Überblock über die Louisdor-Preis Sieger vergangener Jahre und die Finalisten 2026
Frankfurt ruft – die Zweite: die Louisdor-Preis Finalisten von gestern und heute
Louisdor-Preis Sieger 2025: Viva Gold OLD mit Isabell Werth. Foto: Sportfotos-lafrentz.de Noch nicht ganz so alt wie der Nürnberger Burg-Pokal, aber immerhin kurz vor seinem 20. Geburtstag steht der Louisdor-Preis. Wobei der, anders als sein älterer Bruder, mehrfach den Namen gewechselt hat, je nach Sponsor. Die Übersicht.
HKM-Cup
2007: Floresco mit Patrik Kittel – Der westfälische Hengst v. Florestan I gewann das erste Finale der neuen Serie in Paderborn mit 71,20 Prozent. Ein Jahr später ritt Kittel ihn bei den Olympischen Spielen in Hongkong für Schweden, das Team wurde Vierter.
Medien-Cup
2008: Carabas mit Oliver Luze – Der Holsteiner Hengst, Siegerhengst der Holsteiner Körung 2000, wurde Anfang 2009 für kolportierte 1,2 Millionen Euro an Sponsoren von Andreas Helgstrand verkauft. Mit dem Dänen startete er bei der EM 2009 in Windsor, später ging er unter Rainer Schwiebert bis 2015 Grand Prix. Als Vererber hinterließ er unter anderem Cayenne W, Weltmeisterin der jungen Dressurpferde 2007. Carabas starb 2020 mit 22 Jahren.
2009: Dablino mit Anabel Balkenhol – Der Hannoveraner v. De Niro aus einer Wanderbursch-II-Mutter holte 2010 mit dem deutschen Team Bronze bei den Weltreiterspielen in Kentucky. 2012 startete Balkenhol mit ihm als deutsche Einzelreiterin bei den Olympischen Spielen in London. Nach mehr als 75 Starts auf Grand-Prix-Niveau ging er 2018 mit 18 Jahren in Rente.
2010: El Santo mit Isabell Werth – Der Rheinländer v. Ehrentusch aus einer Rhythmus-Mutter gewann das Finale in Münster mit 76,00 Prozent, zwei Jahre nach seinem Sieg im Nürnberger Burg-Pokal. „Ernie“ ging Grand Prix und gehörte mit Werth zum deutschen Team bei den Europameisterschaften 2011 in Rotterdam, wo Deutschland Silber gewann.
TeschInkasso-Cup
2011: Diva Royal mit Dorothee Schneider – Die Hannoveraner Stute v. Don Frederico aus einer Warkant-Mutter siegte in Münster mit 76,585 Prozent. Ein Jahr später gewann Schneider mit ihr bei den Olympischen Spielen in London Mannschaftssilber. Danach übernahm Besitzerin Stella Charlott Roth, eine Schülerin Schneiders, und gewann mit Diva Royal 2012 das Finale des Piaff-Förderpreises.
Louisdor-Preis
2012: Very Keen mit Thomas Wagner – Der KWPN-Wallach v. Oklund aus einer Dutchboy-Mutter gewann das erste Louisdor-Finale in Frankfurt mit 71,86 Prozent. 2014 holte das Paar beim CDI3* in Stadl Paura seinen ersten internationalen Grand-Prix-Sieg.
2013: Balmoral W mit Brigitte Wittig – Mit Balmoral W – wie alle W-Pferde selbst gezogen – hatte Wittig schon 2011 die Kleine Tour beim CDI Hagen gewonnen. Zwei Jahre später folgte der Sieg im Louisdor-Finale in Frankfurt. In der gleichen Saison hatten die beiden auch internationale Grand Prix-Erfolge.
