Die ersten Olympiamedaillen in Afrika
Dakar 2026 ist die erste olympische Sportveranstaltung auf afrikanischem Boden. 24 Reiterinnen und Reiter aus sechs Kontinentalteams sind in Diamniadio (SEN) angetreten, jedes Team mit vier Reitern.
Die ersten Medaillen wurden am Donnerstag in der Mannschaftswertung vergeben. In die Wertung kamen jeweils die drei besten Ergebnisse eines Teams. Gesprungen wurde ein 1,30 Meter-Parcours. Team Asien war als Führender in das Finale gegangen, knapp vor Europa, das nach der ersten Qualifikation mit zwei Nullrunden auf Rang zwei lag.
Asien hielt dem Druck stand. Am Ende standen 17 Strafpunkte auf dem Konto. Silber ging mit 21 Punkten an Inter America, gerade einmal einen Abwurf dahinter. Bronze holte das Team Afrika mit 29 Punkten, vor heimischem Publikum.
Für die neuen “Olympiasieger” aus Asien ritten Sresht Raju Mantena (IND) mit Crazy Horse Boop, Ruirui Sun (CHN) mit Astral Z, Alya Adnan Awadh Almheiri (UAE) mit Karlista de Residal und Nusrtdinov Zayan Fatih (INA) mit Ucaral de Beaujoir.
Die Chinesin Ruirui Sun war mit 19 Strafpunkten nicht gerade aussichtsreich in die Woche gestartet. Im Finale der Mannschaften ritt sie als Schlussreiterin eine fehlerfreie Runde, als es darauf ankam. “In der ersten Runde war er sehr nervös”, sagte Sun über Astral Z. “Diesmal habe ich ein paar Dinge geändert, damit er ruhiger wird. Ich glaube, er war viel gelassener und ist jedes Hindernis wirklich gut gesprungen.”
Inter America arbeitete sich im zweiten Umlauf nach vorn. Cristian Tejada Saravia (GUA) mit Comme d’Hbitude Jeme, Liza Tittle (USA) mit Senji de Reaute und Bruna de Rossetti Faine (CHI) mit Haribo de Moussadiere blieben alle fehlerfrei.
Europa mit dem Schweizer Mike Smits, Valentine Platini aus Monaco, Valentina Jarl aus Schweden und Iaroslav Pushkin aus Russland ging leer aus.
Einzelwertung – Zwölf im Stechen
Am Freitag folgte die Einzelentscheidung. Zwölf Paare blieben im Umlauf fehlerfrei und zogen ins Stechen ein. Dort fielen dann die Stangen.
Liza Tittle legte mit Senji de Reaute in 38,51 Sekunden eine Nullrunde vor. Der Kolumbianer Alejandro Gutierrez Alcocer kam mit Villeroy van het Harteveld Z ebenfalls fehlerfrei ins Ziel, 0,21 Sekunden langsamer. Und das, obwohl er auf dem Abreiteplatz gestürzt war und sich am Finger verletzt hatte. Erst nach einem Besuch beim Arzt durfte er überhaupt starten.
Dann kam der letzte Starter. Mike Smits ritt mit Barentin de Rampan in den Parcours. Die ganze Woche über hatten die beiden keine Stange berührt, weder in den Qualifikationen noch im Umlauf – dabei blieb es auch im Stechen. In 37,81 Sekunden sprangen Smits und Barentin de Rampan zu Gold.
Damit gewinnt zum ersten Mal ein Schweizer bei den Olympischen Jugendspielen Einzel-Gold im Springen. Martin Fuchs war 2010 im Einzel Neunter. Silber holte Liza Tittle auf Liza Tittle Senji de Reaut, mit 20 eines der ältesten Pferde der Prüfung, in die USA. Der Kolumbianer Gutierrez Alocer sicherte sich trotz seiner Verletzung Bronze.
Sieg dank seinem Pferd
Mit diesem Erfolg habe er zu Beginn der Woche nicht gerechnet, sagte Smits. Aber: “Als ich ohne Fehler durch den Umlauf kam, hat sich etwas verändert. Im Stechen habe ich beschlossen, alles zu geben, weil ich die Goldmedaille wirklich gewinnen wollte.“
Den größten Anteil am Sieg schreibt er seinem Pferd zu, das er wie seine Kollegen erst seit wenigen Tagen kannte. “Mein Pferd war diese Woche unglaublich. Er ist sehr vorsichtig und reagiert sofort. Ob man ihn vorwärts reitet oder zurückhält, er setzt um, was man von ihm möchte. Er ist ein wirklich fantastisches Pferd, und über die Auslosung kann ich mich bestimmt nicht beklagen.”

