Trakehner Bundesturnier 20926: Hohe Bewertungen für viele gekörte Hengste, Hannu Haakon zweimal 10,0
Trakehner Bundesturnier: zweimal 10,0 für dreijährigen Champion Hannu Haakon
Champion der dreijährigen Trakehner Hengste: Hannu Hakoon ND v. Scaglietti. Foto: Trakehner Verband/Bauernschmitt Er war das Pferd mit den höchsten Bewertungen beim diesjährigen Trakehner Bundesturnier: Hannu Haakon ND, drei Jahre jung, Sohn des Scaglietti, aus der Vollschwester des Vererbers Helium v. Millennium. In der Qualifikation für das Reitpferdechampionat dreijähriger Trakehner Hengste hatte er bereits für seinen Schritt eine 10,0 erhalten. Die erhielt er im Finale zwar nicht, da war es eine 9,0. Dafür wurde aber diesmal der Galopp mit einer 10,0 beurteilt. Der Trab, die Ritigkeit und das Exterieur mit einer 9,0. Unterm Strich waren das 9,2 und damit die höchste Wertzahl bei allen Reitpferden.
Als Fohlen in Münster-Handorf entdeckt
Das ND im Namen verdankt der bildschöne Rappe der Frau, die ihn vor drei Jahren bei der Auktion auf dem Bundesturnier für 16.000 Euro ersteigert hat: Nicole Derlin. Ein lohnendes Investment.
Vorgestellt wurde der zweite Reservesieger der Körung 2025 von der Dänin Cecilie Hedegaard. Mittlerweile ist der Rappe auch für Hannover zugelassen. Für Dänemark, wo er geboren wurde, und Schweden ist er ebenfalls zur Zucht registriert.
Noch eine 10,0
Noch eine weitere 10,0 wurde vergeben in diesem Championatsfinale. Und zwar für den Trab des Siegerhengstes Eichenkönig, den Beatrice Aturi für das Gestüt Sprehe vorstellte. Der Kentucky-Sohn punktete auch im Galopp (9,0), aber im Schritt musste er, wie schon in der Qualifikation, sich mit einer 7,0 zufriedengeben. Rittigkeit (8,5) und Exterieur (9,0) ließen die Wertnote schließlich bei 8,7 landen.
Ohne Gleichen macht ihrem Namen alle Ehre
Bei den dreijährigen Stuten und Wallach siegte mit dem Abstand von 0,7 (!) Punkten die Stute Ohne Gleichen. Die Tochter des Hengstes Freiherr von Stein wurde von Sophie Luisa Duen vorgestellt. Für Trab, Schritt und Rittigkeit gab es eine 8,5. Galopp und Exterieur wurden mit 9,0 beurteilt. Zweite wurde Le Lys, ein Wallach v. Olymp-Rheinklang, den seine Besitzerin Jana von Rönne vorstellte. Le Lys erhielt für Trab und Exterieur jeweils 8,0, Galopp und Schritt wurden mit 8,5 beurteilt, Abzüge gab es in der Rittigkeit: 7,0 – am Ende 8,0. Platz drei ging an Sarah König, die die Stute Tanzspiel vorstellte. Die Easy Game-Tochter kam auf eine Wertzahl von 7,5 und war damit ex aequo Dritte mit der Stute Utopia v. Preussen Party, die Antonia Pietsch ins Finale gebracht hatte.
Komplettes Pferd: Santalinah

Bei den vierjährigen Stuten und Wallachen war Santalinah v. Santo Scuro der Sieg nicht zu nehmen: Die von Lydia Camp-Riebau gerittene Stute erhielt in allen Kriterien eine 8,5 nur im Körperbau musste sie mit einer 8,0 vorlieb nehmen, Endnote: 8,4.
Ein Zehntel dahinter: Dichter Easy vorgestellt von Markus von Holdt. Der Easy Game-Sohn kam im Trab auf eine 8,5 genau wie im Körperbau. Der Galopp wurde mit 8,0, der Schritt mit 7,5 und die Rittigkeit mit 9,0 beurteilt. Platz drei ging mit einer Wertzahl von 8,0 an Supertime WH. Die Stute, die Marel Flunkert vorstellte, bekam für Trab, Rittigkeit und Körperbau jeweils eine 8,0. Der Galopp war den Richtern eine 7,5 wert, der Schritt eine 8,5.
Das alte Format bei Reitpferden bewusst beibehalten
Die Trakehner hatten sich bewusst dazu entschieden, nicht das neue Format wie es beim Bundeschampionat durchgeführt werden soll, auszuschreiben. Zuchtleiter und Geschäftsführer Neel-Heinrich Schoof sieht sich nach dem Bundesturnier bestätigt. „Beispielsweise die Hengste auch noch einmal ohne Sattel zu sehen und auch die Eindrücke der Fremdreiterin Mareike Peckholz – das alles hat das Publikum sehr begrüßt“.
Duo im vierjährigen Hengstfinale