2014: Weihegold mit Beatrice Buchwald – Die Oldenburger Rappstute v. Don Schufro aus einer Sandro-Hit-Mutter gewann mit 74,80 Prozent. Unter Isabell Werth wurde sie später zum Weltstar: Mannschaftsgold und Einzelsilber bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio, drei Weltcupsiege in Folge von 2017 bis 2019, dreimal Gold bei der EM 2017 in Göteborg sowie Mannschaftsgold und Special-Silber bei der EM 2021 in Hagen. Im April 2022 wurde sie beim Weltcupfinale in Leipzig verabschiedet. Und eine Übermutter. Mehr zu Weihegold erfahren Sie hier.
2015: Emilio mit Isabell Werth – Der Westfale v. Ehrenpreis aus einer Cacir-AA-Mutter ging nie ein Championat, wurde aber zu Werths verlässlichem Partner neben seiner “Großcousine” Bella Rose und Weihegold: 56 Siege, 96 Grand Prix in rund zehn Jahren und Nationenpreis-Gold mit dem deutschen Team 2018 in Aachen. Im Mai 2024 verabschiedete Werth ihn mit 18 Jahren in Wiesbaden – nach einem Doppelsieg in Grand Prix und Kür.
2016: Sammy Davis Jr. mit Dorothee Schneider – Der bayerische Wallach holte mit Schneider Mannschaftsgold bei der EM 2017 in Göteborg und bei den Weltreiterspielen 2018 in Tryon, beim Weltcupfinale 2018 in Paris wurde das Paar Fünfter. 2022 übernahm die U25-Reiterin Jeanine Pelzer ihn als Lehrmeister.
2017: Dalera BB mit Jessica von Bredow-Werndl – Die Trakehner Stute v. Easy Game wurde zum erfolgreichsten Pferd der Louisdor-Geschichte: Mannschafts- und Einzelgold bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021 und Paris 2024, dazu EM-Titel 2021 und 2023 sowie Weltcupsiege 2022 und 2023. Nach Paris ging sie in den Ruhestand, im März 2026 kam ihr erstes Fohlen zur Welt.
2018: Blue Hors Veneziano mit Daniel Bachmann Andersen – Mit “DBA” gewann erstmals ein dänischer Reiter das Finale. 2019 übernahm Agnete Kirk Thinggaard, die Tochter des Besitzers, den Hengst, 2022 holte Laura Kristine Thorup mit ihm Mannschaftssilber bei der U25-EM. Ende 2024 wurde Veneziano an Carina Scholz nach Deutschland verkauft. Nun ist er wieder Lehrpferd.
2019: L’Arbuste OLD mit Senta Kirchhoff – Der Oldenburger Wallach v. Skovens Rafael aus einer Zardin-Mutter war der Überraschungssieger. In der Einlaufprüfung hatte Kirchhoff, die L’Arbuste seit seinem vierten Lebensjahr selbst ausgebildet hat, noch aufgegeben. Im Finale siegte das Paar mit 73,22 Prozent. In den folgenden Jahren ritt Kirchhoff noch einige internationale Turniere mit L’Arbuste sowie zwei Deutsche Meisterschaften. Der große Durchbruch gelang jedoch nicht. 2024 ging der heute 16-jähirge Wallach sein letztes Turnier.
2020: Bonheur de la Vie mit Sandra Nuxoll – als der KWPN-Wallach v. Bordeaux mit seiner Ausbilderin siegte, war die noch Österreicherin, 2021 wurde sie für Deutschland startberechtigt. Sein internationales Grand-Prix-Debut gab er im Juli 2021. Im Mai 2025 wurde er an die Schweizer Kaderreiterin Charlotta Rogerson verkauft, mit der er unter anderem dieses Jahr in Basel erfolgreich war und für die WM in Aachen nominiert gewesen wäre, hätte der Wallach sich nicht verletzt. 2025 waren sie bereits bei der EM in Crozet am Start.
2021: Total Hope OLD mit Isabel Freese – Der Oldenburger Hengst v. Totilas aus der Weihegold (s.o.) trug die Norwegerin bis zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Dort wurde sie in der Einzel-Kür Zehnte – mit 83,05 Prozent, dem besten olympischen Ergebnis einer norwegischen Dressurreiterin. Je zwei WM- und EM-Einsätze und ein dritter Platz im Weltcup-Finale 2025 kommen hinzu.
