Weltcup-Kür von Herning an Favoriten Cathrine Laudrup-Dufour und Freestyle
Überlegener Weltcup-Sieg für Laudrup-Dufour in Herning, Personal Best für van der Putten
Siegerpose vor jubelnder Weltcup-Kulisse in Herning – ein vertrautes Bild bei Cathrine Laudrup-Dufour und Mount St. John Freestyle, hier bei ihrem ersten Sieg 2024.
Foto: FEI/Pernilla Hägg Mit exakt 90 Prozent sicherten sich die WM Silbermedaillengewinnerinnen Cathrine Laudrup-Dufour und Mount St. John Freestyle die Weltcup-Kür von Herning. Es war der dritte Sieg in Folge für die beiden bei ihrem dänischen Heimspiel und sie konnten auf der letzten Linie schon vor der Grußaufstellung den begeisterten Applaus ihres Publikums genießen. Es war eine schöne Kür mit einer Trabtour, die nach einem neuen persönlichen Rekord aussah. Im Galopp hätte man sich aber etwas mehr Energie und Go gewünscht. Da schnalzte man gedanklich mit. Einen Fehler hatten die beiden in den Zweierwechseln, den sie aber auf der Jokerlinie ausbügeln konnten. Gleichwohl war auch hier der Wechsel nach links immer weiter durchgesprungen als der nach rechts. Aber das ist, wie man so schön sagt, Jammern auf sehr sehr hohem Niveau. Dass diese beiden die Prüfung gewinnen müssen, stand außer Frage.
Niederländische Einzelmedaillen-Kandidaten
Wie gesagt, wer gewinnt, war abzusehen. Überhaupt nicht abzusehen war hingegen, was für einen Sprung nach vorne die Niederländerin Marieke van der Putten und Zantana RS2 N.O.P. von gestern auf heute machen würden.
Gestern zeigten sich noch alte Probleme bei der zwölfjährigen Zonik-Tochter. Herning war – wie auch für Freestyle – das erste Turnier seit der WM Aachen für die beiden und Zantana schien die Hallenatmosphäre tendenziell stressig zu finden. Mit der Spannung, die sie ausstrahlte, hätte man wohl auch ein E-Auto aufladen können. Das war heute ganz anders.
Zantana war energiegeladen wie immer, aber diesmal ließ sie Marieke van der Putten zum Reiten kommen. Ja, es waren auch heute noch Spannungsmomente im Bewegungsablauf, und ja, sie müsste mehr durch den Körper schwingen. Aber sie zeigte sich schon deutlich (los)gelassener als noch gestern, war konstant und leicht in der Anlehnung, ausbalanciert, sicher vor den treibenden Hilfen und immer im passenden Rahmen.
Dazu ist Zantana sehr lektionssicher. Hier hat die Stute keine einzige Schwäche. Es gibt nur wenige Pferde, die in der Versammlung so aktiv Last aufnehmen können wie sie und dann aber auch in den Lektionen „nach vorne“ so glänzen. Wenn es van der Putten gelingt, Zantana noch mehr zur Ruhe zu bringen, hat sie ein Pferd für eine Einzelmedaille. Heute wurden es 86,235 Prozent, Personal Best und Rang zwei.
Von Essen vor dänischen WM-Bronzegewinnern
Maria von Essen und Invoice, die in der Kür der WM Abzüge erhielten, weil sie nicht erlaubte zweieinhalb statt maximal zwei Pirouetten gedreht haben, haben an ihrem Floorplan gearbeitet und tanzten mit einer wunderbar harmonischen und sicheren Runde auf den zweiten Platz. Mit 81,475 konnten sie sich gegen zwei Mitglieder des dänischen WM-Bronzeteams durchsetzen, Daniel Bachmann Andersen und Flash Gordon, der auch heute mehrfach sehr eng wurde (81,225) und Nadja Aaboe Sloth mit Favour Gersdorf, die sich mit 80,545 über das zweitbeste Kür-Ergebnis ihrer gemeinsamen Karriere freuen konnten.
Die deutschen Ergebnisse
Mit einer schönen Runde verbuchten Dr. Svenja Kämper-Meyer und ihr Familienpferd Amanyara M erneut das beste deutsche Ergebnis: 76,285 Prozent, Rang acht. Sowohl Moritz Treffinger auf Cadeau Noir als auch bei Dorothee Schneider mit First Romance hatten heute deutliche Fehler in den Serienwechseln, die die Bewertung drückten, so dass die beiden die Plätze elf (75,490) bzw. zwölf (73,375) belegten. Das war insbesondere für letztere schade, denn die Trabtour war richtig gut, voller Energie und ganz sicher in Takt und Anlehnung beim ersten internationalen Auftritt des Paares seit November 2025.
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