Jetzt abstimmen für die FEI Awards 2026 – drei deutsche Pferdesportler unter den Nominierten
FEI Awards 2026: Vielseitigkeitseuropameisterin Theresa Leowald unter den Nominierten
Teresa Leowald sicherte sich und der deutschen Mannschaft die Goldmedaille bei den Junioren-Europameisterschaften der Vielseitigkeitsreiter in Segersjö, Schweden. Mit ein bisschen Glück und genügend Stimmen reist sie im Dezember nach China, um den Award als beste Nachwuchsathletin des Jahres entgegenzunehmen.
Foto: FEI/Kim C. Lundin Die FEI Awards 2026 werden in vier Kategorien vergeben. 17 potenzielle Preisträger wurden nominiert, wobei in der Kategorie “Bester Nachwuchsathlet” fünf Kandidaten auf Stimmen hoffen. Hier die Übersicht über die Nominierten aller Kategorien:
Peden Bloodstock Best Athlete
Diese Kategorie ehrt jene Pferdesportler (nicht nur Reiter), die sich auf internationaler Bühne durch besondere Leistungen ausgezeichnet haben. Die Nominierten:
- Steve Guerdat – der Weltmeister der Springreiter, der nun zu den wenigen Reitern seiner Zunft gehört, die alle Einzeltitel gewonnen haben, die der Sport zu vergeben hat. Der Schweizer ist Olympiasieger und Weltmeister und war Europameister. Allerdings ist er der einzige, der dazu noch dreimal den Weltcup der Springreiter gewonnen hat. Hinzu kommen unzählige Male, wo er mit auf dem Treppchen stand. Eine einzigartige Bilanz!
Guerdat war mehrfach als FEI Best Athlete nominiert, ging bei der Verteilung der FEI Awards aber bislang immer leer aus. - Alice Layher – die deutsche Voltigiererin ist seit ihrer Jugend Stammgast bei Championaten und kehrte nie ohne Medaille heim. Doch die Saison 2026 stellt alle anderen in den Schatten: erst Weltcup-Siegerin, dann Weltmeisterin – und das gleich doppelt, denn sie holten den Titel sowohl im Einzel bei den Damen als auch mit der deutschen Nationenpreismannschaft.
- Nina Mallevaey – mit ihren 26 Jahren ist die Französin nicht nur die jüngste Reiterin unter den Top Ten der Welt, sie ist auch die einzige Frau. Und das beständig seit vielen Monaten. Aktuell ist sie die Nummer acht der Weltrangliste. Verdient hat sich die Schülerin von Helena Stormanns diese Position mit u.a. Siegen im Nationenpreisen von La Baule und St. Tropez sowie Triumphen in den Großen Preisen von Williamsburg und Deauville neben diversen weiteren tollen Platzierungen. Bei der WM in Aachen war sie Achte in der Einzelwertung.
- Kate Shoemaker – die US-amerikanische Para-Dressurreiterin, die neben ihrem Sport als Tierärztin für Pferde arbeitet, hat mit ihrer Stute Vianne bei der WM in Aachen alles in den Schatten gestellt. Sie gewann drei Goldmedaillen und stellte zwei Weltrekorde auf, sowohl im Grand Prix A, wo sie ihre erste Einzelgoldmedaille holte, die zweite gab es in der Kür. Im Grand Prix B knackte das Paar die 80 Prozent-Marke.
Longines FEI Rising Star
Hier wird der beste Nachwuchsreiter, -fahrer oder -voltigierer des Jahres gesucht. Die Kandidaten sind zwischen 14 und 21 Jahre alt. Hier die Nominierten 2026:
- Lukas Heitmann – der 17-Jährige ist zwar altersmäßig noch Junior, hat dieses Jahr aber auch schon die Seniorenklassen aufgemischt, als er beim Aachen-Ersatzturnier in Warendorf die Einzelwertung gewann und zudem Deutscher Meister wurde. Bei den Junioren holte er EM-Gold. Es war die vierte Medaille in Folge seit seinem 14. Lebensjahr. Die Erfolge kommen nicht von Ungefähr. Heitmanns Voltigieren stößt in neue Dimensionen vor. Er ist der erste, der eine eineinhalbfache Wendung auf dem Pferderücken turnt.
