Görlitz Summer Weeks Dressur 2026: Grand Prix-Sieg für Dorothee Schneider und Karlijn, Times Kismet zwingt Jessica von Bredow-Werndl zur Aufgabe

Görlitz: Schneider siegt mit Karlijn und Wechselwürmchen, von Bredow-Werndl gibt mit Kismet auf

Dressur
Dorothee Schneider und Karlijn V. Hier beim Sieg im Grand Prix von Hamburg 2026 (Archivfoto). Foto: Thomas Hellmann Dorothee Schneider und Karlijn V. Hier beim Sieg im Grand Prix von Hamburg 2026 (Archivfoto). Foto: Thomas Hellmann
In Görlitz hat Dorothee Schneider mit Karlijn V den Grand Prix gewonnen. Weniger gut lief es für Jessica von Bredow-Werndl, die aufgab. Die Plätze zwei und drei wiesen bei den Richtern große Unterschiede in der Bewertung auf – mehr als fünf Prozent.

Drei Pferde knackten im Grand Prix in Görlitz die 70-Prozent-Hürde. Zwei davon erzielten mehr als 71 Prozent. Der Sieg ging an Dorothee Schneider mit der elfjährigen Stute Karlijn V (71,239 Prozent). Es wären ein paar mehr Punkte geworden, wäre dem Paar nicht nach gutem Beginn in den fliegenden Galoppwechseln zu zwei Sprüngen das Wechselwürmchen zwischen die Beine gekommen.


Immer lektionssicherer: Karlijn und Dorothee Schneider


Die braune Stute stand über weite Teile der Prüfung sicher vor den treibenden Hilfen. In den Piaffen bewegte sie sich fleißig und taktsicher und blieb dabei nahezu auf der Stelle. Mit zunehmender Kraft dürfte diese Lektion noch mehr an Ausdruck gewinnen. Zumal die Passage zu den Stärken der in den Niederlanden geborenen Stute zählt. Vor der ersten Pirouette gab es einen kleinen Haker im Hinterbein.


Karlijn ging übrigens auf Trense gezäumt – in einem international ausgeschriebenen bis CDI3* ist das möglich.




Podcast ERZÄHL MIR WAS VOM PFERD Folge 3: Trense oder Kandare. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Podcast ERZÄHL MIR WAS VOM PFERD Folge 3: Trense oder Kandare. Foto: sportfotos-lafrentz.de

Im Podcast ERZÄHL MIR WAS VOM PFERD hat der dänische Olympiarichter und Tierarzt Hans-Christina Matthiesen die Erfahrung mit Grand Prixs auf Trense geschildert. In seiner dänischen Heimat ist die Wahlfreiheit seit mehr als zehn Jahren gängige Praxis. Hier geht’s direkt zur Folge.




Mehr als fünf Prozent Unterschied in der Bewertung von Diamante Negro


Beinahe hätten Juliane Brunkhorst und DSP Diamante Negro es geschafft, als erste Kombination im Viereck den Sieg nach Hause zu reiten. Doch Dorothee Schneider bekam zwei Punkte mehr als die Hamburgerin. Wobei sich die Jury alles andere als einig war, wie der harmonische Ritt der beiden zu beurteilen war: Zwischen 69,022 und 74,239 Prozent und Platzziffern von eins bis fünf. 71,152 standen am Ende zu Buche, Platz zwei.


Ähnlich auch die Zahlenarithmetik der drittplatzierten Lena Haßmann. Mit der Stute, Siebte im Finale des Nürnberger Burg-Pokal 2024 sowie im Louisdor Preis 2025, gab es ebenfalls Noten mit einer Differenz von. 5,5 Prozentpunkten. Die beiden kamen mit 70,13 Prozent aus dem Viereck.


Imhotep, unter der Britin Charlotte Dujardin bei der Europameisterschaft 2023 in Riesenbeck auf dem Podium, ist vor einiger Zeit an Diana Porsche verkauft worden. Die mittlerweile für Ungarn reitende 30-Jährige wurde nach einem Ritt ohne technische Fehler vierte.


Times Kismet blockiert in Piaffe


Genau von solch einem Ritt hatte wohl auch Jessica von Bredow-Werndl mit Times Kismet geträumt. Zunächst sah es danach aus, als sollte es ein solcher werden. Nach zögerlichem Antraben traversierte die niederländische Stute, gleichmäßig nach rechts und links. Sicher in Stellung und Biegung. Die geschmeidige Traversale nach links war ein Hingucker. Das Rückwärtsrichten hätte auf die erste Hilfe einsetzen dürfen. Die erste Piaffe war sehr sicher am Platz, aktiv gleichmäßig getreten mit einem geschmeidigen Übergang in die Passage.


Am Anfang alles gut


Den starken Schritt zeigte das Paar mit ausreichend Raumgriff. Doch dann kam der Übergang zur zweiten Piaffe. Der erste Eindruck: zögerlich. Der zweite: widersetzlich. Die Stute drehte zunächst nach rechts ab, entzog sich den Hilfen. Mehrfach fing Times Kismet an, im Ansatz zu steigen. Jessica von Bredow-Werndl gelang es, die Ampere-Tochter irgendwann in Richtung Hufschlag zu bekommen und dort auch anzugaloppieren. Eine 0,6 war diese nicht gezeigte Piaffe den Richtern noch wert.


Harmonie wieder hergestellt


Anschließend schien sich das Paar im Galopp bis auf Fehler in den Galoppwechseln zu zwei Sprüngen und deutlich schwankend in der Hinterhand wieder gefangen zu haben. Eine sehr gelungene Zickzack Traversale und die Pirouetten unterstrichen den Eindruck.


… aber dann


Die Passage auf der letzten Mittellinie, sah so aus, als habe Jessica von Bredow-Werndl sie bewusst etwas im Vorwärts angelegt. Wohl, um die einst von Charlotte Dujardin geritten Stute sicher vor den treibenden Hilfen zu haben. Dann die letzte Piaffe: Die Stute drängte diesmal über die linke Schulter Richtung Hufschlag, warf den Kopf hoch. Jessica van Bredow-Werndl blieb nichts anderes, als die Hand zu heben und aufzugeben. Anschließend trabte sie leicht in Richtung C und setzte, im Leichttraben, noch einmal zu einer Piaffe an. Als Times Kismet sich jetzt deutlich kooperativer zeigte, lobte sie sie überschwänglich.


Ergebnisse Görlitzer Summer Weeks Dressur 2026


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