Abdel Said baut Global Champions Tour Führung in Rom aus, Super Grand Prix-Ticket für WM-Mannschaftskollegen und mehr

GCT Rom: Abdel Said baut Führung aus, Kukuks ehemaliges Nationenpreispferd Chageorge mit neuer Reiterin Dritter

Springen
Abdel Said und Quaker Brimbelles Z, Sieger der Global Champions Tour Etappe von Rom.
Foto: LGCT/Stefano Grasso Abdel Said und Quaker Brimbelles Z, Sieger der Global Champions Tour Etappe von Rom. Foto: LGCT/Stefano Grasso
Die Global Champions Tour Etappe in Rom bestätigte das, was sich schon während der gesamten Saison abzeichnet: Abdel Said will seinen ersten Titel.

Sieben Paare hatten das Stechen der Global Champions Tour Etappe von Rom erreicht, darunter zwei Reiter mit Pferden, die ehemals für Deutschland hoch erfolgreich waren: die Französin Lara Tryba auf dem elfjährigen OS-Hengst Chageorge, der eine Zeitlang als große Nachwuchshoffnung für Olympiasieger Christian Kukuk galt, ehe er 2025 nach Frankreich wechselte, und Denis Lynch (IRL) auf Gerrit Niebergs vorherigem Spitzenpferd Ping Pong van de Lentamel. Außerdem war Belgien mit zwei Paaren vertreten, die bei der WM in Aachen Anteil an der Silbermedaille des Teams hatten: Abdel Said und Quaker Brimbelles Z und Pieter Devos mit seiner selbst gezogenen Casual DV Z.


Das Stechen


Pieter Devos und Casual DV Z. Foto: LGCT/Stefano Grasso
Pieter Devos und Casual DV Z. Foto: LGCT/Stefano Grasso

Devos und seine elfjährige Cornet Obolensky-Tochter waren erstes Paar im Stechen und setzten mit einer fehlerfreien und 35,88 Sekunden schnellen Runde einen Maßstab, der schwierig zu überbieten sein würde. Die nächste, die es versuchte, war die Schweizerin Jane Richard auf Aequitus vh Bergerhof Z. Allerdings fiel hier gleich am ersten Sprung eine Stange.


Als nächstes betraten Lara Tryba und der in der Lewitz gezogene Chacco-Blue Sohn Chageorge das Stadion. Tryba hatte Ende September in Wien die Scandinavian Vikings zum Sieg in der Global Champions League geführt, das allerdings mit einem anderen Pferd. Dass sie in sehr guter Form ist, zeigte die 28-Jährige aber auch in Rom mit Chageorge: fehlerfrei, 36,19 Sekunden, vorläufig Platz zwei hinter Devos.


Danach war mit der talentierten Monegassin Anastasia Nielsen eine weitere starke Reiterin mit Podiums-Erfahrung bei der Global Champions Tour an der Reihe. Doch diesmal sollte es nicht sein, zwei Abwürfe für sie und ESI Rocky.


Als nächstes hatte es Simon Delestre auf die Führung abgesehen. Er hatte Gatsby du Tillard gesattelt und machte den zehnjährigen Selle Français-Hengst v. President richtig schnell. Bis zum letzten Hindernis sahen die beiden wie Sieger aus. Aber hier fiel der Traum mit der Stange in den Sand. Immerhin, er hatte Devos satte 1,46 Sekunden abgenommen, half aber natürlich nichts.


Dann waren Abdel Said und Quaker Brimbelles Z an der Reihe. Die beiden waren schon bei der WM in Aachen doppelnull für Belgien gewesen und der elfjährige Quick Star-Enkel sah schon damals so aus, als könnte er gar keinen Fehler machen. Tat er auch nicht, und Said verstand es meisterhaft, den großen Galopp des Wallachs optimal zu nutzen. Bei 35,27 Sekunden stoppte die Uhr, neue Führung.


Blieben nur noch Denis Lynch und Ping Pong van de Lentamel, um aus einem wahrscheinlichen belgischen einen möglichen irischen Sieg zu machen. Lynch und der Emerald-Sohn haben sich offenbar schnell zusammengerauft. Aber sie hatten einen Abwurf und die Zeit hätte auch nicht gereicht. In 36,41 Sekunden mit vier Fehlern wurden sie am Ende Fünfte.


