Dressurturnier in Ankum mit Dorothee Schneiders Neuem, einem S-Sieger für Therese Nilshagen und Escamillo
Neues aus Ankum – Debütanten, Wiederholungstäter und Rückkehrer
Escamillo v. Escolar-Rohdiamant unter Manuel Dominguez Bernal im Finale des Nürnberger Burg-Pokal.
Foto: sportfotos-lafrentz.de Highlight heute in Ankum war der Grand Prix, der an ein Pferd ging, das noch nie einen deutschen Turnierplatz betreten hat und auch in seiner Heimat, den Niederlanden, noch keine Erfolge vorzuweisen hat: Sieger war der in Westfalen gekörte, neun Jahre junge KWPN-Hengst Mr Desperado CVT v. Desperado-Wynton. Das „CVT“ steht für den Züchter Carlo van Trierum aus den Niederlanden. Besitzer des Rappen ist aber Patrik Kittel, der heute auch selbst im Sattel saß. Erster Grand Prix, satte 75,867 Prozent für den Vertreter des Mutterstamms, der unter anderem auch das internationale Grand Prix-Pferd Forlan sowie den NRPS-Prämienhengst Next Level hervorgebracht hat. Für die Piaffen gab es mehrfach die 9, für die Passage hauptsächlich Achten und für die Übergänge ebenfalls. Auch die Pirouetten waren den Richtern Achten wert.
Der Rappe mit der breiten Blesse, Stallname „Dennis“, ist Patrik Kittels große Zukunftshoffnung. „Ich kann es nicht glauben“, berichtet Kittel. „wir haben unseren ersten Grand Prix mit fast 76 Prozent gewonnen. Mr Desperado aka Dennis war unfassbar und es fühlt sich so leicht an. Der Weg war steinig. Ich hatte Angst, Zweifel, war unsicher. Aber wie mir mal jemand gesagt hat – gib niemals auf.“
Starvererber
Nicht seinen ersten Grand Prix, aber den ersten nach der Decksaison ging der elfjährige Rheinländer Hengst Escamillo, der auch dieses Jahr wieder zu den Top-Lieferanten auf deutschen Körplätzen zählt. Unter dem Spanier Manuel Dominguez Bernal, der seinerzeit den Beritt von Helen Langehanenberg übernommen, den Hengst von Klasse M bis Grand Prix ausgebildet hat und inzwischen auch als Mitbesitzer neben der US-Amerikanerin Kimberley Davies-Slous geführt wird, erhielt der Escolar-Rohdiamant-Sohn 72,90 Prozent. Das Rückwärtsrichten war heute nicht sein Ding, aber ansonsten lieferten die beiden eine runde Prüfung mit überdurchschnittlichen Bewertungen für u.a. den starken Trab, die Passage und die Schritttour.
Siegerhengst
Rang drei ging an einen alten Bekannten: den Oldenburger Siegerhengst von 2019, Bellany v. Bon Ceoeur-De Niro aus der Zucht von Sigrid Schmidt und im Besitz des Dressurpferde Leistungszentrums Lodbergen. Chefbereiterin Therese Nilshagen stellte Bellany für 71,767 Prozent vor.es war der zweite Grand Prix für das Paar und das erste Mal, dass sie die 70 Prozent-Marke knacken konnten.
Noch einmal Lodbergen
Für Therese Nilshagen war dieser Donnerstag ein erfolgreicher Arbeitstag. Vor dem Grand Prix stand eine S* auf dem Programm. Die konnte sie gewinnen, dank des erst siebenjährigen Westfalen-Hengstes Forte per me v. For Romance-De Niro aus der Zucht von Ludger Wigger-Pieper. Der bunte Fuchs aus dem Ehrentanz I und II-Stamm war Reservesieger der NRW-Hauptkörung 2021 und ging mit Linda Schmidt bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde an den Start. Heute ging Forte per me seine erste S-Dressur und für die Premiere saß zum ersten Mal Therese Nilshagen im Sattel. Hat gut geklappt: Platz eins mit 70,796 Prozent.
Zweite (70,427) wurde Leonie Sahm auf dem zehnjährigen DSP-Wallach Feiner Kerl v. Floriscount vor Anna Schölermann und KWPN-Wallach Klarinet v. Everdale-Special D (70,214).
