CCI5*-L Burghley: Gemma Stevens siegt mit Chilli Knight vor Katie Magee und Treworra
„WM-Pechrabin“ Gemma Stevens siegt mit Chilli Knight in Burghley
Gemma Stevens (GB) und Chilli Night haben das CCI5*-L Burghley 2026 gewonnen. Foto: Defender Burghley Seit 16 Jahren kennen sie sich: Gemma Stevens und Chilli Night haben aus dieser Partnerschaft einen Eintrag in die ewige Bestenliste der Vielseitigkeit gemacht: Die beiden siegten im CCI5*-L in Burghley. Und das mit ihrem Dressurergebnis (29,6). Die Britin Katie Magee und Treworra v. Jaguar Mail wurden Zweite (43,0). Hinter dem britischen Duo landete die US-Amerikanerin Caroline Pamukcu mit dem Iren HSH Blake auf Rang drei (44,0)
Die beiden Reiterinnen auf dem Treppchen hinter Stevens hatten von den vielen Fehlern, die im Parcours verzeichnet wurden, profitiert. Mit drei und mehr Abwürfen war manch ein Top Ten-Finisher aus dem Gelände noch einmal am Sonntag in der Wertung abgerutscht.
Promis ereilte es im Gelände und im Parcours
28 von ursprünglich 48 Dressur-Starterinnen und Startern waren ins abschließende Springen gegangen. Im Gelände, das von Derek di Grazia, dem Designer des Olympiakurses von Tokio 2021 konzipiert worden war, hatten auch einige routinierte Paare ihre Probleme gehabt.
24 Pferde ohne Hindernisfehler im Cross
Auf 6.455 Metern erwarteten die 46 Paare 28 Hindernisse. Die Idealzeit lag bei 11 Minuten und 20 Sekunden. 24 Pferde kamen ohne Hindernisfehler ins Ziel. Die Zeit einzuhalten, gelang dabei nur zwei Kombinationen. Der späteren Siegerin Gemma Stevens mit Chilli Knight (29,6), die nach der Dressur Zweite waren, sowie Holly Richardson mit Ballyneety Silver Service (38,3, 28.nach der Dressur). Richardson hatte aber im Parcours Pech: Fünf Stangen ließ ihr Schimmel nicht in den Auflagen, sodass sie am Ende15. wurden.
Tim Price mit nicht dem besten Ende
Zu den Prominenten, die den Geländekurs nicht beendeten, zählten drei aus den Top Ten: Die Britin Sarah Bullimore stürzte mit Corimiro, 2025 Fünfte beim CCI5*-L im französischen Pau, ausgerechnet am letzten Hindernis. Ihr Landsmann Tim Jackson kam mit dem Hannoveraner United v. Ucello an 19f zu Fall. Dieser Wasserkomplex, Trout Hatchery, „Forellenzucht“, mit mehreren Wasserelementen und einem Tiefsprung zählte zu den Hindernissen, die die meisten Probleme bereiteten. Hier war auch die Reise von Tim Price (NZL) und dem international erfahrenen Falco, der noch vor kurzem 21. bei der WM in Aachen war, zu Ende. Falco war in diesem Jahr bereits Zweiter in Badminton gewesen.
Der Neuseeländer Price, aktuell Weltranglistenerster, lag allerdings mit dem Iren Global Quest v. Metropole, nach dem Gelände auf der „Runner up-Position“, sprich ging mit der zweitniedrigsten Punktsumme als Vorletzter ins Springen. 78,28 Sekunden und drei Abwürfe später fand er sich auf Platz elf wieder.
Gemma Stevens kennt Burghley-Sieger Chilli Knight schon seit 16 Jahren
„Was für eine kleine Legende“, sagte Gemma Stevens über ihr Pferd, dessen Vater, der Brandenburger Halbblüter Chilli Morning unter William Foxpitt zu den erfolgreichsten Vielseitigkeitspferden der Welt gezählt hat. Der Mutterstamm von Chilli Knight, der in der Pandemie das CCI5*-L in Bicton hatte gewinnen können, ist gespickt mit hochkarätigen Buschpferden.
„Was für einen Ritt er mir beschert hat“; lobte die Britin, die in Aachen bei der WM noch im Gelände Pech hatte und dank der Leistung ihrer Mannschaftskollegen mit der Team-Goldmedaille nach Hause gekommen war. „Wir hatten eine wunderbare Runde, bis wir zum Leaf Pit [Hindernis 24] kamen und ich eine schöne Distanz sah. Er hatte jedoch andere Pläne und machte einen Galoppsprung dazu. Doch dann verwandelte er sich in Pegasus und ich sagte ihm, dass ich ihn liebe.“
Wenig Beteiligung von Reiterinnen und Reitern jeneseits der britischen Inseln
Die Teilnehmer in Burghley kamen zum großen Teil von der britischen Insel oder leben und reiten hier schon lange. Vom „Kontinent“ waren zwei Schweizer in die Mitte Englands gefahren. Nadja Minder und Toblerone hatten nach der Dressur geführt (29,1) und langen nach dem Cross Country auf Rang sechs (42,7). Nach einem Abwurf im Springen (46,7) beendenden sie den Klassiker auf Rang fünf. Ihr Teamkollege Robin Godel wurde 21. Mit Dealer de la Bride war er 37. nach der Dressur (39,7), konnte sich im Gelände auf Rang 23 (69,1) vorarbeiten und schloss nach einem Springfehler und Zeitfehlern mit 75,5 Minuspunkten ab.
Ergebnis CCI5*-L Burghley 2026