2022: Fendi mit Sönke Rothenberger – Der dänische Wallach von Franklin, 2019 von den Rothenbergers in Dänemark gekauft, gewann mit 79,90 Prozent, dem höchsten Ergebnis, das ein Louisdor-Sieger bis dahin erreicht hatte. Später wurde er mit Rothenberger u.a. Deutscher Meister. Aber zwischen den Starts waren immer lange Pausen, so dass die beiden nie ein beständiges Paar wurden – leider. Ein so talentiertes Pferd hat man selten zuvor und danach gesehen.
2023: Fürstin Bea OLD mit Beata Stremler – Die Oldenburger Stute v. Fürstenball siegte mit 73,46 Prozent. Seitdem ließen gesundheitliche Probleme keine Turnierstarts mehr zu. Im Frühjahr 2026 sollte sie gedeckt werden – der Plan war Viva Gold, der Louisdor-Sieger von 2025.
2024: DSP Sheldon Cooper mit Carina Harnisch – Der 1,91 Meter große Wallach v. Sezuan aus einer Rosenstein-Mutter, benannt nach der Figur aus „The Big Bang Theory“, war 2021 Vize-Bundeschampion der sechsjährigen Dressurpferde. Harnisch, Amateurreiterin ohne internationale Turniererfahrung, hatte ihn als Dreijährigen gekauft und selbst bis Grand Prix gebracht. Nach ihrem Sieg in Frankfurt waren sie mehrfach auch international im Einsatz. Ihren bislang besten Auftritt hatten sie dieses Jahr aber national in Ising.
2025: Viva Gold OLD mit Isabell Werth – Der Oldenburger Hengst v. Vivaldi aus einer For-Romance-Mutter steht erst seit Februar 2025 in Werths Stall. Er gewann das Finale mit 75,62 Prozent, wieder mit allen fünf Richtern auf Platz eins. Für Werth war es nach El Santo und Emilio der dritte Seriensieg. Als Vererber ist Viva Gold gefragt: Aus seinem ersten Jahrgang wurden zwölf Söhne gekört. Und bei seinem ersten Weltcup-Einsatz am vergangenen Wochenende hat er mal eben den amtierenden Doppeleuropameister Zonik Plus geschlagen.
Nicht gewonnen – und trotzdem Championatspferd
Interessant ist auch die Statistik bei den Pferden, die im Finale dabei waren, aber nicht ganz vorne standen. Mindestens elf von ihnen starteten später bei Olympischen Spielen, Welt- oder Europameisterschaften.
2010: Damon Hill mit Helen Langehanenberg – Der westfälische Hengst v. Donnerhall aus einer Rubinstein-Mutter wurde 2010 mit Helen Langehanenberg Zweiter hinter El Santo. Danach folgte eine Bilderbuchkarriere: Mannschaftssilber bei der EM 2011 in Rotterdam, Mannschaftssilber und Einzelplatz vier bei den Olympischen Spielen 2012 in London, der Weltcupsieg 2013 in Göteborg, Mannschaftsgold und doppeltes Silber bei der EM 2013 in Herning und die gleichen Medaillenfarben dann auch bei den Weltreiterspielen 2014 in Caen. Damon Hill starb 2024.
2010: Desperados mit Falk Rosenbauer – Der Hannoveraner Hengst v. De Niro aus einer Wolkenstein-II-Mutter wurde unter Kristina Bröring-Sprehe zur Weltspitze: Mannschaftssilber in London 2012, Mannschaftsgold bei der EM 2013, Mannschaftsgold und zweimal Einzelbronze bei den Weltreiterspielen 2014, Mannschaftsbronze und Kürsilber bei der EM 2015, Mannschaftsgold und Einzelbronze in Rio 2016. Er starb 2020 mit 19 Jahren.
