WM Aachen 2026: Springen Einzelwertung

Steve Guerdat und Dynamix de Belheme sind Weltmeister Springen, Thibeau Spits gewinnt Silber vor Harry Charles, Deußer Sechster, Ehning Siebter

Springen
Weltmeister im Springreiten 2026: Der Schweizer Steve Guerdat und Dynamix de Belheme. Foto: sportfotos-lafrentz.de Weltmeister im Springreiten 2026: Der Schweizer Steve Guerdat und Dynamix de Belheme. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Die Würfel sind gefallen, der Weltmeister gekürt, die Medaillen sind verteilt. Die Rechnung von Parcourschef Frank Rothenberger ist zu 100 Prozent aufgegangen. Nur ein Reiter konnte alle Gleichungen lösen und der kam aus der Schweiz.

Fazit des Weltmeisters


Steve Guerdat (SUI) und Dynamix de Belheme sind die Weltmeister im Springen 2026. In fünf anspruchsvollen Kursen unter teilweise herausfordernden Wetterbedingungen haben die amtierenden Europameister und Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele von Paris 2024 keine einzige Stange aus den Auflagen gebracht. Das schaffte keines der anderen Paare. Parcourschef Frank Rothenberger erzählte später, sein Plan sei gewesen, dass der Reiter Weltmeister werden soll, dem es gelingt, fünf Runden fehlerfrei zu springen. Hat geklappt. Mehr noch, es gab nur drei Reiter, die im Finale doppelnull sprangen – und die kamen aufs Podium. So hat er sich das gewünscht und die Reiter geizten nicht mit Lob für seinen strategisch klugen Aufbau im Verlauf der Woche.


Mühelos und einfach sah das Paar auch noch im letzten Springen aus. Auch wenn die Selle Français-Stute da einige Male nicht zu viel Luft zwischen Vorderbeinen und oberster Stange hatte. Aber genau dieses rationelle Springen, das immer mal wieder durch einen gewaltigen Satz über Oxer, unterbrochen wird, plus das einmalige Gefühl des Schweizer Ausnahmereiters waren die Zutaten, die am Ende zum wohlverdienten Weltmeistertitel führten. „Diese Medaille verdient mein Pferd, mein Team mehr noch als ich“, sagt Guerdat.


„Weltmeisterschaften sind alle vier Jahre und du hast nicht alle vier Jahre ein Pferd wie Dynamix. Deswegen war ich schon nervös. Auch wenn mein Pferd auf Championaten bislang immer besser geworden ist. Hier zu gewinnen – es geht nichts über Aachen. Ich wollte es nicht vermasseln.“


Der Druck war groß. „Die Woche war sehr sehr lang. Aber als ich den letzten Sprung gesprungen war, kamen all die Gefühle hoch. Ich habe dafür im Moment noch gar keine Worte. Ich weiß nur, was das bedeutet. Ich habe, was ich immer wollte, wovon ich immer geträumt habe. Ich bin sehr stolz, vor allem auf mein Pferd, aber auch mein Team und meine Familie. Es braucht so viele Menschen, um das zu erreichen. Ich wünschte, ich hätte noch einige Leute mehr mit aufs Podium nehmen können, um das mit ihnen zu teilen.“


Im Moment sei er noch voller Stolz und Freude. „Ich will noch nicht von meiner Wolke runterkommen.“ Aber er sieht hier auch einen Break in seiner Karriere. „Mein Leben ist nun anders, weil ich nun habe, was ich wollte. Von daher weiß ich nicht, was passieren wird. Aber heute beginnt für mich definitiv etwas Neues.“


Ob das bedeute, dass er nun kürzer treten will, wurde er gefragt. „Ich glaube nicht. Ich liebe es, meine Tage mit Pferden zu verbringen und auf Turniere zu fahren. Ich glaube, das wird sich nicht verändern. Aber ich muss abwarten und ich will mir etwas Zeit lassen, diese Zeit zu genießen. Ich bereue es etwas, dass ich mir dafür nie die Zeit genommen habe. Aber diesen Druck und diese Anspannung, das brauche ich in den nächsten zwei, drei Monaten nicht noch mal. Aber ich bin sicher, dass das wiederkommen wird und dass ihr mich wiedersehen werdet.“