Dorothee Schneiders neuer Youngster
Das Turnier in Ankum begann gestern wie üblich mit den Dressurpferdeprüfungen, wo unter anderem Dorothee Schneider die zweite gelbe Schleife in Dressurpferde-L mit einem Pferd gewann, das man unter ihr dieses Jahr zum ersten Mal sieht: Famos Redemption. Der fünfjährige Revolution-Sohn ist ein dänisches Warmblut und hieß eins Plus Horses Redemption für den Stall Plus Horses von seiner Züchterin Laila Mayer.
In Dänemark ging Redemption keine Turniere. In Deutschland hatte er im August einen Auftritt in Dressurpferde-A, den er mit 8,8 gewann. Seit diesem Jahr sitzt Dorothee Schneider nun selbst im Sattel. Bereits vor zwei Wochen gewann das Paar sein Debüt mit einer 8,04. Heute wurde es noch ein bisschen mehr: 8,36 dank der Einzelnoten 8,2 für Trab und Galopp, 8,5 im Schritt, 8,4 in der Durchlässigkeit (der einzige Teilnehmer über 8) und 8,5 für die Perspektive.
Dorothee Schneider berichtete nach dem ersten Sieg, der Hengst habe verletzungsbedingt eine längere Pause gehabt. Sie ist ganz begeistert von ihm, denn abgesehen davon, dass er „wunderschön“ ist, sei er „super schön zu reiten“ und lasse deshalb auch ihr Ausbilderherz „erheblich höher schlagen“, schwärmt sie.
Zuvor hatte Annika Korte mit der vierjährigen Oldenburger Bonds-Tochter Bon Prix die Dressurpferdeprüfung Klasse A mit 8,12 gewonnen. Zweite war hier Leonie Richter auf dem ebenfalls erst vierjährigen Hannoveraner Hengst Vigo v. Vitalis, der Richter selbst gehört, und der mit 8,0 bewertet wurde.
In der Dressurpferdeprüfung Klasse M setzten sich Steffi Viehoff-Wolf und der sechsjährige Oldenburger Escamillo-Sohn Enzo Ferrari mit 8,36 klar an die Spitze des Feldes, gefolgt von Nicole Wego-Engelmeyer mit der KWPN-Stute Promise v. Lennox U.S. (8,28). Dritte wurde Charlott-Maria Schürmann mit Zum Dank v. Zum Glück, der mit 8,14 aus dem Viereck kam.
Nachwuchs-S
Für die Sieben- bis Neunjährigen stand heute noch eine Dressurprüfung Klasse S auf dem Programm. Hier siegte ein Pferd, das dieses Jahr auch schon beim Bundeschampionat am Start war: der Westfalen-Wallach Just Forever v. Jovian aus der Zucht von Bernhard Schulze-Sutthoff und vorgestellt von seinem Ausbilder Lars Schulze-Sutthoff. Die Großmutter Diva v. Davignon brachte neben Just Forevers Mutter Rock for Diva (v. Rock Forever) auch die Stute Emotion v. Ehrentanz. Die wiederum ist die Mutter des Burg-Pokal Finalisten Voller Emotionen NRW, der letztes Wochenende in Oldenburg auf sich aufmerksam machte. Der Erfolg liegt also in der Familie. Heute gab es die gelbe Schleife für 71,865 Prozent.
Zweiter wurde Patrik Kittel auf dem achtjährigen Trakehner Hengst Olymp v. Helium-Imperio aus der Zucht des Gestüts Radegast und im Besitz der BG Leuenberger und Voss. 2024 und 2025 hatte Stephanie Leuenberger-Voss den schicken Braunen noch selbst bis Klasse S vorgestellt. Heute saß erstmals Kittel im Sattel und musste sich mit 71,429 Prozent nur knapp geschlagen geben.
Dritte (70,079) wurde die Gewinnerin des kleinen Finales beim Bundeschampionat der Siebenjährigen in diesem Jahr, die Oldenburger Stute Noble Secret v. Secret-Sunny Boy unter Leonie Richter. Die Stute war schon 2025 beim Bundeschampionat dabei und konnte sich übers kleine Finale den Auftritt im Finale sichern, damals noch unter Emma Agne. Damals wurde sie 13. Dieses Jahr ging sie nicht im Finale. Dafür war sie an anderer Stelle mit Leonie Richter Dressurpferde-S-siegreich, gleich im ersten Anlauf in Elmlohe.
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