Badminton 2026: Rosalind Canter/Lordships Graffalo siegen vor Tim Price (NZL)/Falco und Harry Meade (GBR)/Annaghmore Valoner

Rosalind Canter und Lordships Graffalo siegen in Badminton zum dritten Mal

Vielseitigkeit
Rosalind Canter und Lordships Graffalo sorgten für die Sensation: „Walter “ ist das erste Pferd, das dreimal in Badminton gewinnen konnte. Foto: Instagram/bhorsetrials Rosalind Canter und Lordships Graffalo sorgten für die Sensation: „Walter “ ist das erste Pferd, das dreimal in Badminton gewinnen konnte. Foto: Instagram/bhorsetrials
Ein historischer dritter Sieg in Badminton für Lordships Graffalo, „Walter“, und Rosalind Canter, die im Januar ihr zweites Kind zur Welt gebracht hatte. Ein Zweitplatzierter ohne Zähne und ein deutscher „Nuller“.

Die Sensation ist perfekt: Rosalind Canter und Lordships Graffalo haben die CCI5*-L von Badminton gewonnen. Für den Grafenstolz-Sohn war es der dritte Sieg in Badminton. Das hat noch kein Pferd zuvor geschafft.


125.000 Pfund Preisgeld in Badminton für „Walter“


Rosalind Canter und Lordships Graffalo, „Walter“, haben nicht nur Geschichte geschrieben. Sie haben mit ihrer abschließenden Parcoursrunde gezeigt, das ein gut trainiertes Pferd einem Tag nach dem wohl anspruchsvollsten Geländekurs, den man weltweit zu bewältigen hat, souverän über einen Springparcours gehen kann. Es war ein kontrollierter Ritt, keine übermäßigen Sätze und immer etwas „stolz“ über dem Sprung – eben in Walter-Manier. Zwei Springfehler hätte sich das Paar erlauben dürfen, zwei Zeitfehler war alles, was zum Dressurergebnis hinzuaddiert werden musste.


Rosalind Canter: nahezu mit Dressurergebnis zum Badminton-Sieg


Bereits in der Dressur hatte sich das Paar mit 23,7 Minuspunkten an die Spitze des Feldes gesetzt. Im Gelände kamen keine Strafpunkte hinzu. Das schwierigste sei es, das Füttern ihrer im Januar geborenen Tochter mit dem Zeitplan in Einklang zu bringen, hatte „Ros“ Canter nach dem Cross Country gesagt.


Geburt und dann wieder ins Gelände


Im Januar hatte sie ihr zweites Kind zur Welt gebracht. Im Sattel von Walter hatte sie vor der Babypause noch Anfang September 2025 in Burghley das CCI5*-L gewonnen. Zum zweiten Mal. Zu diesem Zeitpunkt war die Britin im fünften Monat schwanger. Anfang April 2026 hatte sie die CCI4*-S in Thoresby Park geritten. Und dann ging es gen Badminton, wo das Paar bereits 2023 und 2025 gewonnen hatte.


„Ich finde keine Worte, so glücklich bin ich“, sagte die sonst eher nüchterne Siegerin nach ihrem historischen Erfolg, Nur um dann den eigentlichen Helden in den Mittelpunkt zu stellen, Walter: „Er macht mein Leben so easy, er liebt diesen Sport, er lebt ihn“. Und auch das Team wurde gelobt. Allen voran ihre Mutter, die sich um die beiden Töchter gekümmert hatte, „es ist eben ist ein wirklicher Familiensport!“


Keine Zähne, aber auch keine Springfehler


Über Platz zwei konnte sich der Neuseeländer Tim Price freuen. Sein Falco, Zehnter nach der Dressur (29,9) lag nach dem Gelände mit vier Zeitfehlern vorm Abschlusstag auf Platz fünf (33,9). Mit dem Hannoveraner Wallach hatte Price 2022 in Pratoni del Vivaro die Einzel- und die Mannschaftsbronzemedaille gewonnen. Das Paar war auch schon beim CCI5*-L in Pau (FRA) siegreich. Und auch in Paris 2024 waren die beiden am Start – Platz sechs in der Einzelwertung. Seine Frau Jonelle, 2018 Siegerin in Badminton, wurde dieses Jahr in Badminton Zwölfte mit Chilli’s Midnight Star (45,1).


EORTH bereitet keine Probleme


Mittlerweile hat Falco aus der Zucht von Norbert Nowak keine Vorderzähne mehr. Anfang des Jahres mussten sie entfernt werden, weil der Wallach an EOTRH (Equine Odontoclastic Tooth Resorption and Hypercementosis) leidet. Sein Wohlbefinden sei seitdem wieder besser, so Tim Price. Und das Fressen bereite ihm keinerlei Probleme. „Was das anbelangt, ist er ein bisschen ein aus dem Maß gewachsenes Pony“, so Price. „Er sieht halt manchmal aus, wie ein Opa, der eine Brille bräuchte“, so Price. Aber es ginge ihm nach dem Eingriff richtig gut – das Abschneiden in Badminton beweist es.


„Nuller“ im Parcours ohne Zeitfehler für Arne Bergendahl und Lutien


Den beiden gelang der zweite fehlerfreie Ritt im Springen innerhalb der Zeit. Das hatte zuvor nur eine andere Kombination geschafft. Arne Bergendahl mit der von seiner Familie gezogenen Lutien v. La Calido. Die Schimmelstute ist kein geborenes Dressurpferd. Das hat sie auch in Badminton unter Beweis gestellt: Von Platz 49 nach der Dressur (38,8) waren sie nach dem Gelände mit zwei brenzligen Situationen 42.(46,2). Mit diesem Ergebnis schlossen die beiden dann isngesamt auf Rang 35 ab. Lutiens Sohn Bronco ist eines der Pferde, das von der Initiative Road2LA unterstützt wird.


Pech für Harry Meade


Tim Price profitierte von den Fehlern, die zwei Briten unterliefen. Harry Meade im der für ihn so typischen lang geschnittenen roten Jacke, die sich gut in jedem Jagdfeld machen würde, lag mit  Annaghmore Valoner nach dem Gelände auf Platz zwei (30,3) Ein Abwurf im ersten Drittel des Parcours, einer Brücke über einem Graben,  und 0,8 Zeitstrafpunkte ließen den Führenden der Weltrangliste auf  Platz drei landen (35,1). Meade hatte insgesamt drei Pferde an den Start gebracht.


Insgesamt waren 61 Kombinationen nach Badminton gereist. 45 beendeten das Gelände. Nach der letzten Verfassungsprüfung am Sonntagmorgen, bei der u.a. die Irin Sarah Ennis für Grantstown Jackson nicht das erhoffte „passed“ gehört hatte, waren 40 Kombinationen in den Parcours geritten.


Sarah Bullimore, 52, deren Corimiro v. Amiro Z, zu den größten Hoffnungsträgern im britischen Vielseitigkeitslager zählt, ist selbstgezogen, Bullimore hat schon die Mutter des elf Jahre alten Wallachs auf CCI5*-Niveau geritten, Ein Abwurf an Sprung vier, dem knallroten „Post Office“- Steilsprung und eine weitere Stange, später an einem Oxer, den der Fuchs nicht ganz zu Ende sprang, Hinterhandfehler, ließ die Dritten nach dem Gelände auf Platz zehn abrutschen (41,7).


Endergebnis Badminton Horse Trials 2026


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