Rose Oatley neue Deutsche Meisterin der U25 Dressurreiter

U25 DM Kür entschieden, EM Team benannt

Dressur
Meistertaufe der Generation U25. Foto: sportfotos-lafrentz.de Meistertaufe der Generation U25. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Das Podium war das gleiche, aber die Reihenfolge eine andere – Rose Oatley ist Deutsche Meisterin der U25 Dressurreiter in der Kür. Fest steht nun auch, wer die deutschen Farben bei den Europameisterschaften der U25 Dressurreiter in Pilisjaszfalu (HUN) vertritt.

Die Investition in die zwölfjährige Westfalen-Stute Alive and Kicking hat sich schon jetzt amortisiert für die Familie Oatley. Mit 78,30 Prozent trug sie die 19 Jahre junge Rose Oatley heute zu deren erstem U25-Titel, nachdem sie im Kurz-Grand Prix bereits Silber gewonnen hatte.


Die beiden haben schnell zueinander gefunden, nachdem Rose die All at Once-Tochter vor wenigen Wochen von deren Ausbilderin Charlotte Dujardin übernommen hatte. „Sie ist schon ein Familienmitglied, eine Mischung aus meinen beiden anderen Pferden Moony (ihr Pony Daddy Moon, mit dem sie unter anderem einen neuen Weltrekord aufstellte) und Sommi (die Stute Sommernacht, die sie unter anderem zur Europameisterin der Junioren machte)“, beschreibt Rose und konkretisiert: „Sie ist ein richtiges Lehrpferd. Ich kann mich unglaublich auf sie verlassen und es einfach genießen.“


Damit, dass es so gut läuft, wie dieses Wochenende, hat sie trotzdem nicht gerechnet. „Zuhause klappt es wirklich alles gut und ich versuche immer, das Gefühl von zuhause mit ins Viereck zu nehmen. Heute habe ich das Gefühl von Zuhause wieder ein bisschen aufnehmen können. Ich bin einfach nur unfassbar stolz auf sie.“


Silber an Baumgürtel


Ein Paar, das sich schon deutlich länger kennt, sind Lucie-Anouk Baumgürtel und die erst zehnjährige Hannoveraner Stute First Vienna, nämlich seit fünf Jahren. Die in Pony-, Junioren- und Junge Reiter-Lager erfolgsverwöhnte Lucie hat die Stute selbst bis Grand Prix ausgebildet, ihr Meisterstück sozusagen. Für die beiden ist es die erste U25-Saison und schon bei der Sichtung für den Piaff-Förderpreis waren sie bestes Paar. Diesen Eindruck bestätigten sie gestern mit dem Titel im Kurz-Grand Prix und heute mit Silber in der Kür, diesmal mit 77,125 Prozent.


Zuhause trainiert Lucie-Anouk Baumgürtel mit ihrer Mutter, aber auch mit dem ehemaligen U25-Bundestrainer Sebastian Heinze. Auf dem Weg in Richtung Grand Prix mit First Vienna hatte sie ein bereits erfahrenes S***-Pferd auf dem sie lernen konnte. Sie sagt aber auch, dass ihr hier ihre Ponyzeit zugute kam, wo sie bereits Erfahrung darin sammeln konnte, junge Pferde bzw. Ponys in den Sport hineinzubringen.


Auch wenn sie bereits 20 Goldmedaillen in ihrer Nachwuchszeit gesammelt hat, damit dass sie gleich in ihrer U25 so durchstartet, habe sie „überhaupt nie gerechnet“. „Wir gehen diesen Weg gemeinsam und es macht unheimlich viel Spaß“, beschrieb Lucie. „Vienna ist total liebevoll und sehr ehrgeizig. Das Besondere ist, dass wir uns schon so lange kennen, vom Bundeschampionat, wo wir Bronze gewonnen haben, bis jetzt hierhin. Wir kennen uns in und auswendig, es macht superviel Spaß und ich bin superdankbar, dass wir diesen ganzen Weg gemeinsam gehen.“


Die Konstante auf dem Podium: Pia-Carlotta Gagel


Ihre zweite Bronzemedaille dieses Wochenende durfte mit 74,950 Prozent Pia-Carlotta Gagel mit ihrem 16-jährigen Routinier Riccio mitnehmen. Ausgebildet von Martin Pfeiffer hatte der Rock Forever-Sohn bereits Grand Prix-Erfolge, als Pia ihn übernehmen konnte. Das war 2023 seither haben die beiden schon einige Erfolge sammeln können. Was nicht weiter verwundert, schließlich ist Pias Vater der Olympiarichter Henning Lehrmann. Zwar trainiere sie hauptsächlich mit Cora Jacobs, verriet Pia, aber eben auch mit ihrem Vater, der ihr die Sicht des Richters verdeutlicht.


Was ihren Riccio ausmacht, kann Pia schnell auf den Punkt bringen: „Er liebt seinen Weidegang. Wenn er nicht als erstes mit rauskommt, wird er ungemütlich.“


Das EM-Team 2026


Das vierte Paar für die U25 EM in Pilisjaszfalu: Katharina Schuster und Qnece L. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Das vierte Paar für die U25 EM in Pilisjaszfalu: Katharina Schuster und Qnece L. Foto: sportfotos-lafrentz.de

Diese drei, die die nationalen Medaillen dieses Wochenende unter sich verteilt haben, sind wenig verwunderlich Teil des Teams, das dieses Jahr bei der U25 EM in Pilisjaszfalu in Ungarn antritt. Komplettiert wird das deutsche Aufgebot von der Bayerin Katharina Schuster mit ihre Stute Qence L.


Die beiden kennen sich ebenfalls in und auswendig, sogar noch ein bisschen besser als Lucie und First Vienna, denn als die 23-jährige Katharina die Quantensprung-Tochter Qence L übernahm, war sie selbst 15 Jahre jung und die Stute dreijährig und erst wenige Monate unter dem Sattel. Die beiden sind die Ausnahme von der Regel „junger Reiter – altes Pferd, alter Reiter – junges Pferd“. Wie es dazu kam, hat die angehende Lehrerin uns im Interview verraten, das wir in der kommenden Woche online stellen. So viel sei verraten: Die Geschichte der beiden geht über sportliche Erfolge hinaus.


Vorläufiges Highlight in Sachen Karriere: die EM-Nominierung nachdem sie in der Intermédiaire II, also der Aufgabe, in der bei der EM die Mannschaftsmedaillen verteilt werden, am Donnerstag mit 70,921 Prozent Dritte geworden waren.


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