Andrè Thieme und DSP Chakaria fahren nicht zu den Weltmeisterschaften im Springreiten in Aachen

Chakaria und André Thieme nicht zur WM

Springen
Probleme am Wassergraben in Falsterbo: André Thieme und DSP Chakaria verzichten auf den WM-Start in Aachen. Foto: Kim Lundin/kimc.nu Probleme am Wassergraben in Falsterbo: André Thieme und DSP Chakaria verzichten auf den WM-Start in Aachen. Foto: Kim Lundin/kimc.nu
Es hätte einer der schönsten Comeback-Geschichten des Springsports werden können. Doch daraus wird nichts. Heute wurde offiziell mitgeteilt, dass André Thieme und DSP Chakaria nicht an der Weltmeisterschaft im Springreiten in Aachen teilnehmen werden.

Chakaria und André Thieme bleibt der WM-Start in Aachen verwehrt. Es wäre für das Paar der vierte Championatseinsatz gewesen. 2021 waren die beiden bei den Olympischen Spielen in Tokio im Einsatz und gewannen einige Wochen später in Riesenbeck Einzelgold und die Mannschaftssilbermedaille. 2022 zählten sie zum deutschen Quartett bei den Weltmeisterschaften in Herning. Der Nationenpreis, als André Thieme an einem großen Oxer, den die Fuchsstute mit einem mächtigen Satz überwand, den Sattel unfreiwillig verließ, ist in die Geschichtsbücher eingegangen.


Chakaria und Thieme: Comeback im Jahr der WM


Der Sieg im Großen Preis von Aachen krönte das Jahr der beiden 2024. In diesem Jahr ging Chakaria auch beim Nationenpreisfinale in Barcelona.


2025 hatte die Chap-Tochter länger pausieren müssen. Doch Ende des Jahres meldete sich sich fit im Sport zurück und kam im Frühjahr 2026 schnell wieder auf die Erfolgsspur zurück. Unter anderem gewann sie mit dem deutschen Team in Ocala die erste Station der League of Nations. Es folgten Platz zwei bei Horses & Dreams und der Sieg im Großen Preis von Hamburg. Im Großen Preis von Aachen gab es Platz sechs.


Mit zwei fehlerfreien Runden waren Thieme und Chakaria maßgeblich am zweiten Platz der deutschen Mannschaft beim Nationenpreis im französischen La Baule beteiligt. Am vergangenen Wochenende ging das Paar in Falsterbo an den Start. Dort trat die Stute in den Wassergraben und sammelte anschließend noch weitere Fehler.


WM-Aus für Chakaria und André Thieme


Am Montagmittag nach dem Turnier in Falsterbo kam die offizielle Mitteilung von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung(FN), dass der Mecklenburger und die Brandenburger Stute nicht in Aachen bei der Weltmeisterschaft an den Start gehen soll. In der Pressemitteilung wird André Thieme zu seinem Verzicht zitiert: „Ich habe in Falsterbo gemerkt, dass Chakaria den Wassergraben aktuell nicht mit der Sicherheit springt, die sie normalerweise zeigt. Im Interesse meines Pferdes und der Mannschaft habe ich deshalb entschieden, auf einen Start bei den Weltmeisterschaften zu verzichten. Wir wollen kein Risiko eingehen und werden nun in Ruhe daran arbeiten, ihr am Wasser wieder das volle Vertrauen zu geben. Natürlich wäre ich in Aachen sehr gerne Teil dieses tollen Teams gewesen. Aber für mich steht die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit meinem Pferd an erster Stelle. Deshalb ist es die richtige Entscheidung, auch wenn sie mir schwerfällt. Jetzt drücke ich von zu Hause aus die Daumen und wünsche unserem Team viel Erfolg.“


Marcus Ehning vor seiner siebten Weltmeisterschaft


Für Marcus Ehning, der André Thieme ersetzte, stehen bislang 19 Championatseinsätze im Seniorenlager verzeichnet. Der Start in Aachen ist das siebte Mal, dass der Familienvater aus Borken bei einer Weltmeisterschaft am Start ist. 2002 gab er mit For Plesaure sein Debüt. 2022 war er mit Startgold Fünfter in Herning.


Der Holsteiner Coolio wird Ehnings WM-Pferd sein. Zuletzt hat das Paar den Großen Preis von St. Gallen gewonnen. Zuvor hatte der 13-jährige Casalito-Sohn unter anderem Platz zwei im Global Champions Tour Grand Prix von Shanghai belegt.


Olympiasieger reisen als Reservisten nach Aachen


Dazu Bundestrainer Otto Becker: „Solche Entscheidungen sind im Spitzensport nie einfach, aber sie gehören leider dazu. André Thieme hat die Situation mit Chakaria sehr verantwortungsvoll eingeschätzt. Seine Entscheidung hat meinen ausdrücklichen Respekt. Mit Marcus Ehning und Coolio rückt ein championatserfahrenes Paar nach.“


Christian Kukuk und Checker, Olympiasieger von Paris 2024, sind nun das neue Reservepaar. Sie werden im Warm Up-Springen in Aachen an den Start gehen.


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