Mauro Turfhorst besiegt Will Marq bei CDI Dressur Premiere in Verona

Dressur-Premiere bei der Fieracavalli mit drei WM-Paaren an der Spitze

Dressage
Dinja van Liere und Mauro Turfhorst in der Kür bei der WM in Aachen, wo die beiden Rang zwölf belegten.
Foto: Sportfotos-lafrentz.de Dinja van Liere und Mauro Turfhorst in der Kür bei der WM in Aachen, wo die beiden Rang zwölf belegten. Foto: Sportfotos-lafrentz.de
Erstmals wurde bei der Fieracavalli in Verona Dressur auf CDI Niveau geritten. An der Spitze des Grand Prix standen Dinja van Liere und Mauro Turfhorst – noch.

“Er wird ein Super-, Superstar”, prognostizierte Dinja van Liere, als sie 2025 mit dem damals erst achtjährigen KWPN-Hengst Mauro Turfhorst die Intermédiaire I beim CHIO Aachen gewann. Wie recht sie mit dieser Einschätzung hatte, konnte man schon bei der WM in Aachen erleben, wo der nun neunjährige Zonik-Sohn für Aufsehen sorgte. Gestern Abend ging er in Verona seinen vierten internationalen Grand Prix, den ersten seit der WM in Aachen, und gewann ihn mit einem neuen Personal Best von 75,652 Prozent. Und das dürfte nicht das Ende der Fahnenstange sein.


Highlights hatten die beiden insbesondere in der Galopptour. In der Trabarbeit und auch in der Schritttour war der bildschöne Rappe nicht immer stabil vor den treibenden Hilfen, kippte immer mal wieder hinter die Senkrechte und fußte beispielsweise nicht in allen Piaffen gleichmäßig durch. Aber er präsentierte sich äußerst Lektionssicher und war mit Feuereifer bei der Sache. Wie Dinja van Liere letztes Jahr in Aachen sagte: “Alles, was ich zu tun habe, ist mir die Aufgabe zu merken. Er erledigt den Rest.”


Will Marq will


Apropos Feuereifer – ein Pferd, dem man den ebenfalls ansieht, ist Simone Pearces spanischer Wallach Will Marq, dem man die sprichwörtliche Rittigkeit und Kooperationsbereitschaft der Rubinstein-Nachfahren (über Rio Marq und Rosario ist er ein Ururenkel) geradezu ansieht. Zu den Highlights zählten insbesondere die Piaffen – sicherer Diagonaltakt, hohes Gleichmaß, Lastaufnahme, Aktivität, alles da. In der Galopptour schien ihn etwas die Kraft zu verlassen, so dass es ihn beispielsweise in der Rechtspirouette Mühe kostete, weiter durchzuspringen. Aber auch er leistete sich nicht einen falschen Tritt und wurde mit 74,783 Prozent Zweiter. Auch für diesen Zehnjährigen, der es bei der WM in Aachen zur Überraschung seiner Reiterin (die noch gar keine Kür hatte) ins Kür-Finale geschafft hatte, ist dies das beste Ergebnis, das er in seiner noch jungen Grand Prix-Karriere bislang erzielen konnte.


Maxima Bella Dritte und mehr


Am vergangenen Wochenende noch siegreich in Peelbergen, ging es direkt weiter in Richtung Italien für Sandra Sysojevas Maxima Bella. Das polnische Duo zeigte u.a. tolle Traversalen, hatte aber Kommunikationsprobleme in den Zweierwechseln. Die dänische Richterin Susanne Baarup sah sie an der Spitze des Feldes, alle anderen Kollegen hatten sie auf Rang drei, wo sie mit 74,087 Prozent dann auch landete.


Platz vier ging an ein Paar, das war in Deutschland beheimatet ist, aber unter der Heimatflagge des Reiters startet: Borja Carrascosa mit seinem Hannoveraner Hengst Frizzantino, den Louisdor-Preis-Zweiten von 2023. Es wären mehr gewesen als 70,5 Prozent, hätte der Finest-Sohn nicht einen “Shit Happens-Moment” in der zweiten Piaffe gehabt.


Unter deutscher Fahne waren nur Evelyn Eger und die zwölfjährige Oldenburger Grey Flanell-Tochter Gossip Girl am Start, die Halbschwester zu u.a. Zantana von Marieke van der Putten ist. Sie hatten tolle Momente, vor allem gegen Ende der Aufgabe, aber insgesamt stand die Stute gestern zu sehr unter Anspannung, um ihr Talent ausspielen zu können. Mit gut 65 Prozent wurden die beiden Neunte.


Alle Ergebnisse finden Sie hier.


Es ist das erste Mal, dass die Fieracavalli in Verona einen CDI ausrichtet. Elf Paare waren angereist. Jeder Ritt wurde kommentiert und die Halle war schon im Grand Prix gut besucht. Vielleicht wird Verona ja dauerhaft ein neuer Termin im Turnierkalender.


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