Grand Prix von Rotterdam an Marieke van der Putten und Zantana RS2 OLD
Niederländische WM-Hoffnung schlägt Weltcup-Sieger in Rotterdam
Marieke Van der Putten und Zantana RS2.
Foto: CHIO Rotterdam/Jessica Pijlman Okay, es war auf heimischem Boden. Aber der Sieg, den Marieke van der Putten und Zantana RS2 OLD gegen die britischen Weltcup-Sieger Becky Moody und Jagerbomb im Grand Prix von Rotterdam erzielen konnten, war deutlich. Mit 77,957 Prozent setzte sich das niederländische Duo gegen die Britin durch. Alle fünf Richter sahen Van der Putten und Zantana an der Spitze – und vier davon werden auch in Aachen am Tisch sitzen: Ulrike Nivelle als Ground Jury President, Kurt Christensen, Maria Colliander und Clive Halsall. Nummer fünf war der Niederländer Maarten van Heijden, der in Aachen als Reservist vor Ort ist, sollte einer seiner Kollegen unpässlich sein etc. Es war also ein wichtiger Sieg für van der Putten und ihre zwölfjährige Oldenburger Zonik-Tochter aus der Zucht des Gestüts Lewitz, die mit ihrer unglaublichen Mechanik punktet, der man aber häufig mehr Geschmeidigkeit und Losgelassenheit wünschen würde – was aber besser geworden ist.
Für die beiden war das heutige Ergebnis ein Personal Best und Van der Putten war begeistert: „Sie ist ein super Pferd und sie hat mir ein super Gefühl während unserer Prüfung gegeben. Sie wird von Turnier zu Turnier besser.“
Tritt in den Allerwertesten bei Moody
Becky Moodys selbstgezogener zwölfjähriger Jagerbomb geht in Rotterdam das erste Turnier seit dem Weltcup-Finale in Texas Anfang April, wo das Paar souverän den Titel holte. Der Dante Weltino-Sohn wirkte recht frisch und motiviert, ließ sich nur in den Piaffen etwas bitten, zeigte sich aber wie stets in mustergültiger Anlehnung. Moody war trotzdem nicht ganz zufrieden: „Ich hatte nicht den besten Ritt. Ich habe ein paar blöde Fehler gemacht und Jagerbomb war nicht so aufmerksam wie ich es mir gewünscht hätte.“
Wobei es schon einen Moment gab, mit dem sie sehr glücklich war: „Wenn er in der Prüfung so piaffiert hätte, wie in dem Moment, als das Publikum während der Platzierung zu klatschen begann, wären es bedeutend besser gewesen.“ Unter dem Strich kamen die beiden auf 75,282 Prozent, Platz zwei.
Moody freut sich schon auf die Kür. „Ich habe gehört, dass es ein ausverkauftes Haus gibt. Es ist ein fantastisches Stadion und mit voll besetzten Tribünen wird die Atmosphäre elektrisch aufgeladen sein. Das wird Jagerbomb sehr zugute kommen. Vor allem sehe ich es als Tritt in den Allerwertesten, es am Samstag besser zu machen.“
Newcomer auf Rang drei
Zwei der fünf Richter sahen allerdings den niederländischen Newcomer an zweiter Stelle, den neun Jahre jungen Mauro Turfhorst – übrigens wie auch Zantana ein Zonik-Sohn – mit seiner Ausbilderin, der WM-Dritten Dinja van Liere. Letztes Jahr waren die beiden beim CHIO Aachen noch in der kleinen Tour siegreich. Schon damals sagte Van Liere, der Hengst sei das geborene Grand Prix-Pferd. Dies ist seine erste Saison auf S***-Niveau und Rotterdam war sein bislang größter Aufritt nachdem sie bei den Niederländischen Meisterschaften 14 Tage zuvor bereits Silber gewonnen hatten – hinter Marieke Van der Putten und Zantana. Nun sind sie auf dem besten Weg, in wenigen Wochen nicht nur ihren ersten Grand Prix in Aachen zu zeigen, sondern das auch noch bei ihrem ersten Championat.
Der Hengst demonstrierte sein Potenzial in den versammelten Lektionen, fußte in den Piaffe-Passage-Touren aber hinten noch nicht immer gleichmäßig und in den Trabverstärkungen könnte er noch etwas besser herangeschlossen sein. Ein kleiner Schnitzer unterlief den beiden beim Angaloppieren aus der Passage. Aber ansonsten lieferten sie eine sehr korrekte und positive Prüfung mit ansprechendem Seitenbild. Ergebnis: 75 Prozent.
Dinja van Liere erklärte: „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Pferd und meiner Prüfung. Wir hatten einen kleinen Fehler beim Übergang in den Galopp, aber das war hauptsächlich mein Fehler. Ob ich Erwartungen an den Tag heute hatte? Vor der Prüfung habe ich zu meiner Pflegerin gesagt, mit 73 Prozent wäre ich happy und sehr happy mit 75 Prozent. Von daher bin ich sehr happy.“
Insgesamt sind 23 Paare im Grand Prix von Rotterdam am Start, allerdings keines aus Deutschland.
Alle Ergebnisse finden Sie hier.