- Prins Lejeune – der 15-jährige Belgier gewann mit seinem Pferd Hector den EM-Titel der Junioren im Einspänner und arbeitete sich dabei von Rang vier nach der Dressur über Platz zwei nach dem Marathon bis an die Spitze vor.
- Teresa Leowald – die 17-Jährige vom Rodderberg kommt aus einer echten Pferdefamilie. Springausbilder Karl Schneider ist ihr Onkel. Ihre Mutter Cordula gehört zum Trainerteam auf dem Rodderberg in Bonn. Schon die Location lässt erahnen, wo Teresas Leidenschaft liegt: im Busch. In den vergangenen Jahren gehörte sie zur besten Pony-Vielseitigkeitsreiterin Deutschlands mit der Stute Pearl, die zuvor unter anderem schon Anna Lena Schaaf zu unzähligen Erfolgen getragen hatte. Parallel zu den Ponys bildete Teresa den Schimmel DJ Continus aus und machte aus dem einstigen reinen Springpferd ein Vielseitigkeitspferd. Nicht irgendeines, sondern das, das sie dieses Jahr zu zwei Goldmedaillen bei den Europameisterschaften der Junioren trug, ihren ersten bei den “Großen”. Teresas ganz großer Traum: eines Tages ganz oben mitreiten und Medaillen für Deutschland gewinnen. Das Zeug dazu hat sie.
- Greta Lepratti – die italienische Nachwuchsspringreiterin Greta Lepratti (21) sorgte für eine kleine Sensation, als sie im Sommer Einzelgold für Italien bei den Europameisterschaften der jungen Reiter gewann. Insgesamt vertrat sie Italien bei fünf Europameisterschaften von den Children über Junioren bis zu den Jungen Reitern. Sie reitet auch schon bei den Senioren ganz oben mit. Unter anderem war sie beim Vierte in der Einzelwertung bei der Global Champions League Etappe von Rom über 1,60 Meter. Neben dem Sport studiert sie BWL.
- Jiayi “Dina” Yu – inzwischen hat die chinesische Dressurreiterin ihr 22. Lebensjahr vollendet, war aber zum Zeitpunkt der Nominierung noch 21. Die Schülerin von Cathrine Laudrup-Dufour, die ihrer Lehrmeisterin in Sachen Anlehnung und Leichtigkeit nacheifert, gehörte mit ihrem Wallach Jackpoint zum Goldteam bei den Asian Games, wurde außerdem Zweite im Prix St. Georges, gewann die Intermédiaire I und wurde Zweite in der Kür.
Cavalor Best Groom
Dieser FEI Award rückt die Menschen in den Mittelpunkt und ins Rampenlicht, ohne deren unermüdlichen Einsatz im Hintergrund der ganze Sport nicht funktionieren würde: die Pfleger. Dies sind die vier Kandidaten:
- Shahrouk Khan (IND) – Shahrouk Khan ist der Pflegerin der Dressurreiterin Gabrielle Thompson, die für die Vereinigten Arabischen Emirate reitet. Er kommt aus einem kleinen Dorf in Indien, wo die Möglichkeiten zur Schulbildung begrenzt waren. Aber er liebte schon immer Pferde und schaffte es, ein internationaler Pfleger zu werden, lernte Englisch und Arabisch und bereiste die Welt. Dabei hat er nie aufgehört sich weiterzubilden und is heute ein gefragter Mann, wenn es um Biomechanik, Verhalten, Fütterung und Pferdewohl geht.
- Romuald Le Goff – Pfleger für das französische Voltigierteam. Romuald war gerade mal vier, als er feststellte, dass Pferde die faszinierendsten Lebewesen der Welt sind. Eigentlich kommt er aus dem Spring- und Dressursport. Die Welt des Voltigierens lernte er erst später kennen und gründete einen eigenen Betrieb in der Nähe von Saumur, wo er sich seither ganz der Ausbildung von Voltigierpferden widmet. Bei der WM in Aachen gehörten gleich zwei seiner Schützlinge zu den Medaillengewinnern: Estado und Sir Sensation.
- Alizée Olivier – Alizée ist die Pflegerin des französischen Spring- und Vielseitigkeitsreiters Gaspard Maksud. Seit drei Jahren kümmert sie ich um seine Pferde, unter anderem Superstar Zaragoza.