Der Youngster auf dem Treppchen


Das belgische Supertalent Thibeau Spits ist zwar kein Newcomer – schließlich war er letztes Jahr schon Mannschaftseuropameister mit Impressionen-K van’t Kattenheye –, ist als Silbermedaillengewinner aber mit seinen 25 Jahren einer der großen WM-Überraschungen. „Es ist ja gefährlich so etwas zu sagen, aber meine Karriere hat doch gerade erst angefangen und es kann nicht viel besser werden, als das hier. Ich habe nie gewagt, davon auch nur zu träumen. Aber nach dem letzten Jahr habe ich viel geträumt. Nach dem zweiten Tag war ich ein bisschen niedergeschlagen, weil ich das Gefühl hatte, dass alles, was ich mir erhofft und erträumt habe, wegen eines unnötigen Fehlers verloren ist. Danach habe ich umgedacht. Danach habe ich gedacht, ich muss ihm und seinem Talent vertrauen. Und nach der Teammedaille am Freitag fiel schon eine Menge Druck ab. Danach habe ich mir gesagt: Versuch es einfach und genieße es. Diese Medaille – das ist einfach unglaublich.“


Frag mal Chattie …


Der Brite Harry Charles hat mit der Holsteiner Stute Holst Freda ein tolles neues Pferd. Dass er nach einem durchwachsenen WM-Auftakt eine Einzelmedaille gewinnen würde, hätte er wohl vor drei Tagen auch für eher unwahrscheinlich gehalten.


In der Tat sagte er später, dass er sogar überlegt hatte, heute überhaupt nicht mehr anzutreten und sich erstmal mit Chat GPT beraten hat. Chat GPT sagte: unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Und nun hat er Bronze – mit einem Pferd, das er erst vor drei Monaten unter den Sattel bekommen hat. „Im Mai hatte ich schon überlegt, ob ich mir für diese Woche Urlaub nehmen soll. Die WM erschien mir sehr unwahrscheinlich. Aber dann kreuzte Freda meinen Weg.“ Das hat alles verändert.


Die Stute machte erstmals beim Weltcup-Finale unter der Neuseeländerin Julie Davey nachdrücklich auf sich aufmerksam. Eigentlich sollte die Stute für Harry Charles‘ Frau sein, für Eve Jobs. Zusammen mit seinem Vater, dem 2012er Mannschaftsolympiasieger Peter Charles, schauten sie sich die Stute in den Niederlanden an. „Wir haben sie gesehen und gesagt, wir müssen sie gar nicht ausprobieren. Ich hatte mich sowieso schon total in sie verliebt.“ Dann kam die Frage auf, ob es möglich wäre, dass er mit ihr die WM bestreitet. „Eve fragte mich, ob ich glaube, dass sie ein Pferd für die Weltmeisterschaft sein könnte. Ich habe gesagt, nein, wahrscheinlich nicht. Die ist schon in drei Monaten.“


Die gleiche Frage stellte Eve Jobs auch ihrem Schwiegervater. Der sagte: „Absolut!“ Also zog Freda um. Und Charles sagt, er und die Stute hätten vom ersten Tag ein einen Draht zueinander gehabt – wie man ja in Rotterdam gesehen habe. In der Tat. Dort hatten die beiden ihr Nationenpreis-Debüt und trugen mit zwei Nullrunden zum Sieg des Teams bei. Und ich hier in Aachen sprang die Stute eigentlich von Runde zu Runde besser. „Sie ist ein Freak. Es unglaublich, was sie für eine Kraft entwickelt. Ich habe noch nie ein Pferd wie sie gehabt und vielleicht werde ich das auch nie wieder. Aber nun ist sie ja da und ich werde sie sehr vorsichtig einsetzen. Ihr sind ausschließlich die ganz schweren Prüfungen vorbehalten.“ Er vergaß auch nicht, den neuseeländischen Züchtern der Stute zu danken, die eigens nach Aachen gereist waren.


Manchmal hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu


Die deutschen Mannschaftsweltmeister hatten am Ende nicht das Quäntchen Glück, dass es eben auch bei einer langen Championatswoche braucht. Aber Daniel Deußers Otello de Guldenboom ist sicherlich eine der Pferdeentdeckungen des Jahres 2026, Platz sechs bei der WM ist aller Ehren wert. Natürlich waren die Erwartungen hoch, weil er heute morgen noch in Führung lag. Marcus Ehnings Platz sieben bei der siebten WM-Teilnahme – in Herning war er 2022 Fünfter – nötigt genauso Respekt ab wie der neunte Platz von Sophie Hinners. Drei Reiter unter den Top Ten hat außer Deutschland keine andere Nation. Die Kirsche auf der Sahnehaube wäre eine Einzelmedaille gewesen. Es hat nicht sollen sein. Der Teamgeist, der Mannschaftstitel und die stilistisch wunderbaren Ritte waren Werbung für den deutschen Springsport. Dargeboten auf fantastischen Pferden.


