Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in niedersächsischem Ausbildungsstall?
NDR berichtet über staatsanwaltliche Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz
Screenshot NDR.de Es ist noch nicht lange her, da hat der dänische Fernsehsender TV2 von einem Olympia-Dressurreiter berichtet, der dabei gefilmt wurde, wie er Pferde im Training geschlagen hat. Hier finden Sie die Einzelheiten zu dem Fall.
Doch solche Bilder scheint es auch in Deutschland zu geben, wie der NDR heute berichtet. Die Oldenburger Staatsanwaltschaft berichtet aufgrund einer Anzeige zweier Pferdepflegerinnen gegen ihre ehemaligen Arbeitgeber, einem Ausbilderpaar, das einen Stall in Niedersachsen betreibt.
Die Vorwürfe der Anzeigenstellerinnen wiegen schwer. So soll ihre ehemalige Chefin ein Pferd mehrfach mit einer Schaufel geschlagen haben. Bei mehreren Pferden sei die Gerte prügelnd zum Einsatz gekommen sein. Die Pferde seien so „gebrochen“ worden, dass sie „am Ende alles gemacht haben“.
Der NDR berichtet von dokumentierten Verletzungen an den Flanken im Bereich der Sporen, an der Hinterhand und in den Maulwinkeln. Zum Teil ist der Beitrag damit bebildert.
Vorwürfe werden bestritten
Allerdings steht in dem Fall Aussage gegen Aussage. Die Bilder, die angeblich Verletzungen von Pferden aus dem Bestand des Ausbildungsstalls dokumentieren, seien keinem der Pferde zuzuordnen. Zudem teilte die Anwältin des Paares mit, dass bei einer unangekündigten Kontrolle durch das Veterinäramt bei gezielten Untersuchungen keine Verletzungen bei den Berittpferden festgestellt wurden.
Auch habe es laut der Anwältin „in den 18 Jahren der beruflichen Tätigkeit keine Rüge oder gleichartige Ahndung wegen Regelverstößen gegen die Leitlinien der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) gegeben“.
Der NDR erklärt allerdings, dass nach seinen Informationen aufgrund der Anschuldigungen der Pflegerinnen ein Disziplinarverfahren bei der FN läuft.