Tierquälerei: Misshandlungen und Schnittwunden nicht nur in Schockemöhle Gestüt Lewitz– Pferderipper in der Altmark und Ostwestfalen
Nicht nur bei Schockemöhle – Pferderipper in der Altmark und Ostwestfalen
Pferd auf der Weide – Symbolbild. Foto: toffi-images.de Auf einer Koppel in Kremkau in der Altmark kam es bereits im Juli zu einem Übergriff. Ein Dreijähriger wurde dabei mit einem scharfen Gegenstand angegriffen. Wäre der Schnitt nur wenig tiefer ausgefallen, hätte der Wallach nicht überlebt. Die Täter müssen am späten Nachmittag zu Werke gegangen sein.
Thomas Schuppert, im örtlichen Reit- und Fahrverein aktiv, kam am frühen Abend von einer Trainingsfahrt mit der Kutsche zurück. Auf der Koppel direkt neben seinem Haus stand der Fuchs, am Hals eine tiefe Wunde. Schuppert dachte zuerst an eine ganz normale Weideverletzung. Doch er fand nichts, woran sich das Pferd hätte verletzen können.
Der hinzugerufene Tierarzt sagte, er habe solche Wunden bereits an anderen Orten in letzter Zeit gesehen. Kurz sei er nur wenige Kilometer entfernt zu zwei Fohlen gerufen worden. Auch sie wiesen Schnittverletzungen auf, waren mutmaßlich ebenfalls angegriffen worden.
Bewegungsmelder, Kameras
Schuppert und seine Lebensgefährtin Nikola Kammin wollten es nicht bei der Hoffnung beruhen lassen, dass Täter selten am selben Ort noch einmal zuschlagen. Sie installierten auf ihrem Grundstück Bewegungsmelder und eine Videoüberwachung.
Im Austausch mit anderen Pferdebesitzern erfuhr Schuppert von einem weiteren Fall, rund 15 Kilometer entfernt. Dort seien einem Pferd offenbar die Nüstern mit einem Cuttermesser aufgeschnitten worden. Der Halter habe auf eine Anzeige verzichtet. Die Polizei, so soll es geheißen haben, tue ohnehin nichts.
Bei der zuständigen Polizeiinspektion Stendal sind tatsächlich für die westliche und östliche Altmark bislang nur eine einstellige Zahl von Anzeigen eingegangen, bei denen es um möglicherweise mit einem Messer verletzte Pferde gehe, zitiert der MDR die Sprecherin der Behörde, Kim Marise Krumbach. Von weiteren Fällen erfuhren die Ermittler demnach aus der Zeitung. Das Problem: „So gehen uns Zeugen verloren“.
Ein Korridor von Möllenbeck bis Klötze
Ein Pferdehalter hat derweil eine Karte angefertigt. Dort sind alle ihm bekannten Fälle mit Ort und Datum eingetragen. Das Bild: Die Spur zieht sich mit nur einer Ausnahme durch einen schmalen Korridor, in der Altmark von Möllenbeck im Osten bis Klötze im Westen, von Brandenburg bis nach Niedersachsen.
Schuppert hat erst kürzlich wieder von einem Angriff gelesen. Er staunt, dass es weitergeht und man des Täters nicht habhaft wird. Seine Hoffnung: Wenn alle Fälle mit Datum, Ort und Uhrzeit zusammenkommen, bekommt der Täter zumindest Sorgen, doch noch erwischt zu werden.
Auch in Ostwestfalen werden Pferde Opfer von Übergriffen
In Ostwestfalen, in den Kreisen Höxter und Lippe, sind seit Juni 2026 Pferde von Unbekannten verletzt worden. Ein Jungpferd kam dabei im Juni ums Leben. Ihm waren unter anderem schwere Schnittverletzungen an den Hinterbeinen zugefügt worden. Das Pinto-Jährling musste eingeschläfert werden.
Andere Pferde wiesen Verletzungen an Hals, Kopf, Brust, Beinen und Genitalien auf. Insgesamt, so berichten unterschiedliche Medien, seien ca. ein Dutzend Pferde den mutmaßlichen Pferderippern zum Opfer gefallen. Weitere tote Pferde sind seit Juni nicht bekannt geworden.
Ende September haben der oder die Täter wieder zugeschlagen. Daraufhin nahm die Polizei die Ermittlungen wieder auf.