Hanami – Herzens-, Familien- und Road2LA-Pferd in einem

Hanami und Pia Leuwer, ein Paar, das von der Initiative Road2LA unterstützt wird. Foto: chrissis-pferdebilder.com
- Name: Hanami
- Geschlecht: Weiblich
- Jahrgang: 2017
- Rasse: Westfalen
- Vater: Hambacher
- Muttervater: Cascadello
- Züchter: Ingrid Heicke, Gestüt Fohlenhof
- Größte Erfolge: CCI4*-S Sieg
Besondere Pferde, besondere Geschichten – das gilt auch für Hanami, Pia Leuwers Nachwuchshoffnung, die von der Initiative Road2 LA unterstützt wird. Und weil eine Phrase selten allein kommt, noch diese: Zukunft braucht Herkunft – Bingo!
Hanami und Pia Leuwer – das ist die Geschichte von zweien, die sich nahezu von Anfang an kennen. Und mehr noch: Pia Leuwer hat nicht nur die 2017 geborene Schimmelstute so ziemlich von Anfang an reiterlich geformt, sie kennt auch ihre Mutter in- und auswendig. Denn Hanami ist eine Tochter von Cascada, die unter Leuwer bis CCI4*-S erfolgreich im Busch unterwegs war. 35 internationale Starts sind für das Paar verzeichnet.
Schon die Mutter international geritten
Cascada, Holsteinerin, hat einen Stammbaum, bei dem sich Vielseitigkeits- wie Springreiter die Lippen lecken: Cascadello-Heraldik xx-Lord, ein Pedigree, das ins Auge springt. Cascadello, der als Vater international erfolgreicher Pferde in der Rangliste der World Breeding Federation for Sport Horses (WBFSH) für die besten Vererber im Springen auf Rang 19 (2025) steht, ist das Lieblingspferd von Professor Bernd Heicke. Der große Mäzen des deutschen Vielseitigkeitssports, unter anderem auch Besitzer von Julia KrajewskisOlympiasiegerin Amande de B’Neville, die 2026 ihr zweites Fohlen zur Welt gebracht hat, züchtet Pferde auf dem Gestüt Fohlenhof. Nicht selten gehen sie dann zu Pia und Ben Leuwer in Ausbildung.
Der Lieblingshengst der Chefin
Ingrid Heicke, Bernd Heickes Ehefrau, hatte auch einen Lieblingshengst: Hambacher, einen Holsteiner Heraldik xx-Enkel, dessen Vater H-Ekwador im internationalen Dressursport für Polen ging. Bevor Cascadas reiterliche Karriere beginnen sollte, wurde sie einmal gedeckt: Ein echter „Ehepaar-Heicke-Lieblingspferd“ entstand: Hambacher mal Cascadello – Hanami, genannt nach dem erhebenden Gefühl, das die Japaner überkommt, wenn sie die Kirschblüte erleben. Zart und kraftvoll, voller Strahlkraft. Ein passender Name, wie sich herausstellen sollte.
„Etwas ganz Besonderes“
Wenn Pia Leuwer auf Hanami angesprochen wird, kommt sie schnell ins Schwärmen. Auch wenn die Stute immer etwas im Schatten anderer Pferde stand. Beispielswiese dem von Cascoblanco. Als Leuwer 2023 mit ihm das Bundeschampionat gewann, wurde Hanami Vierte. „Aber irgendwie habe ich schon damals in Hanami etwas ganz Besonderes gefühlt.“
Kontinuierlich auf dme Weg nach oben
„Hanami ist die Leiter hochgeklettert“, fasst Pia Leuwer den Weg der westfälischen Stute zusammen. 2022 war sie Sechste beim Bundeschampionat, 2023 Vierte, 2024 gewannen die beiden CCI2* international und 2025 Oktober feierten sie beim CCI4*-S in Strzegom den ersten Sieg auf Vier-Sterne-Niveau.
Hanami und ihre Mutter weisen einige Parallelen auf. „Sie sind nette Pferde, die aber auch nach ihrem Menschen verlangen. Sie wollen persönliche Ansprache“, erläutert Pia Leuwer. Cascada war ein Pferd, das vor allem mit seiner Leistungsbereitschaft überzeugt hat. „Manchmal hat sie nur deshalb Aufgaben gemeistert, die ihr einige gar nicht zugetraut hätten.“. Und die Tochter? Die sei eben in vielen Dingen ähnlich.
Viel PS
Schon vierjährig stellte sich heraus, dass die Schimmelstute „mit viel PS“ unterwegs ist. Diese Energie in die richtigen Bahnen zu leiten, das sei die Herausforderung. „Anfangs hat sie immer 120 Prozent gegeben und man musste sie ein bisschen ,runterkühlen‘. Sie ist immer motiviert“, sagt ihre Ausbilderin. Und nach einem kurzen Moment ergänzt sie, „ein Luxusproblem“. Wenn die Prüfungen lang werden, dann braucht man genau diese Pferde, die Energie, Galoppiervermögen und Gehfreude mitbringen.
Die Dressur ist nicht eben die Lieblingsdisziplin der ehrgeizigen Schimmelstute. „Anfang der Saison brauchen wir ein paar Dressuraufgaben, um die Konzentration wiederzuerlangen, den Fokus.“ Der Rest? Der ist einfach da. Das Erfolgsrezept? „Man muss sie nehmen, wie sie ist, dann gibt sie alles!“
Mit ihrer Einschätzung ist Pia Leuwer nicht allein. „Auch Ben sagt, er weiß, was ich fühle“. Ben, ihr Ehemann und der Vater des Kindes, das Pia Leuwer im Sommer 2026 erwartet, hat das Training der Schimmelstute während Pias Schwangerschaft übernommen. Pia möchte möglichst schnell wieder in den Sattel zurück. Sie sagt, sie sei dankbar, wie das Ehepaar Heicke sich mit den beiden freut und keinerlei Druck aufbaut.
Den macht sich Pia angesichts der Qualität der Stute von ganz allein. 2027 sollte schon ein Qualifikationsergebnis aus einer CCI4*-L-Prüfung drin sein. So könnte sie dann mit Rückenwind auf der „Road2LA“ in Richtung Olympiajahr schauen. Und wer weiß, vielleicht reitet sie ja an Bens Seite, der Zuccini, das Talent mit dem Rechtschreibfehler, gesattelt hat, in Los Angeles. Das würde doch passen angesichts der familiären Herzenspferde, die hier vereint sind.