Abdel Said gewann die Prüfung vor Devos, Tryba und Delestre.


Eckermann und Kutscher platziert


Nicht ins Stechen, aber in die Platzierung haben es auch zwei deutsche Paare geschafft. Katrin Eckermann sammelte dank der schnellsten Vier-Fehler-Runde im ersten Umlauf im Sattel des erst neunjährigen Westfalen Iron Dames Cascajall NRW (v. Casallco) als Achte wertvolle Punkte für die Gesamtwertung. Marco Kutscher war mit dem elfjährigen, ebenfalls westfälisch gezogenen Pikeur Lemar NRW v. Los Angeles aus der Zucht und im Besitz von Wolfgang Brinkmann kaum langsamer und wurde mit vier Fehlern in 73,18 Sekunden Neunter.


Hans-Dieter Dreher hatte auf seinem Holsteiner Zirocco Blue-Sohn Elysium ebenfalls einen Abwurf, war mit 76,01 Sekunden aber genau einen raus aus der Platzierung. Christian Ahlmann und sein zehnjähriger Hoffnungsträger Untouched LB – Westfale v. United Touch S aus der Zucht und dem (Mit-)Besitz von Lena Bieler – hatten wie erwähnt, ebenfalls einen Abwurf im ersten Umlauf.


Philipp Weishaupt gab mit Oreo D.R. auf.


Stimmen nach dem Stechen


Lara Tryba und Chageorge Foto: LGCT/Stefano Grasso
Lara Tryba und Chageorge Foto: LGCT/Stefano Grasso

Abdel Said berichtete später zu seiner Strategie mit Quaker Brimbelles Z im Stechen: „Er  hat einen großen Galoppsprung und viel Vermögen. Das musste ich heute zu meinem Vorteil nutzen. Er ist vielleicht nicht das agilste Pferd, aber er ist wirklich ein Kämpfer und es hat funktioniert.“ Ein Kämpfer und ein kluges Pferd, denn mit diesem Sieg hat Quaker Brimbelles Z seinem Reiter geholfen, seine Führung in der Gesamtwertung der Global Champions Tour auf Christian Ahlmann (der das Stechen nach einem Abwurf mit Untouched verpasste) weiter auszubauen. „Ich glaube, er hat auch auf das Ranking geschaut, denn er war heute wirklich bei mir“, scherzte Said später.


Pieter Devos war zwar „nur“ Zweiter, sein großes Ziel – nämlich das Ticket für den Super Grand Prix – hat er aber trotzdem erreicht, weil Said bereits in Cannes siegreich gewesen war. Devos: „Es ist fantastisch. Das war das ganze Jahr über das Ziel und ich habe mich wirklich der LGCT verschrieben, um mir dieses Ticket zu sichern. Ich bin so glücklich jetzt, wo ich es in der Tasche habe!“


Für Lara Tryba war dieser dritte Platz einer der größten Erfolge ihrer noch jungen Karriere. „Es ist noch nicht ganz angekommen. Es ist unglaublich. Ich war schon so glücklich, null im ersten Umlauf gesprungen zu sein. Aber eine Doppelnull und ein gutes Stechen abzuliefern und dann auch noch mit Reitern wie Pieter und Abdel auf dem Podium zu stehen … Ich könnte nicht glücklicher sein.“


Die GCT Gesamtwertung – langsam wird es spannend


Natürlich war Abdel Said  überglücklich über den Sieg. Aber was die Gesamtwertung der Tour 2026 angeht, hält er sich noch zurück. „Es kommen noch zwei Etappen, aber es sieht positiv aus. Besser als heute hätte es sowieso nicht laufen können, von daher bin ich sehr zufrieden.“ Said hat 2025 den Super Grand Prix in Prag gewonnen, aber noch nie die Gesamtwertung der Global Champions Tour, wo noch einmal Kasse gemacht werden kann. Die Chance hat er nun.


Er führt die Gesamtwertung mit 242 Punkten vor Christian Ahlmann an (224), Katrin Eckermann (199), Denis Lynch (196,5) und Edwina Tops-Alexander (192).


Die nächste GCT Station ist Kairo in Abdel Saids Heimat Ägypten, wo vor den Pyramiden von Gizeh schon fleißig gewerkelt wird, damit die Superstars nicht auf Wüstensand springen müssen, sondern Reitsand bekommen.


Alle Ergebnisse gibt es hier.


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