Bei den Hengsten aus dem Geburtsjahrgang 2022 gab es nur zwei Teilnehmer. Hier siegte der Siegerhengst des Jahres 2024, Havertz v Blanc Pain mit Beatrice Arturi im Sattel. Seine Noten: Trab: 8,5, Galopp: 9,0, Schritt: 7,0, Rittigkeit: 8,3 sowie Körperbau: 8,5. Am Ende waren das 8,26. Damit setzte er sich vor Pagani v. Millennium, den Deborah Schumacher präsentierte. Er kam auf 7,96 als Endnote.
Championat der fünfjährigen Dressur: Red Bull-Championesse
20 Paare konkurrierten um das Championat der fünfjährigen Trakehner Dressurpferde. Der Sieg ging am Ende nach Österreich. Ulrike Prunthaller gewann mit dem Wallach Earl Grey v. Le Rouge und einer Wertzahl von 8,1 die Prüfung. Der Wallach stammt aus dem Gestüt Murtal, das der Red Bull-Gründer Dietrich Mateschitz in der Steiermark errichtet hat. Die Mutter des Champions war einst selbst auf dem Bundesturnier, allerdings nicht als Reitpferd, sondern als Auktionsfohlen.
Dahinter rangierte der gekörte Zavier v. Millennium. Der Dunkelbraune war bereits im vergangenen Jahr unter Severo Jurado Lopez Vizechampion bei den Reitpferden. Und auch diesmal wurde er Zweiter mit der Wertzahl 7,8. Knapp dahinter: Kap Verde, ein Sohn des Helium aus einer Ivernel-Mutter, der Siegerhengst des Jahres 2023. Er wurde von Ann.Katrin Lachemann vorgestellt.
Hengste vorn bei den Dressurpferden – aber eine Championesse der Siebenjährigen
Eng ging es zu im Championat der sechs- und siebenjährigen Trakehner Dressurpferde. In der Dressurpferdeprüfung Klasse M war es ein Rennen unter Hengsten, das das Podium entschied. Mit 8,52 siegte der siebenjährige Sprehe-Hengst Kenneth v. Millennium mit Beatrice Arturi. Ganz dicht dahinter, 8,5 die Wertnote: Leonie Bramall mit dem ebenfalls siebenjährigen Goldfieber v. Le Rouge. Le Rouge, auch einmal Siegerhengst und bis Grand Prix erfolgreich, hatte eine hohe Trefferquote seiner Nachkommen in den Platzierungslisten.
Die Ausschreibung sah allerdings vor, dass auch die Prüfung Nummer 23, eine Dressurprüfung Klasse S* auf Trense, als Wertungsprüfung für die Entscheidung im Trakehner Dressurpferdechampionat der Siebenjährigen infrage kam. Und wenn sich hier ein Siebenjähriger in Szene setzen konnte, zählte diese Platzierung mehr, als die in der Dressurpferdeprüfung Klasse M. So kam es dann auch. Die Stute Harfenspiel v. Ivanhoe-Cadeau aus der Zucht und im Besitz des Gestüts Murtal war nicht nur beste Siebenjährige, sie war mit 70,278 Prozent auch die Siegerin der Prüfung unter Ulrike Prunthaller und stach somit ihre Konkurrenten aus der Dressurpferdeprüfung Klasse M im Rennen um den Titel der Dressurpferdechampionesse aus.

Bester Sechsjähriger in diesem Feld mit der Wertzahl 8,48 war der Hengst Rockingham v. Saint Cyr, den Moritz Gehrmann vorstellte.
Sprünge aufs Treppchen
Die Springchampions wurden teilweise in einer gemeinsamen Prüfung ermittelt. So reichte dem von Sophie Leube vorgestellten Tio‘s Tiago von Cook du Midour AA eine 8,1 und Platz vier in einer Springpferdeprüfung Klasse L, um als Champion der fünfjährigen Trakehner nach Hause fahren zu können. Der Schimmel war bester Springhengst der Körung 2023 und ist aktuell bereits qualifiziert für das Bundeschampionat Vielseitigkeit. Tatsächlich lieferte das Paar die am höchsten beurteilte Runde, 8,6, ab. Nur ein Abwurf ließ die Wertzahl auf 8,1 absinken. Auch der zweitbeste der Fünfjährigen, der gekörte Athos, den Andreas Ostholt vorstellte, hat mit L’Elu de Dun AA einen Angloaraber zum Vater.
Andreas Ostholts Springchampion
Bei den sechs und siebenjährigen Springpferden setzte sich ein ehemaliger Vielseitigkeits-Champion an die Spitze: Andreas Ostholt stellte Fly High v. Asagao xx vor und erzielte mit 8,7 die höchste Wertnote. Hinter ihm rangierte auf Position zwei der ein Jahr jüngere Sweet Waters Octavius, V. Ziethen, den Hermann Ostendarp vorstellte (8,5) Champion der Sechsjährigen. Auch die Drittplatzierte in dieser Prüfung war sechs Jahre jung: Friederike Plagmann stellte Herbstfee v. Hirtentanz vor. Ihre Wertzahl: 8,2.
Ergebnisse Trakehner Bundesturnier 2026