Shane Sweetnam gewinnt Rolex Grand Prix von Falsterbo mit Husarenstück

Der Krimi im Rolex Grand Prix von Falsterbo mit irischem Sieg und Vogel auf Rang zwei

Sieger im Großen Preis von Falsterbo 2026: Shane Sweetnam und James Kann Cruz.
Foto: Rolex Sieger im Großen Preis von Falsterbo 2026: Shane Sweetnam und James Kann Cruz. Foto: Rolex
Er sei jetzt mal dran gewesen, sagte Shane Sweetnam und das stimmt wohl. Den Sieg im Rolex Grand Prix von Falsterbo hatte er sich jedenfalls hart erkämpft.

Von allen Seiten gab es Lob für den Parcours von Frank Rothenberger im Rolex Grand Prix von Falsterbo, der neben Wassergraben, drei- und zweifacher Kombinationen einen bunten Mix aus langen Linien und trickreichen Distanzen bot. Wer einen guten Rhythmus hatte und konzentriert von Sprung zu Sprung ritt, wurde belohnt. Das galt für 13 Paare. Unglücklicherweise aber nicht für André Thieme und Chakaria. Die Stute fußte in den Wassergraben, kam dementsprechend unrhythmisch an die nachfolgende dreifache Kombination und dann häuften sich die Fehler. 16 waren es am Ende für das designierte WM-Paar.


Besser lief es für den anderen deutschen EM-Reiter Richard Vogel auf seinem Aachen-Reservisten Cloudio. Nachdem die beiden im Nationenpreis etwas von der Rolle zu sein schienen, zeigte der Casall-Sohn sich heute wieder in Bestform und war einer der schnellsten Nuller im ersten Umlauf. Das war wichtig, denn im Stechen wurde in umgekehrter Reihenfolge der Rangierung aus Runde eins gestartet.


Shane Sweetnam und sein unglaublich konstant gut springender Olympiapartner James Kann Cruz legten es von Hindernis eins dieses Tages darauf an, sich im Stechen die beste Ausgangslage zu sichern. Schon im Normalparcours war der Schimmel mit seinem Riesengalopp uneinholbar schnell und dementsprechend durften sie als letztes gegen die Uhr antreten. Das stellte sich als Vorteil heraus.


Das Stechen


Ben Mahers schwedischer Hengst Point Break zeigte sich in absoluter WM-Form, sprang zwei souveräne Nullrunden, aber Maher riskierte nicht allzu viel im Stechen. Anders der Däne Andreas Schou mit seinem 13-jährigen athletischen Belgier Napoli vh Nederassenthof. Der Casus Knacktus dieses Stechens war eine enge Wendung auf eine Planke, vor der Rothenberger quasi als Wendemarke einen Quader aufgestellt hatte. Den konnte man umrunden. Oder auch nicht. Schou entschied sich für letztes, arbeitete wild auf dem Pferd und Napoli gab alles. Die Mühe der beiden wurde belohnt, mit fehlerfreien 39,98 Sekunden gingen sie in Führung.


Dass das, was schnell aussieht, nicht immer effizient ist, zeigte sich bei Steve Guerdat und seinem Iashin Sitte. Der Fuchs hat einen eher flachen unaufwändigen Galopp. Aber er ist wendig wie eine Katze und Steve Guerdat verschwendet keine Energie für aufwändige Manöver im Sattel. Mit minimalstem reiterlichen Einsatz lenkte er seinen Fuchs am Zwirnsfaden in unglaublichen 38,68 Sekunden ins Ziel. Er freute sich zu recht, aber zu früh.


Denn als nächstes kamen Richard Vogel und Cloudio an die Reihe und kein Springen ist gewonnen, ehe Vogel nicht im Ziel ist. Eigentlich konnte man sich gar nicht vorstellen, dass Geurdats Zeit noch zu stoppen sein würde. Aber Vogel ritt schon Hindernis eins mit dem Speed an, den er im gesamten Parcours nie wirklich verlor und so nicht nur die Wendung abkürzen konnte, sondern auch in den Distanzen sparte. Allerdings nur fünf hundertstel Sekunden. Doch es reichte, um Guerdat vorerst auf Rang zwei zu verweisen.


Dann war das letzte Paar an der Reihe, Sweetnam und sein 13-jähriger Schimmel v. Kannan. Wäre dies ein Stechen in der Halle gewesen, hätte der riesige Ire es wohl schwer gehabt. Doch auf dem großen Grasplatz von Falsterbo konnte Sweetnam die große Galoppade voll ausnutzen nahm überall die Distanzen mit den wenigsten Galoppsprüngen, meinte hinterher sogar, er hätte noch den einen oder anderen weglassen könne. Einen haarigen Moment gab es in der besagter Wendung. Denn anders als Iashin Sitte hat James Kann Cruz in solchen Momenten nicht 1000 Füße, die ihn stabilisieren. Er rutschte weg, fing sich aber sofort wieder und machte einen gewaltigen Satz über den Steilsprung, der ihn sofort wieder in Schwung brachte. Als er durchs Ziel flog, stoppte die Uhr bei 37,68 Sekunden.


Sweetnams Jubel kannte keine Grenzen und das schwedische Publikum feierte ihn als verdienten Sieger. Später sagte Sweetnam im Interview: “Er (James Kann Cruz) hat diesen Sieg wirklich verdient! Er war Zweiter in Dinard, Zweiter in Genf – wir waren jetzt mal dran.” Ob Richard Vogel ihm gratuliert hat, wurde er auch gefragt: “Ja, hat er. Aber er hat ja auch schon genug gewonnen!”


Alle Ergebnisse finden Sie hier.


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