Kein Hufeisen gefunden, sondern eines verloren …


Man könnte sagen, Marcus Ehning hat sein Glück buchstäblich unterwegs verloren. Denn an Sprung drei des ersten Umlaufs verabschiedete eines von Coolios Hufeisen. „Die Linkskurven waren okay, aber zur Triplebarre merkte ich schon, er hat vorne nicht so richtig Grit. Dann hat er das trotz der Unsicherheiten wahnsinnig toll nach Hause gebracht.“ Auch die zweite Runde sei er „fantastisch“ gesprungen. Den Fehler an der Zweifachen nimmt Ehning auf seine Kappe: „Ich hatte nach der ersten Runde vielleicht ein bisschen zu viel Druck nach vorne drauf.“ Trotzdem: „Siebter Platz am Ende – ist zwar ärgerlich, keine Medaille zu haben, aber am Ende bin ich sehr zufrieden.“


Deußer noch in der Analysephase


In Runde eins konnte Daniel Deußer seinen Fehler erklären. Da hatte er die Distanz von Hindernis 1 auf 2 beim Parcours abgehen anders eingeschätzt, als sie schließlich kam und „stand zu sehr auf der Bremse“. Der letzte Sprung in Runde zwei hingegen – „gute Frage, ob das dann etwas mit Kraft zu tun hat oder mit Konzentration auch von meiner Seite … es war ein breiter Oxer … es können viele Faktoren zusammenspielen. Tatsache ist, Anfang der Woche lief es ein bisschen besser. Da habe ich über solche Sachen gar nicht nachgedacht. Heute, das ist der Sport, zwei Fehler.“


Das Fazit ist trotzdem „ganz klar positiv“: „Wir sind fünf Runden gesprungen, haben die Goldmedaille gewonnen. Es ist natürlich enttäuschend, wenn man heute drüber nachdenkt, dass man mit einem weniger von diesen dummen Fehlern auch die Silbermedaille hätte gewinnen können.“


Sophie Hinners – stolz auf Singclair


Sophie Hinners sagte, am Ende war es ein bisschen Pech gewesen. „Er ist wieder so fantastisch gesprungen, die schwierigen Parts des Parcours ist er so problemlos gesprungen. Ich denke, der Fehler an letzten in der ersten Runde war schade. Im zweiten Umlauf fing er super an, hatte dann einen unglücklichen Fehler zu Anfang. Dann wurde es zum Oxer ein bisschen weit. Natürlich wäre es schöner gewesen, doppelnull zu springen. Aber sein erstes Championat und meine erste Weltmeister unter den Top Ten zu beenden – darauf können wir wirklich stolz sein!“


Des Bundes-Beckers Fazit


Bundestrainer Otto Becker war zunächst mal voll des Lobes für Parcourschef Frank Rothenberger: „Er hat einen super Job gemacht! Es war schwierig, die ersten beiden Tage mit 140 Teilnehmern einen Parcours aufzubauen, der beiden gerecht wird, den etwas schwächeren und unerfahrenen Nationen und auch den Topleuten. Er hat es schon im dritten Umlauf etwas angezogen und heute jeweils gesteigert, wo ja nur noch die besten waren. Das ist ein Job um den ich ihn nicht beneide. Aber am Ende hat er es gut gelöst und es standen die richtigen vorne. Die Medaillen haben es verdient und die stehen nicht umsonst dort.“


Aber Becker gab auch zu: „Im Moment überwiegt ein bisschen die Enttäuschung. Gerade nach dem Teamwettbewerb und mit allen vieren im Finale haben wir uns ein bisschen mehr erhofft. Aber so ist das im Sport. (…) Trotzdem haben wir drei (Reiter) unter den Top Ten. Auch wenn es nicht mehr für eine Medaille gereicht hat, denke ich, können wir am Ende des Tages hoch erhobenen Hauptes den Platz verlassen. Wir haben eine überragende Woche gehabt. Alle haben einen super Job gemacht. Das Team hat zusammengehalten. Der Erfolg war da. Und fürs Turnier hier, für Aachen, für Deutschland, wir haben gezeigt, dass wir Großveranstaltungen machen können.“


