Weltkriegsbombe im Haupt- und Landgestüt Marbach, Landesreitschule evakuiert

Nicht gezündete Weltkriegsbombe im Haupt- und Landgestüt Marbach entschärft

Szene
Auf der Wiese, auf der heute die Bombe entschärft wurde, wurde am Wochenende noch Jagd geritten. Foto: HuL Marbach Auf der Wiese, auf der heute die Bombe entschärft wurde, wurde am Wochenende noch Jagd geritten. Foto: HuL Marbach
Im Haupt- und Landgestüt Marbach herrschte heute Ausnahmesituation. Auf dem Gelände der Landesreitschule war ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden.

Pferde und Mitarbeiter der dem Baden-Württemberger Haupt- und Landgestüt Marbach angeschlossenen Landesreitschule mussten heute ihren Arbeitsplatz verlassen und fanden vorübergehend Obdach im nahegelegenen Gestüt. Der Grund: Auf einer Wiese neben der Landesreitschule, die in der Regel zum Geländetraining genutzt wird, wurde eine Weltkriegsbombe gefunden, ein Blindgänger der Amerikaner.


Gefunden dank Bauvorschrift


Landoberstallmeisterin Dr. Astrid von Velsen-Zerweck berichtet: „Auf der Wiese soll im Rahmen des Bauprogramms ,Marbach 2018′ ein Mehrzweckplatz entstehen. Die Bauvorschriften sehen vor, dass das Areal vorher auf Kampfmittel hin untersucht werden muss. Wir wissen, dass die Amerikaner im Zweiten Weltkrieg versucht haben, den nahegelegenen Bahnhof zu bombardieren, ihn aber nicht getroffen haben. Auf Luftaufnahmen konnten wir nun Bombentrichter auf der Wiese erkennen, die inzwischen natürlich zugeschüttet sind. Aber dadurch war klar, dass hier mindestens eine Bombe explodiert sein muss. Zunächst sah es nicht so aus, als würde man noch weitere finden. Aber der Einsatzleiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes aus Stuttgart hatte ein Bauchgefühl und behielt recht. Sie haben eine ein Meter lange und 250 Kilogramm schwere Bombe mit zwei Zündern gefunden. Glücklicherweise konnte sie entschärft werden. Am Ende hat die ganze Aktion nur eineinhalb Stunden gedauert.“


Kurzfristige Unterbringung im Gestüt


Hätte man die Bombe nicht entschärfen können, hätte sie gezündet werden müssen. Dann hätte man das Tal im Umkreis eines Kilometers evakuieren müssen. So waren nur die Landesreitschule sowie der Gestütsgasthof und ein als temporäres Flüchtlingsheim genutztes Gebäude des Landes, die sogenannte „Alte Post“ betroffen. Außerdem wurden die Durchgangsstraßen für den Autoverkehr gesperrt. Die Menschen konnten sich im Infozentrum des Gestüts aufhalten. Die 33 Pferde der Landesreitschule wurden zum Teil in Boxen (die Hengste) und zum Teil auf den Weiden am Gestüt untergebracht, ehe sie zurückkehren konnten auf ihre eigenen Wiesen.


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