Deutsches Spring-Derby 2026: Frederic Tillman siegt vor Simon Heineke und André Thieme
Frederic Tillmann gewinnt Deutsches Spring-Derby 13 Jahre nach Sieg seines Bruders
Frederic Tillmann und DSP Comanche haben im fünften Anlauf das Deutsche Spring-Derby in Hamburg gewonnen. Foto: sportfotos-lafrentz.de Frederic Tillmann hat das Deutsche Spring- Derby 2026 gewonnen. 13 Jahre nach dem Sieg seines Bruders Gilbert mit Hello Max im Jahr 2013 bezwang der Rheinländer mit DSP Comanche VL im Stechen Lokalmatador Simon Heineke. Heineke hatte mit dem 18-jährigen Holsteiner Cordillo das älteste Pferd im Starterfeld gesattelt. Unter Nisse Lüneburg hatte der Corrido-Sohn 2019 das Spring-Derby gewonnen.
Nullfehlerritt Nummer 166
Die Basis für seinen Sieg und die Siegprämie von 30.000 Euro hatte Frederic Tillmann mit dem 166. Nullfehlerritt in der Geschichte des Deutschen Spring-Derbys in Hamburg gelegt. 2024 waren Tillmann und der damals zehnjährige Cellestial-Sohn Zweiter, im vergangenen Jahr landeten sie auf Platz vier.
Simon Heineke ermöglicht ein Stechen
Bis zum letzten Reiter hatte es danach ausgesehen, als würde Tillmanns fehlerfreie Runde zum Sieg reichen. Doch dann kamen Simon Heineke und Cordillo in das Stadion, an dem die Menschen trotz kühler Witterung dichtgedrängt jeden Ritt euphorisch unterstützten. Der 18 Jahre alte Holsteiner ließ einige Stangen in den Auflagen erzittern, klapperte sich aber fehlerfrei zum 167. „Nuller“ und damit ins Stechen. „Da wurde es ein bisschen stressig“, gab Frederic Tillmann anschließend zu Protokoll.
Dort musste er Gas geben, denn Frederic Tillmann und Comanche hatten flott und fehlerfrei vorgelegt. Zwei Abwürfe kassierte die Holsteiner Kombination, die in Wedel an Hamburgs westlicher Stadtgrenze zu Hause sind, Platz zwei. Es war das dritte Stechen für Tillmann und seinen Wallach. „Zweimal zuvor hatten wir es nicht ganz so gut zu Ende gebracht“, erinnert sich der neue Derbysieger. Mehrfach waren den beiden in den vergangenen Jahren die Bahnschranken zum Verhängnis geworden. Deswegen nahm Frederic Tillmann den Wallach vor den beiden Stangen deutlich zurück. Den „Reiterfehler wollte ich nicht nochmal machen“.
Thieme wird der niedrigste Sprung zum Verhängnis
André Thieme hätte gern gewinnen wollen. Aber schon zu Beginn des Parcours im 95. Deutschen Spring-Derby sprang Paule etwa zögerlich auf die irischen Wällen. „Da sind wir einmal gestolpert und aus dem Rhythmus gekommen, aber nach Wassergraben und Palisade hatte ich wieder ein gutes Gefühl“, bilanzierte ein etwas geknickt dreinblickender Thieme im Anschluss. Aber nach dem Wackler lief es erstmal.
Bis zum Aufsprung zum Wall, höhenmäßig der niedrigste Sprung im gesamten Parcours.
Hier fand Thieme keine Distanz, „zu viel Innenbahn“, sodass der Wallach „mehr oder weniger durch den Aufsprung durchgestolpert“ ist. Thieme gibt sich selbstkritisch: „Ich bin dahin geritten wie ein Weihnachtsmann“.
Erst Weihnachtsmann, dann Stilritt
Aber danach war das Paar wie ausgewechselt: Die Mega-Klippen Wall und Planke: lehrbuchreif. Ebenso die anderen Klassiker wie Eisenbahnschranken, Pulvermanns Grab, Holsteiner Wegesprünge, Mauer, Birkenoxer und Co. Überhaupt – wenn jemand ein Lehrvideo hätte drehen wollen, „so reitet man das Deutsche Spring-Derby“, hätte man nur die Kamera auf diesen Ritt halten müssen. Großes Kino – Platz drei nach dem Sieg im Großen Preis am Samstag mit DSP Chakaria.
Noch ein richtig ärgerlicher Fehler
Stephan Dubsky, der Ire aus Niedersachsen, hatte mit C the Stars den vielleicht ärgerlichsten Fehler aller 32 Bewerber. Der zweite Sprung, ein brauner Naturoxer, fällt selten. Aber C the stars v. Contendro nahm ausgerechnet hier eine Stange mit. Die einzige im gesamten Parcours.
Hinter den Briten Guy Williams/Gringos Legacy (4/167,1) und William Whitaker/Flamboyant III (4/170,59) sowie dem Iren Commandant Geoff Curran/Hawthornhill (4/173,74) wurde Clara Blau Achte. Mit Paul war die Deutsche U25 Meisterin des Jahres 2024 die bestplatzierte Frau im Feld. Der Ritt war eine Augenweide. Zwei, die sich in gegenseitigem Vertrauen selbst überflügelten. Aber der Trakehner nach Wall und Planke und die zweite Bahnschranke vereitelten eine „noch“ bessere Platzierung. Der Trost: Sie gewann den Stilpreis.
Marvin Jüngel und Balou‘s Erbin hatten sich bereits an Sprung vier die Option auf Derbysieg Nummer drei genommen. Die Oldenburger Stute trat in den Wassergraben – später kam noch ein Abwurf hinzu. Platz neun für den Sachsen.
Ergebnisse 95. Deutsches Spring-Derby 2026