Fünfmal null: Steve Guerdat und die geniale Dynamix de Belheme. Foto: sportfotos-lafrentz.de Fünfmal null: Steve Guerdat und die geniale Dynamix de Belheme. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Da darf man ruhig mal dicke Backen machen! 25 Jahre, Mannschaftseuropameister 2025, Zweiter der Weltmeisterschaften 2026: Der Belgier Thibeau Spits und Impress-K van't Kattenheye Z. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Der Brite Harry Charles war der „das-Feld-von-hinten-Aufroller“ dieser WM. Mäßiger Start, in den Finalparcours Doppelniuler und die Bronzemedaille für ihn und die in Neuseeland gezogene Holsteiner Stute Holst Freda. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Daniel Deußer und Otello de Guldenboom führten vorm Finale. Nach zwei Abwürfen in den Finals A und B wurden sie Sechste. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Wenn 1,65 Meter wie ein E-Stilspringen aussehen: Marcus Ehning, der großartige Stilist, wurde Siebter und landete damit nach 2022 zum zweiten Mal unter den Top Ten bei der WM. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Marcus Ehning guckt nach dem A-Finale nach Coolios Bein. Der Holsteiner hatte unterwegs ein Eisen verloren. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Sophie Hinners beendete ihre erste WM als Neunte. it Iron Dames Singclair. Auch sie lieferte einen stilistisch perfekten Ritt nach dem anderen. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Ein Reiterfehler, über den sich Richard Vogel nahezu schwarz geärgert hat. "Das hat das Pferd nicht verdient". United Touch S wusste schlicht und einfach nicht, dass er die Mauer springen sollte, weil der Anreitwinkel einfach nicht eindeutig war. Foto: sportfotos-lafrentz.de
AACHEN - FEI World Championships 2026VOGEL Richard (GER), United Touch S FEI Jumping World Championship Third Competition – Individual Final Round AAachen, Reitstadion Soers 23. August 2026 © www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz

Live-Ticker vom WM- Einzelfinale der Springreiter


16:58 Uhr STEVE GUERDAT IST WELTMEISTER!


Was für eine Runde. Mühelos, souverän und fehlerfrei. Dynamix de Belheme springt auch den fünften Parocurs ohne Stangenberührung. Das Paar aus der Schweiz ist Weltmeister! Hoch verdient - ein Traumritt, der eine einzigartige Woche des Paars krönt.


16:54 Uhr


Piergiorgio Bucci (ITA) und Hantano springen souverän. Viel Luft über den Stangen, energisches Galoppieren. Es sieht nach Treppchen aus. Aber dann, der letzte Sprung, wie bei Daniel Deußer. Abwurf! Medaille futsch?


16:51 Uhr


Roberto Teran Tafur (COL) und Dez‘ Ooktoff kassieren einen Springfehler: Das könnte sie die Bronzemedaille kosten, die zum Greifen nah war.


16:47 Uhr


Daniel Deußer und Otello de Guldenboom galoppieren gelassen zum ersten Oxer ujnd sie berühren zwar die Zweifache Kombination, aber  es passiert nichts. Leichte Hinterhandberührung am Sparkasse-Steilsprung 7. Dann alles gut. Doch dann: Zum letzten Sprung bleibt Daniel Deußer vielleicht eine Idee zu lange mit der Hand ran, Otello schafft nicht die letzte Weite. Fehler, 8,86 Strafpunkte in der WM-Endabrechnung.


16:44 Uhr


Thibeau Spits aus Belgien bleibt fehlerfrei!


16:41 Uhr


Marcus Ehning und Coolio liefern eine Runde wie aus dem Lehrbuch, wäre da nicht der Einsprung der Zweifachen Kombination gewesen. Der fällt, genau wie zuvor bei Sophie Hinners.


16:39 Uhr


Sophie Hinners und Iron Dames Singclair – sie sind in der Bahn, die Tribüne stellt das Atmen ein. Der Einsprung der Zweifachen Kombination fällt, dann auch noch der Dom-Oxer, Sprung sechs. Stilistisch wieder einmal perfekt und eine Top Ten-Platzierung beim WM-Debüt.


