Isabell Werth siegt mit Back for Good in Einlaufprüfung zur letzten Louisdor Preis Qualifikation in Guxhagen
Isabell Werth siegt mit Back for Good in Einlaufprüfung zur letzten Louisdor Preis Qualifikation in Guxhagen
Isabell Werth und Back for Good in Guxhagen-Dörnhagen. Foto: Secreenshot Clipmyhorse Neues Spiel, neues Glück … Nach der aberkannten Qualifikation auf dem Anakenenhof nutzte Isabell Werth mit Back for Good die Chance, in Guxhagen das Ticket für die Finalteilnehme mit dem hochbeinigen Dunkelfuchs zu sichern. Beim Gruß richtete sich der Blick des Ben Benicio-Sohns erst einmal gen Hallendecke. Dann ging es los. Es war ein Ritt, bei dem technisch beinahe alles funktionierte, man dem DSP-Wallach, dessen Karriere als gekörter Hengst begonnen hatte, aber die innere Anspannung anmerkte. Vor zwei Wochen hatte Werths „Stable Jockey“ Niklaas Feilzer den Wallach in einer S-Dressur erfolgreich vorgestellt. Damit war der Weg frei für den erneuten Versuch, den Dunkelfuchs für den Louisdor Preis zu qualifizieren.
Technisch alles da, Routine fehlt noch
Nach einer dynamischen Trabverstärkung und gut kreuzenden Traversalen zeigte der Brandenburger gleichmäßige Piaffen, wenn auch nicht ganz spannungsfrei. In der zweiten gewährte ihm Werth, den Hals etwas länger zum Ausbalancieren zu nutzen, was sich auf den Übergang in die Passage positiv auswirkte.
Technisch brillant: die erste, sehr zentrierte Pirouette links. Generell sah man aber auch im Galopp, dass dem Wallach die Turnierroutine fehlt. Er ist er ist in sechs Prüfungen in Klasse S am Start gewesen in den vergangenen zwei Jahren.
Das Wechselwürmchen in den Einern
Im Galopp wünschte man sich, dass der große Dunkelfuchs noch mehr und entspannter über die gesamte Rückenlinie arbeiten würde. Mit „voller Kraft voraus“ ging es in die Zweierwechsel. In den fliegenden Galoppwechseln von Sprung zu Sprung war dann nach gelungenem Beginn der Wurm drin. Erst zum Schluss der Diagonale fanden die drei Komponenten, die es braucht – Pferd, Reiterin und Hilfengebung - wieder zueinander. Werth klopfte den DSP-Wallach anerkennend. Mit 73,026 Prozent geht sie als Siegerin und damit Favoritin am Sonntag in die eigentliche Qualifikation für das Finale der Serie.
Ein „Hallowach“ macht Vitali vitaler
Nach einer schon sehr überzeugenden Vorstellung, Platz drei, auf dem Anakenenhof hat Anna Schölermann mit dem acht Jahre jungen Vitalis-Sohn Vitally PCH relle Chancen, sich für das Finale zu platzieren. Vitally bringt alles mit, was ein Grand Prix-Pferd braucht. Schölermann musste den Dunkelfuchs in der zweiten Piaffe allerdings einmal deutlich daran erinnern, dass dies keine Lektion ist, die im Hinterbein in Zeitlupe ausgeführt wird. Nach dieser Ermunterung piaffierte der Sohn der Olympiazweiten Weihegold dann lebhafter. Die erste Piaffe war zu spät begonnen und sehr deutlich im Vorwärts. Das kleine Anwecken schien eine große Wirkung entfacht zu haben. Im weiteren Verlauf der Prüfung wirkte Vitali aktiver, stand mehr vor den treibenden Hilfen.
Die Pirouetten war gleichmäßig im Durchsprung, hätten aber noch etwas kleiner ausgeführt werden können – vor allem die zweite. Die fliegenden Galoppwechsel zu zwei Sprüngen und von Sprung zu Sprung waren ein Highlight der Aufgabe. Auch bei der letzten Passage auf der Mittellinie offenbarte Vitally PCH sein ganzes Potenzial. Kein Vergleich zum Auftakt der Aufgabe, als die Passage noch etwas energielos vorgetragen worden war. 72,316 Prozent, Platz zwei.
Dr. Annabel Frenzen und Vabali sicherten sich Platz drei. Der elastische Veneno-Sohn zeigte gleichmäßige Passagen und sichere Serienwechsel, den Piaffen fehlte es noch an Energie und Abdruck, die Galopppirouetten hätten balancierter sein können (71,526).
Knapp dahinter rangierte Lucie Anouk Baumgürtel mit First Vienna. Die U25-Mannschaftseuropameisterin spielte die Stärken ihrer Vitalis-Stute im ersten Drittel der Aufgabe voll aus: Die erste Piaffe sicher auf der Stelle, vielleicht mit ein wenig zu wenig Tritten, was Punkte kostete. Insgesamt war die Trab- und Piaffe-Passage-Tour zu Beginn elastisch, geschmeidig und ausdrucksstark. In der Linkspirouette stemmte die Stute aber im Hinterbein, sprang nahezu gleichzeitig, anstatt den Galopprhythmus aufrechtzuerhalten. Das wurde seitens der Richter für weniger problematisch erachtet als die Pirouette nach rechts. Die legte die Reiterin größer an und konnte das Rhythmusproblem so reduzieren. Das Paar bekam einen Punkt weniger als Annabel Frenzen (71,474).