- Victoria Riskalla – freiberufliche Pflegerin für Dressur und Para-Dressur aus Brasilien. Sie kommt aus einer Pferdefamilie und hat schon mit drei angefangen zu reiten. Ihr Bruder ist der Paralympics-Teilnehmer Rudolpho Riskalla. Außerdem hat sie unter anderm für Norbert van Laak, Wolfram Wittig, das Gestüt Schafhof, Yuri Mansur, Ellen Whitaker, Patrik Kittel, Isabell Werth und Michael Klimke gearbeitet.
FEI Inspire
Mit diesem Award werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die mit Unterstützung der Pferde Menschen helfen, ihren Weg im Leben zu finden – oder auch solche, die selbst einige Schwierigkeiten zu überwinden hatten, ehe sie ihren Traum leben konnten. Die Nominierten sind:
- Julia Battams mit Equine Pathways Australia, “EPA” – Julia Battams Berufung ist es, Menschen mit Behinderungen ans Pferd zu bringen. Darum hat sie Equine Pathways Australia (“EPA”) ins Leben gerufen und begleitet Menschen mit Einschränkungen vom ersten Kontakt zu den Pferden über die ersten Turniere bis in den internationalen Para-Sport.
- Fazenda Educadora – der Name lässt es schon erahnen, die 2020 gegründete Fazenda Educadora ist eine Art landwirtschaftlicher Ausbildungsbetrieb in Brasilien, wo Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren leben und lernen. Der Kontakt zu Pferden spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Kinde aus sozialschwachen Familien haben hier die Chance, wöchentlich zu voltigieren und Reitunterricht zu nehmen. Und bei entsprechendem Talent auch weitergefördert zu werden. So gehören zwei Kinder von der Fazenda Educadora nun dem brasilianischen Juniorenkader im Voltigieren an.
- Horse Rangers Association – die von Laura Griffith geleitete Horse Rangers Associtiation hat ihren Sitz in London und gehört zu einer der etabliertesten Jugendorganisationen überhaupt in der britischen Hauptstadt. Die Kinder durchlaufen hier Programme, zu denen neben Pferdepflege auch ehrenamtliche Tätigkeiten, Betreuung anderer und Führungsaufgaben gehören. Es geht darum, Kindern und Jugendlichen mit Hilfe der Pferde jene Kompetenzen an die Hand zu geben, die sie später im Leben brauchen. Das kommt so gut an, dass Eltern schon ihre Neugeborenen auf die Warteliste für die Teilnahme setzen lassen.
- Tegan Vincent-Cooke – Vincent-Cooke ist eine Para-Dressurreiterin, die für Jamaika an den Start geht. Sie war die erste Vertreterin ihres Landes, die bei Weltmeisterschaften an den Start gegangen ist, nämlich dieses Jahr in Aachen. Sie kam mit einer Zerebralparese, also einer dauerhaften Haltungs- und Bewegungsstörung, sowie Dystonie zur Welt, einer neurologischen Bewegungsstörung mit ähnlichen Auswirkungen. Das Reiten war ursprünglich eine physiotherapeutische Maßnahme. In den internationalen Sport wuchs sie mit dem ehemaligen Vielseitigkeitspferd Coco hinein, das sie nun auch zur WM begleitete. Tegan Vincent-Cooke will sich als schwarze Frau mit Behinderung für unterrepräsentierte Gemeinschaften einsetzen und zeigen, was alles möglich ist, wenn Talent und Entschlossenheit auf Chancen und Gemeinschaft stoßen.
Jetzt abstimmen!
Unter diesen Nominierten kann nun abgestimmt werden. Die Meinung der Pferdewelt zählt zu 50 Prozent. Die anderen 50 Prozent der Entscheidung werden durch eine Jury gefällt, zu der neben dem FEI Präsident Ingmar de Vos und der FEI Dressurkomitee Vorsitzenden Diana Al Share auch die Vorsitzende der FEI Regionalgruppe IX, Gigi Mathias, gehört, die damit eine ganze Reihe afrikanischer Länder von Angola bis Simbabwe vertritt. Außerdem sitzt mit Shilai Liu der Vizepräsident des chinesischen Pferdesportverbands im Gremium sowie Vertreter der Sponsoren Longines, Peden Bloodstock und Cavalor.
Aber erst einmal zählen unser aller Stimmen. Hier kann man sie direkt abgeben.
Die Preisverleihung erfolgt am 5. Dezember in einer feierlichen Zeremonie beim Galaabend anlässlich der FEI Generalversammlung in Jiangyin, China.