DERBY Stars von Morgen, Intermédiaire II, Pferd International München: Trischberger vor Reichert und Casper
Franz Trischberger und Kinshasa piaffieren zum Sieg in der Intermédiaire II in München
Franz Trischberger und Henriettenhof's Kinshasa OLD , hier beim Finale des Nürnberger Burg Pokal 2024 (Archivfoto). Foto: sportfotos-lafrentz.de Franz Trischberger und Henriettenhof’s Kinshasa OLD haben die erste Dressurprüfung im Rahmen der großen Tour auf der Pferd International in München gewonnen. Die Oldenburger Stute, einst Zehnte im Finale des Nürnberger Burg Pokal, setzte sich nicht zuletzt aufgrund ihres Talents für Piaffen und Passagen an die Spitze des Feldes. Gerade in den Piaffen setzt sich die Stute sehr gut, senkt die Gruppe deutlich und schafft es, den Fleiß im Abfußen dabei beizubehalten. Den erlaubten einen Meter im Vorwärts in dieser Intermédiaire II nutzte Franz Trischberger gut aus in den Piaffen. Vielleicht waren es manchmal auch ein paar Zentimeter mehr. Das kam aber den weitestgehend geschmeidigen und flüssigen Übergängen in die Passage entgegen.
Es hätten locker 72+-Prozent sein können
Ein großer Lapsus unterlief den beiden. Beim Angaloppieren aus dem Schritt schien die Stute zunächst nicht genau zu verstehen, was gefordert war. Dann sprang sie im Außengalopp an und erst kurz vor der zweiten Ecke der kurzen Seite waren Pferd und Reiter dann wieder beieinander. Den anschließenden Mittelgalopp über die Diagonale legte Trischberger entsprechend konservativ an.
Auch in der Galopp-Tour hat die Bordeaux -Tochter einiges zu bieten: seien es die schon gut gesetzten Pirouetten mit viel Lastaufnahme, oder die Serienwechsel. Allerdings wünschte man sich leztere Lektion noch weniger schwankend in der Zukunft. Mit 71,1 Prozent war den beiden der Sieg an diesem Tag nicht zu nehmen.
Kapital in vierlerlei Hinsicht
Das vielleicht größte Pferd in der gesamten Prüfung wurde von Yara Reichert vorgestellt: Force Majeure, Oldenburger, ein echtes Pferd im Gardemaß. Der Rappe, einst über die P. S. I. Auktion von Ulrich Kasselmann verkauft und vorher von Olympiasieger Frederic Wandres auf dem Bundeschampionat ins Finale geritten, zeigte viel Talent für die Piaffen. Dem Charakter der Prüfung entsprechend, DERBY Stars von Morgen möchte ja sowohl zwei- als auch vierbeinige Talente in das Rampenlicht stellen, fehlte es dem Zehnjährigen, noch etwas an Kraft. Das konnte man vor allem in der Passage erkennen, wo der Fürstenball-Sohn häufiger ungleich weit im Hinterbeinen durchfußte.
Was in den Piaffen zu erkennen war, das zeigte sich auch in den Pirouetten: Hohe Versammlungsbereitschaft, wobei der Rappe dann in der Rechtspirouette noch nicht ganz die Kraft hatte, sich bis zum Ende der 360- Grad-Wendung zu tragen und deutlich im Genick abkippte. 70,737 Prozent, Platz zwei.
Routine bekommen
Dritte wurde Nicole Casper mit Birkhofs Zabalou. Das Paar, dass auch schon in der Louisdor Preis Qualifikation in Hagen bei Horses and Dreams am Start war, begann sicher. Im ersten Drittel der Aufgabe kam es aber zu einem Missverständnis zwischen Reiterin und Pferd. Der Wallach verstand die Hilfe zur Passage nicht so recht, blockierte dann kurz, aber nach einem leichten Klopfen am Hals war das Vertrauen und die Ruhe wiederhergestellt, sodass er dann auf der Halbdiagonalen sicher zur ersten Piaffe kam.
Die Piaffen, wie auch die Übergänge zu den Passagen, zählen zu den Talentschwerpunkten des Zalando-Sohnes. Was man sich für die Zukunft wünschte, dass der Zack-Enkel noch ein wenig mehr im Hinterbein in der Piaffe trägt und nicht so sehr auf den Vorderbeinen stützt. In punkto Takt und Gleichmaß gelangen allerdings diese Lektion der höchsten Versammlung schon sehr sicher und selbstverständlich. Insgesamt gelang es der Ausbilderin, den Wallach, ein mütterlicher Sohn der Hengste Lord Leopold und Topas, weniger eng als noch in Hagen im Ganaschenwinkel vorzustellen. Das Duo aus Schwaben kam auf 69,474 Prozent.
Ergebnisse DERBY Stars von Morgen, Intermédiaire II in München
CDI 3*-Grand Prix für Simone Pearce
Auch ein erster Grand Prix fand bereits statt auf dem ehemaligen Olympiaareal in München-Riem. Bei der Pferd International gibt es grundsätzlich zwei Grand Prix-Touren, eine auf Drei-Sterne-Niveau und eine auf Fünf-Sterne-Niveau. Dort wird unter anderem Jessica von Bredow-Werndl mit Kismet an den Start gehen.
Den Grand Prix der CDI3*-Tour konnte sich Simon Pearce mit Will Marq sichern. Damit knüpfte das Paar an die guten Darstellungen im Rahmen des Mannheimer Maimarktturniers an. 71,892 Prozentpunkte und von allen Richtern auf Platz 1 gesehen, lautete das Resultat für die Australierin. Mit einer persönlichen Bestleistung wurde die Kombination Shiva NRW und Nadine Plaster Zweite. Die Sir Heinrich-Tochter kam auf 70,109 Prozent. Es wären sogar noch mehr Punkte drin gewesen, hätte es nicht einen teuren Fehler in den Serienwechseln im Galopp gegeben. Platz drei ging an den Österreicher Florian Bacher mit Da Vinci, 68,305 Prozent.
Ergebnisse CDI 3* Grand Prix Pferd International München 2026