16:36 Uhr


Die Französin Nina Mallevay kommt früh im Kurs nicht ideal zu Sprung drei. Dynastie de Beaufour bekommt einen Hinterhandfehler am Mercedes-Benz Oxer. Und ein Zeitfehler ist es am Ende auch noch.


16:33 Uhr


Abdel Said und Wathnan Quaker Brimbelles Z, für Belgien unterwegs, haben einen Stopp am Einsprung der Zweifachen Kombination. Beim zweiten Anreiten überwindet der elfjährige Wallach den ersten Steilsprung, steht aber vor dem zweiten. Ausschluss.


16:29 Uhr


Am Ende wird abgerechnet: Es sah zum Anfang der WM so aus, als sei Harry Charles mit der Holsteiner Stute LT Holst Freda v. Colman nicht in der Form, die man sich für eine WM wünscht. In der Schlussabrechnung sind die beiden die beste britische Kombination des Teams, das Bronze gewonnen hat.


16:27 Uhr


Der Spanier Armando Trapote und Tornado sammeln Fehler. Einfach nicht schön anzuschauen dieses Paar. Keine Werbung für den Sport, leider.


16:22 Uhr NEIN! Sturz Scott Brash


Alles sah so leicht aus! Scott Brash und Hello Mango, eines der Pferde, das sich hier ins Rampenlicht gesprungen hat, begannen souverän. Dann bekommt Hello Mango einen Fehler am Einsprung der Dreifachen., Das Pferd springt durch den Oxer. Brash kommt über die linke Schulter des Pferdes aus dem Sattel und bleibt in den Stangen liegen. Die Stute springt den Aussprung ohen Reiter. Barsh liegt weiterhin. Sichtblenden schirme ihn ab vor neugiereigen Blicken. Die werden nach einigen Augenblicken wieder entfernt und Scott Brash verlässt auf seinen eigenen Füßen das Stadion.


16:16 Uhr Resümee Richard Vogel


Kurz bevor es weitergeht: Das hat Richard Vogel zu seinem Ritt (zur Erinnerung: Verweigerung vor der Mauer) im A-Finale gesagt:


Die Verweigerung war ein Reiterfehler, sagt der Weltranglistenzweite:


„Heute war mehr in meinem Kopf, ich muss die erlaubte Zeit schaffen. Dann war schon der Plan, eng zurück zu der Mauer. Um ehrlich zu sein hat er dann in keiner Sekunde so richtig auf dem Schirm, dass wir die Mauer zu springen haben. In letzter Sekunde dachte er noch, ,Oh, ich muss über das W‘, was rechts von der Mauer stand, was das Pferd ja nicht wissen kann. Er wollte absolut nichts falsch machen. Es ist mein Job, ihm besser zu signalisieren, da kommt gleich eine hohe Mauer relativ schnell aus der Wendung heraus. Das habe ich nicht gut genug gemacht. Am Ende hatte er gar keine Chance.“


Den WM-Titel leichtfertig verspielt?


„Mega mega ärgerlich! Ein Pferd, das so gut in Form ist, verdient es definitiv, auch im Einzel weiter vorne zu stehen. Gottseidank war er Teil der Teamgoldmannschaft. Das hat er mehr als verdient. Er ist fantastisch gesprungen, alle Tage. Ich habe diese Woche tatsächlich nicht mein glücklichstes Reiten ausgepackt.“


Hat das Versehen an der Mauer United Touch S verunsichert?


Antwort: nein! „Auch nach diesem Missverständnis sprang er die Mauer wie nichts und hat den Parcours fortgesetzt in einer Art und Weise, wie ein Pferd nicht viel besser springen kann. Umso ärgerlicher, wenn man ein Pferd hat, das so gut in Form ist, auf dem Höhepunkt seiner Karriere ist, wenn man es dann als Reiter nicht gut genug hinbringt.“


16:14 Uhr


Sophie Hinners hat eine erste Kurzanalyse abgegeben: „Vielleicht hätte ich einen Galoppsprung mehr zum letzten Sprung machen sollen, aber ich bin glücklich, mein Pferd ist fantastisch gesprungen.“


16:06 Uhr


Der Parcours im B-Finale ist kürzer als der gerade eben abgeschlossene. 12 Hindernisse, 15 Sprünge mit einer Zweifachen und einer Dreifachen Kombination. Los geht’s vis à vis der Tribüne am Einritt auf der rechten Hand über den Turkish Airline Oxer in rot und schwarz. Dann geht es rechtsherum über einen Steilsprung. Oberhalb des Aachener Teichs wartet ein nächster Steilsprung. Auf den folgt auf der linken Hand ein Mercedes-Benz Oxer in schwarz/weiß. Am Ende der langen Seite müssen die nun nach links abbiegen. Hier wartet die Zweifache Kombination, bunte Stangen, luftig und am Einsprung eine „Shaka Hand“ als Ständer. Über die Stadionmitte parallel zum Dressurviereck kommt dann eine Distanz, Oxer Aachener Dom, dahinter Sparkassen-Steilsprung in rot/weiß.


