Ein Pferd in Dreieich an einer Herpes Infektion gestorben
Herpes in Hessen
Zweimal täglich Fieber messen in den betroffenen Ställen hilft dabei, den Herpes Ausbruch frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen ergreifen zu können. Foto: Sportfotos-lafrentz.de Heute hat der Pferdesportverband Hessen veröffentlicht, dass in Dreieich ein Pferd mit einer Herpes Infektion gestorben ist. Zudem wurde bei drei weiteren Pferden Fieber festgestellt. Ob dies die Folge einer Ansteckung ist, ist noch nicht sicher. Die Ergebnisse der Laboruntersuchungen stehen noch aus.
Der betroffene Verein habe unverzüglich die notwendigen Hygienemaßnahmen eingeleitet, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, heißt es von Seiten des Verbandes.
Herpes nun meldepflichtig
Gestern erst hatten wir berichtet, dass das Equine Herpes Virus vom Typ 1 nun zusammen mit Influenza zu den meldepflichtigen Tierseuchen gehört. Die Regelung gilt für ganz Deutschland, wie uns ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums bestätigte:
„Die EHV und Equine Influenza sind zwei WOAH-gelistete Seuchen. Es besteht somit eine Verpflichtung zur Überwachung und Meldung im Sinne einer umfänglichen Wahrnehmung der Meldeverpflichtung gegenüber der WOAH und eines transparenten internationalen Handels. Darüber hinaus sind Kenntnisse über das Vorkommen und die Verbreitung dieser Seuchen im Sinne einer Frühwarnung beziehungsweise zur frühzeitigen Feststellung einer geänderten epidemiologischen Lage und gegebenenfalls zur Durchführung einer wirksamen Risikoabschätzung und Maßnahmenplanung von nationalem Interesse.
Bislang besteht eine mangelhafte Datenlage hinsichtlich des Auftretens dieser Seuche in Deutschland, weil Regelungen in Bezug auf ihre Überwachung und Meldung fehlen. Im Sinne einer Optimierung der Überwachung und der Wahrnehmung der internationalen Meldeverpflichtungen ist eine verpflichtende Meldung dieser Seuchen nach § 4 dieser Verordnung zielführend. Die Regelungen der Tierseuchenmeldeverordnung gelten für ganz Deutschland.“
Mit der Einführung der Meldepflicht für EHV-1 können die betroffenen Ställe nun auch von behördlicher Seite unter Quarantäne gestellt werden.
Unabhängig davon ist es jedoch im eigenen Interesse der Ausbruchsbetriebe sowie der Kontaktställe unbedingt nötig, Vorkehrungen zu treffen, damit eine Ausbreitung der hoch ansteckenden Krankheit um jeden Preis verhindert wird.
Was tun bei einem Herpes Ausbruch?
Idealerweise wird der Stall in drei Bereiche aufgeteilt für kranke Pferde, verdächtige Pferde und gesunde Pferde, jeweils mit eigenen Gerätschaften wie Eimern, Mistgabeln, Besen usw.. Da Herpes in erster Linie durch direkten Kontakt übertragen wird, sollten die Pferde so wenig Kontakt wie möglich zueinander haben.
Zweimal täglich sollte bei den Pferden Fieber gemessen und das Verhalten beobachtet werden. Typisch für einer Herpesinfektion sind Erkrankungen der oberen Atemwege, auch Appetitlosigkeit und bei schwerem Verlauf neurologische Ausfallerscheinungen bzw. je nach Virustyp Fehl- oder Frühgeburten. Eine Behandlung ist nur symptomatisch möglich.
Personen können die Viren ebenfalls von Pferd zu Pferd übertragen. Daher ist es notwendig, sich nach dem Kontakt mit kranken Tieren umzuziehen, Einweghandschuhe zu verwenden, die Hände zu waschen und zu desinfizieren und Schuhüberzieher zu benutzen. Desinfektionswannen an den Stalltüren sind ebenfalls dringend empfohlen.
Hunde und Katzen sollten aus den Ställen herausgehalten werden. Der Hof sollte abgeriegelt werden, so dass kein Pferd den Betrieb verlassen kann, aber auch keine weiteren von außen hinzukommen. Turnierteilnahmen, Lehrgangsbesuche etc. müssen in dieser Zeit hintenanstehen.
Eine Rückkehr zur Normalität ist vier Wochen nach Abklingen der Symptome bei den Pferden möglich, sofern innerhalb dieser vier Wochen kein Pferd erneut Fieber bekommen oder sonstige Symptome gezeigt hat.
Auch wenn die Immunisierung gegen Herpes keine Pflichtimpfung mehr ist, raten Tierärzte, FN und StIKo Vet (Ständige Impfkommission Veterinärmedizin), bestandsübergreifend dagegen zu impfen, weil geimpfte Pferde weniger Viren ausscheiden. Dadurch ist der Infektionsdruck insgesamt geringer.