André Thieme und Chakaria siegen im Großen Preis von Hamburg 2026
André Thieme und „knietschige“ Chakaria siegen im Grand Prix of Hamburg
André Thieme und Chakaria siegen im Großen Preis von Hamburg 2026. Foto: sportfotos-lafrentz-de Hamburg, das ist ein „Übungsturnier“. So hatte es Andre Thieme am Dienstag sinngemäß bei der Auftakt-Pressekonferenz zu den Tagen rund um das Deutsche Spring-Derby in Hamburg noch mit einem leichten Lächeln gesagt. Und dass seine Stute DSP Chakaria in guter Form ist, dessen war er sich sicher. Nicht zuletzt nach dem guten Abschneiden bei Horses and Dreams in Hagen vor ein paar Wochen. Nun hat Thieme es geschafft, von diesem „Übungsturnier“ auch noch ein Preisgeld von 62.500 Euro Siegprämie mit nach Hause zu nehmen. Bzw. nach Aachen, dorthin, wo kommendes Wochenende der Große Preis von Aachen außerplanmäßig bereits im Mai ausgeritten wird. Auf Rasen, also genau dem Belag, auf dem auch die Weltmeisterschaften im August im selben Stadion entschieden werden.
Acht Paare im Stechen des Grand Prix of Hamburg
Im Stechen hatte André Thieme und DSP Chakaria als vorletzter von acht Starterpaaren so ziemlich alles auf eine Karte gesetzt. Schon die Rechtswendung nach Sprung eins leitete er bereits über diesem Steilsprung ein. Und auch bei dem Rest der acht Hindernisse auf 345 Metern ließ Thieme nichts anbrennen. Die Frage, wie viel er riskieren solle, habe er sich schon gestellt. „Aber dann hat Otto Becker auch gesagt, lass ruhig ein bisschen gehen. Mach nur nichts Verrücktes. Und so hab ich versucht, das Maß zu behalten und deswegen hab ich auch nicht überdreht.“ Wobei es schon couragiert war, wie der Mecklenburger in Hamburg zur Sache ging. „Ich kam wirklich extremst kurz rum, zwei-, dreimal, und ich weiß, dass sie aus dem Stand springen kann. Sie hat alles ausgespielt, was sie an Stärken hat.“ Die Wendungen, so die Bilanz von Thieme, „waren dann wohl entscheidend“. Der Blick auf die Anzeigetafel sagte: Mehr als eine Sekunde Vorsprung und nur noch eine Reiterin hinter ihm, Sanne Thijssen (NED) und Cupcake die nach einem Abwurf Fünfte wurden.
Wenn Chakaria „knietschig“ ist
Morgens war die Stute „knietschig“, sagt Thieme. Wer das Adjektiv nicht im Duden findet: „Typisch Fuchsstute“, erläutert Thieme. Um dann endlich zu erklären: Sie habe eben nicht den Körper, der von Hause aus locker ist. Sie zu reiten sei nicht immer schön. Und beim morgendlichen Abreiten sei sie heute eben „knietschig“ gewesen. Sprich „ihr war kalt, wie uns auch, sie war mies gelaunt“. Also brach Thieme das morgendliche Training ab und beschloss, lieber etwas länger vorm eigentlichen Springen abzureiten. Dieses Konzept ist aufgegangen.
Als ich gemerkt hab’ es läuft, hab’ ich dann noch gehen lassen. Krasses Pferd.
Harm Lahde wird Vierter
Ins Stechen des Grand Prix of Hamburg hatten es acht Paare geschafft. Vier davon hielten sich auch im Stechen schadlos. Die Plätze zwei und drei gingen nach Belgien. Emily Conter hatte mit der Stute Portobella van de Fruitkorf v. Bamaco de Muze schon früh gezeigt, wie es geht. Die kleine, wendige Fuchsstute, im Team, das in Ocala bei der League of Nations Platz drei errungen hatte, fegte über den Kurs, sprang auch einmal beherzt auf groß los und kam auf 40,94 Sekunden. Das war bis Thieme in die Arena galoppiert kam das beste Ergebnis.
Gudrun Patteet und Sea Coast Qarvaljo d’Or hatten zuvor mit einem Nuller (0/41,51) die Zeit von Harm Lahde unterboten. Lahde, einer von vier Hoffnungsträgern aus Deutschland im Großen Preis von Hamburg, hatte mit Commander Bond den Auftakt gemacht. Die unschöne Startposition eins verwandelte er in einen fehlerfreien Ritt. Genau 42,0 Sekunden hatte das Paar benötigt und schon einmal gezeigt, welche großen Strecken auf dem großzügigen Rasenplatz in Klein Flottbek in diesem Stechen zurückgelegt werden mussten. Am Ende war es Rang vier für das Paar aus Niedersachsen.
Zwei Routiniers mit je zwei Abwürfen
Weniger gut lief es für die restlichen Deutschen. Christian Ahlmann und der erst neunjährige Applebridge Tag Z v. Aganix du Seigneur war wahnsinnig schnell unterwegs. Aber das Schicksal ereilte das Zangersgheide-Duo kurz vor Schluss des zweiten Parcours (8(52,22, Platz 8). Auch Janne Friederike Meyer-Zimmermann und ihre Zukunftshoffnung Cascais kamen viel zu dicht an Sprung zwei, einen mächtigen Oxer, und auch später unterlief noch ein weiterer Abwurf (8/44,57, Platz sechs).
Ergebnisse Grand Prix of Hamburg 2026