractive. Foto: Rüchel Julie-Sofie Schmitz-Heinen mit Attractive. Foto: Rüchel
In Hagen haben heute die Future Champions begonnen mit Nationenpreisen in Dressur und Springen. Der Anfang war schon mal viel versprechend aus deutscher Sicht.

Die Future Champions in Hagen sind für den Nachwuchs in etwa das, was der CHIO Aachen für die „Großen“ ist: Die letzte Chance, sich bei den Teamselektoren ins rechte Licht zu rücken, um für das anstehende Championat nominiert zu werden. Das sind bei den Nachwuchsreitern alljährlich die Europameisterschaften in den unterschiedlichen Altersklassen. Der Preis der Besten ist die erste, die Future Champions sind die zweite Sichtung. Dementsprechend wichtig ist es, hier abzuliefern. Das haben die Junioren und Jungen Reiter im Dressursattel heute getan.


Junge Reiter


Die Rivalität zwischen den deutschen und den dänischen Nachwuchsdressurreitern hat schon eine gewisse Tradition. Am Ende konnte sich die deutsche Mannschaft mit 141,912 Prozent hauchdünn gegen die dänischen Gäste mit 141,411 Prozent durchsetzen. Platz drei ging mit 135,265 Prozent in die Niederlande.


Bestes Paar der deutschen Mannschaft sowie der Prüfung insgesamt waren die beiden dreifachen Junioren-Europameister des Vorjahres, Julie Sofie Schmitz-Heinen mit Attractive. Mit 71,294 Prozent demonstrierten die beiden, dass sie den Sprung vom U18- ins U21-Lager und damit von M** auf S-Niveau problemlos gemeistert haben. Attractive stammt übrigens aus der Zucht von Stephan Borgmann und fand einst über dessen Hofauktion seinen Weg zur Familie Schmitz-Heinen.


Teamkollegin Nele Klaus und Bonfire aus Berlin-Brandenburg erzielten ebenfalls über 70 Prozent, 70,618 Zähler bedeuteten Rang drei in der Gesamtwertung. Komplettiert wurde das Team von Marie Sohler mit Askehavens Beau Sancy, die mit 68,883 Prozent aus dem Viereck kamen.


Zwischen die beiden deutschen Reiterinnen schob sich in der Einzelwertung die Dänin Michella Skovsager mit der von Cathrine Laudrup-Dufour ausgebildeten Zimillione PT2 mit 70,823 Prozent.


An der Seite von Michella und Zimillionen waren Theresa Rosenkilde, die mit Blue Hors Zwobber allerdings ausschied, und Sophia Boje Obel Jørgensen im Sattel von Atterupgaards Delahaye (70,588).


Die Niederlande wurden vertreten durch Tessa van Hemet auf Sir Brightling (62,823), Esmee Brokers mit Rockstar (69,50) und Yasmin Westerink auf dem früheren NRW-Siegerhengst der Station Holkenbrink, Fashion In Black (65,765).


Junioren


Ganz eindeutig war die Entscheidung bei den Junioren, wo das deutsche Team nicht nur den Nationenpreis gewann, sondern dazu auch noch die ersten drei Plätze in der Einzelwertung belegte. Allen voran Clara Kohoutek mit Dark Dancer, die mit 74,212 Prozent allen davon trabten.


Dahinter reihten sich Eve Catherine Bartels mit Villeneuve (73,257 Prozent) und Ava Osing mit dem einstigen Kaderpferd von Matthias Alexander Rath ein, Destacado (71,136 Prozent).


Dementsprechend deutlich war hier die Führung mit 147,469 Prozent vor erneut Dänemark mit 140,182 Prozent und den Niederlanden mit 136,485 Prozent.


Das dänische Team bestand aus Victoria Bang Zindorff im Sattel von Pilegaardens Secret Dream (69,061), Sofia Rosenkilde im Sattel von Tiger G (70,364) und Laura Qvist auf Hafsjold Ranger (69,818).


Für die Niederlande ritten Sophie Evers auf Edmar D (66,970), Sissi Gijsen im Sattel von Lotus Elan (63,879) und Renke Boekhoud mit Lord Lexington (69,515).


Bundestrainer mit neuen Hausaufgaben


Für Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen sind die Future Champions weit mehr als ein weiteres internationales Turnier. „Auf der Anlage der Familie Kasselmann werden wir immer wieder inspiriert und gleichzeitig überprüft, wo wir aktuell stehen. Diese Standortbestimmung ist für uns enorm wichtig, weil wir hier wichtige Erkenntnisse für die Nominierung zu den Europameisterschaften gewinnen.“


Und diese Erkenntnisse sehen so aus: „Die Paare haben sich heute wirklich sehr gut präsentiert. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass die anderen Nationen immer näher herankommen. Das ist gut und wichtig, denn dadurch wissen wir genau, woran wir in den kommenden Wochen noch arbeiten müssen.“


Und zwar an den Feinheiten. Meyer zu Strohen ist überzeugt: „Das Grundsätzliche stimmt, die Pferde und Reiter sind auf dem richtigen Weg. Aber auf diesem Niveau entscheiden oft Nuancen. Die halben Paraden müssen noch präziser werden, die Linienführung exakter, die Lektionen noch ausdrucksvoller. Diese Präzision macht am Ende den Unterschied und genau daran werden wir bis zu den Europameisterschaften weiterarbeiten.“


Weitere Ergebnisse aus der I-Tour


Der Blick des Bundestrainers und seiner für die Teambesetzung verantwortlichen Kollegen geht nicht nur hin zu den Teilnehmern an den Nationenpreisen. Weitere potenzielle EM-Kandidaten können sich jeweils in den I-Touren beweisen.


So konnten sich bei den Jungen Reitern heute u.a. Kenya Schwierking auf Imani und Lana-Pinou Baumgürtel im Sattel von Escalla in Szene setzen. Mit nur wenigen Punkten Abstand (70,765 zu 70,676 Prozent) belegten sie Plätze eins und zwei.


Bei den Junioren war kein Vorbeikommen an der Dänin Isabella Struntze Torp im Sattel Vestervangs Garson, die 71,636 Prozent erhielten. Über die Plätze zwei (71,091) und drei (70,879) konnten sich Hannah Schmitz auf Moosbend’s Rockadera und Greta Louise Wagner auf Vanessa H freuen.


Bei den Children hatte ein deutsches Trio die Nase vorn: Larissa Bröckchen auf Little Fame mit 77,090 Prozent (82,750 für Sitz, Einwirkung, Präzision und Gesamteindruck, 71,429 Prozent für die technische Ausführung der Aufgabe), Cecilie Marie Hohl auf Saluna W OLD mit 75,768 Prozent (84,750/66,786) sowie Anna Schmieder im Sattel von Freispiel mit 73,965 Prozent (77,150/70,179).


Alle Ergebnisse von den Future Champions finden Sie hier.


Ähnliche Beiträge

Moody und Van der Putten – alle Zeichen auf Rotterdamer Dressurviereck stehen auf WM
Moody und Van der Putten – alle Zeichen auf Rotterdamer Dressurviereck stehen auf WM Zum Artikel
Niederländische WM-Hoffnung schlägt Weltcup-Sieger in Rotterdam
Niederländische WM-Hoffnung schlägt Weltcup-Sieger in Rotterdam Zum Artikel
Ingrid Klimke und Vayron: Kein Start bei der Weltmeisterschaft Dressur 2026
Ingrid Klimke und Vayron: Kein Start bei der Weltmeisterschaft Dressur 2026 Zum Artikel
WP Wehrmann Publishing