2015: Cosmo mit Sönke Rothenberger – Zweiter hinter Emilio, ein Jahr später Mannschaftsolympiasieger in Rio. Es folgten Mannschaftsgold und zweimal Einzelsilber bei der EM 2017 in Göteborg, Mannschaftsgold bei den Weltreiterspielen 2018 in Tryon und bei der EM 2019 in Rotterdam.
2015: Dante Weltino OLD mit Therese Nilshagen – Der Oldenburger Hengst v. Danone I wurde Fünfter und ging danach für Schweden jedes Jahr ein Championat: Mannschaftsbronze bei der EM 2017, dazu die Weltreiterspiele 2018, die Europameisterschaften 2019, 2021 und 2023, die WM 2022 sowie die Olympischen Spiele in Tokio und Paris. Nach Paris ging er in den Ruhestand.
2017: Faustus mit Dorothee Schneider – Der Hannoveraner Wallach v. Falsterbo aus einer Forrest-xx-Mutter wurde Zweiter hinter Dalera. 2018 gewann er den Otto-Lörke-Preis, 2021 rückte er für Showtime ins EM-Team nach und holte in Hagen Mannschaftsgold.
2017: Franziskus mit Ingrid Klimke – Der Hannoveraner Hengst v. Fidertanz aus einer Alabaster-Mutter wurde Dritter. Bei der WM 2022 in Herning holte er mit dem deutschen Team Bronze, für Paris 2024 war das Paar als Reserve nominiert.
2017: Duke of Britain FRH mit Frederic Wandres – Der in Großbritannien gezogene Wallach v. Dimaggio wurde Fünfter. Schon in seiner ersten Grand-Prix-Saison gewann er die Weltcup-Kür in London-Olympia, 2022 gehörte er zum deutschen Bronze-Team bei der WM in Herning.
2018: Famoso OLD mit Benjamin Werndl – Zweiter hinter Blue Hors Veneziano. Bei der WM 2022 in Herning startete Werndl mit ihm für das deutsche Bronze-Team und wurde in der Kür Vierter. Famoso musste 2024 mit 15 Jahren nach einem Unfall eingeschläfert werden.
2019: Bluetooth OLD mit Ingrid Klimke – Der Oldenburger Wallach v. Bordeaux aus einer Riccione-Mutter stand unter Klimke im Finale. Seit 2021 reitet Frederic Wandres ihn – zu Mannschaftssilber bei der EM 2023, Mannschaftsgold bei den Olympischen Spielen in Paris 2024, bei der EM 2025 und bei der WM 2026 in Aachen.
2020: Denoix PCH mit Hubertus Schmidt – Zweiter hinter Bonheur de la Vie. Unter Katharina Hemmer gewann Denoix Mannschaftsgold bei der EM 2025 sowie bei der WM 2026 in Aachen Mannschaftsgold und Einzelbronze. Die beiden waren eine der Sensationen der WM in Aachen.
2020: Greek Air mit Emma Kanerva – Vierter im Finale. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris wurde die Finnin mit ihm Zwölfte in der Kür – als erste Finnin im olympischen Kürfinale seit Kyra Kyrklund.
Die Qualifizierten 2026
Und wer tritt dieses Jahr in Franfurt an um möglicherweise Nachfolger von Vorjahressieger Viva Gold zu werden? Dies sind die Qualifizierten samt ihrer Ergebnisse.
Hagen
Frederic Wandres Imo Pectore (71,809%)
Dr. Annabel Franzen Szechuan (71,149%)
Hamburg
Dorothee Schneider Barcelo (72,852%)
Lisa Wernitznig Majestic Taonga (71,383%)
Donzdorf
Franz Trischberger Henriettenhof’s Kinshasa OLD (72,255%)
Carlos Manuel Valerio Caetano Gidday (70,979%)
Pinneberg
Frederic Wandres Veuve Cliquot (73,984%)
Bernadette Brune Vaderland (72,723%)
Guxhagen-Dörnhagen
Isabell Werth Back for Good (75,809%)
Anna Schölermann Vitally PCH (74,234%)
