Dorothee Schneider und Karlijn V. gewinnen CDI3* Grand Prix von Hamburg

Erster internationaler Grand Prix-Sieg für Dorothee Schneiders Karlijn V.

Dressur
Dorothee Schneider und Karlijn V. gewannen den Grand Prix von Hamburg. Foto: Thomas Hellmann Dorothee Schneider und Karlijn V. gewannen den Grand Prix von Hamburg. Foto: Thomas Hellmann
Dorothee Schneiders Karlijn V. hat im CDI3* Grand Prix von Hamburg einen wichtigen Schritt auf der Karriereleiter gemacht.

Als Dorothee Schneiders Karlijn V. während der Siegerehrung für den CDI3* Grand Prix von Hamburg tiefenentspannt zwischen den Pylonen stand und die Huldigungen für Platz eins entgegennahm, hatte die elfjährige Governor-Tochter anscheinend das Gefühl, sie sei jetzt genau dort, wohin sie gehört. Mit 69,370 Prozent ließ sie heute 15 Konkurrenten hinter sich, der erste CDI Grand Prix-Sieg für das Paar, das sich bereits seit sieben Jahren kennt und inzwischen richtig zusammengewachsen ist.


Das sei es was sie heute am glücklichsten gemacht hat, sagte Dorothee Schneider später, „dass Karli sich so konzentriert hat und relativ sicher war, obwohl sie erst zum zweiten Mal in so einer Prüfung am Start ist“. Kleines Aber: „Die Piaffen könnten noch etwas mehr vor mein Bein kommen, das habe ich wohl gemerkt“, schmunzelt die Reitmeisterin.


Ziel: Sicherheit aufbauen


Die Passage-Reprisen gehörten auf jeden Fall zu den Highlights der Prüfung des Paares – losgelassen, im Gleichmaß, mit energischem Abdruck immer weg vom Boden. Auch die Übergänge in und aus den Piaffen gelangen gut. In den Piaffen selbst verlor Karlijn V. dann etwas den Fleiß und dadurch auch den klaren Takt, wobei zwischendurch immer wieder Tritte dabei waren, die zeigten, wieviel Talent die Totilas-Enkelin insbesondere für diese Lektion mitbringt. Nun gehe es vor allem darum, Sicherheit in der Prüfung aufzubauen, sagt Dorothee Schneider.


Vor zwei Wochen in Exloo hatten die beiden noch mehrere Fehler. Seither habe sie vor allem an der Kommunikation gearbeitet, so Schneider. „Ich glaube, wir sind über die zwei Wochen wieder ein Stück zusammengewachsen. Ich habe zuhause an unserer Kommunikation gearbeitet. In den Piaffen habe ich versucht, sie mehr vors Bein zu bekommen. Das reift im Moment noch. Das merke ich. Das kann sie auch noch besser. Aber es ist im Moment noch viel, ohne Gerte usw. Da muss sie einfach noch sicherer werden.“


Meinungsstark im positiven Sinne


Sicher im Sinne von routinierter. Denn an Selbstsicherheit mangele es Karlijn keineswegs, sagt Dorothee Schneider. „Sie kann ja schon mal meinungsstark sein…“, beschreibt sie Karlijns Charakter. Das habe in der Vergangenheit auch schon mal dazu geführt, dass die Stute in der Prüfung beschloss, eine andere Richtung einzuschlagen, als ihre Reiterin eigentlich vorhatte. Doch das scheint nun der Vergangenheit anzugehören. Heute in der nicht ganz einfachen Prüfungssituation von Hamburg, wo die Zuschauertribünen sehr dicht am Viereck sitzen, hat sie sich jedenfalls mustergültig benommen.


„Jetzt ist sie wirklich bei mir und es macht richtig, richtig Spaß, sie in einer so tollen Arena vorzustellen!“, freut sich Dorothee Schneider neben dem Sieg auch über den Entwicklungsschritt ihrer Stute.


Trense der Kandare


Es ist vermutlich das erste Mal, dass ein internationaler Grand Prix auf Trense gewonnen wurde. Seit diesem Jahr herrscht bis CDI3* Wahlfreiheit, ob man mit einem oder zwei Gebissen reiten möchte. Dorothee Schneider stellte Karlijn auf Trense vor. Das hat in erster Linie praktische Gründe. „Mit meiner gebrochenen Hand ist es für mich momentan noch einfacher mit einem Zügel statt mit zweien“, erinnert sie an ihre Handverletzung, die sie vor einigen Wochen außer Gefecht gesetzt hat.


Platz zwei und drei


Über Platz zwei konnte sich Helen Langehanenberg mit dem ebenfalls elfjährigen DSP-Wallach Danny Cool freuen. Der elastische Schlaks beginnt zunehmend Last aufzunehmen und bringt großes Talent für Piaffe und Passage mit. Allerdings ist die Aufrichtung immer noch eher absolut als relativ. 68,326 Prozent erhielt das Paar.


Rang drei ging an die Derbysieger von 2025, Anna-Lena Kracht und Florinio, die heute mit 67,695 Prozent aus dem Viereck kamen.


Multitasking ist King


Dorothee Schneider wäre nicht Dorothee Schneider, wenn sie nur eine Sache hätte, auf die sie sich konzentrieren muss. So ist sie dieses Wochenende nicht nur als Reiterin im Einsatz, sondern auch als Trainerin. Und das nicht nur in Hamburg, sondern auch auf einem ländlichen Turnier, 120 Kilometer entfernt.


Die Schülerin, die Schneider hier in Hamburg betreut, ist Anna-Louisa Fuchs, die ihren erst zehnjährigen Don Juan de Hus-Enkel Duvetico vorstellte – und das sehr gut! Ein Patzer in der zweiten Pirouette kostete die beiden massiv Punkte. Dennoch hatten sie auch so viele Highlights, dass zwei der fünf Richter sie an erster Stelle sahen. Insgesamt kamen sie auf 67,544 Prozent, in der Endabrechnung Platz vier.


Darüber hat Dorothee Schneider sich beinahe ebenso sehr gefreut wie über ihren eigenen Erfolg. „Der war sehr, sehr an. Dieses Pferd ist sehr talentiert, aber der hat auch Saft! Aber Anna hat das super gemacht. Anna hat so viel Positives aufgesaugt in den Jahren, in denen wir zusammenarbeiten und für sich ihren Style entwickelt. Auf sie bin ich wirklich stolz!“


Weiter geht es für Schneider im Grand Prix Special, der für Samstagmorgen, 9 Uhr, auf dem Programm steht.


Ihr Name ist Haase


Schon bei der Nürnberger Burg-Pokal Qualifikation in Hagen fiel das Schleswig-Holsteiner Duo Franziska Haase und Alissimo positiv auf und platzierte sich. Aber zum Sieg wollte es am Teutoburger Wald nicht reichen. Das holten sie heute an der Elbe nach. Mit 71,814 Prozent gewann Haase auf dem acht Jahre jungen Ibiza-Sohn den Prix St. Georges. Platz zwei ging an die andere Reitmeisterin auf dem Hamburger Viereck dieses Wochenende, Ingrid Klimke mit Oneofakind (71,274), einem schwedischen Hengst v. Total Hope. Dritte wurde Maxi Kira von Platen im Sattel des neunjährigen Oldenburger Zonik-Sohnes Zurbaran de la Gesse (70,441).


Alle Ergebnisse aus Hamburg finden Sie hier.


 


 


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