Anschließend dann in eine Rechtswendung zum nächsten Hindernis, dem FEI-Steilsprung mit immerhin vier lila Stangen. Jetzt kommt die Dreifache Kombination. Luftig, hellgelb und Wellenplanken. Oxer-Oxer-Steilsprung. Dahinter geht es leicht nach rechts zum Longines Oxer.  Hinter dem wird es DHL-Gelb. Diesmal ist der schmale Sprung mit drei Stangen als Liverpool. Der Wassergraben ist hinter der Grundlinie angelegt. Jetzt fehlt noch der Schlusssprung, ein Longines Oxer mit Maximalabmessungen.


15:41 Uhr


Wenn unsere Statistik stimmt, das Internet und die Startlistenersteller trinken wohl gerade gemeinsam Kaffee, sind das die qualifizierten Paare für das B-Finale.


Steve Guerdat (SUI) und Dynamix de Belheme 0,86


Piergiorgio Bucci (ITA) und Hantano 3,57


Roberto Teran Tafur (COL) Dez‘ Ooktoff 3,58


Daniel Deußer und Otello de Guldenboom 4,86


Thibaut Spits (BEL) Impress-K van’t Kattenheye Z  5,6


Marcus Ehning und Coolio 5,78


Sophie Hinners und Iron Dames Singclair 5,84


Nina Mallevay (FRA) Dynastie de Beaufour 5,93


Abdel Said ((BEL) und Wathnan Quaker Brimbelles Z 6,63


Harry Charles (GBR) und Holst Freda 7,17


Scott Brash (GBR) und Hello Mango 8,57


Armando Trapote (ESP) und Tornado 8,8


15:30 Uhr


Daniel Deußer und Otello de Guldenboom. Goldenes Licht auf einem Pferd mit goldigem Namen – sicherlich ein gutes Omen. Aber dann fällt der dritte Sprung, der hohe und weite Allianz-Oxer in blau-weiß. Deußer reitet konzentriert weiter. Dank des Abwurfs liegt er auf Rang vier vorm B-Finale.


15:27 Uhr


Der nächste Olmypiasieger: Steve Guerdat und Dynamix de Belheme, führend wie auch Daniel Deußer. Die Zweiten der Olympischen Spiele von Paris reiten rhythmisch durch den Kurs, auch die fünf Galoppsprünge von der Triplebarre bis zum Wassergraben. NULL – damit geht das Duo auf der Pole Position ins B-Finale ab 16.20 Uhr.


15:24 Uhr


Point Break und Ben Maher für Großbritannien: Ein Pferd, das so viel springt, wie es muss. Vorm Wassergraben muss Ben Maher aber dann mit der Gerte einmal nachhelfen, Davon irritiert – vielleicht? – hält der Braune dann vor der Wellenplanke an. Aus der WM-Traum des Olympiasiegers.


15:21 Uhr


Bei Marcus Ehning sah dieser Monsterparcours wie ein Stilspringen aus: Aber dann fiel die Wellenplanke, Sprung 9.


15:19 Uhr


Riesenapplaus begleitet Mannschaftsweltmeisterin Sophe Hinners in den Parcours, am zweiten Hindernis berührt Iron Dames Singclair die Stange leicht. Aber kontrolliert geht es weiter, Eine deutliche Parade vor der Dreifachen Kombination. Triplebarre und Wassergraben mit mächigem Satz! Das Publikum ächzt und stöhnt. Doppekwasser souverän. Und dann dieser verd… Schoko-Steilsprung. Deutschland, ab heute wird nicht mehr genascht. Zumindest nicht kakaohaltig


15:14 Uhr


Der Belgier Abdel Said und Wathnan Quaker Brimbelles Z sahen bis zum Wassergraben nach dem nächsten fehlerfreien Ritt aus. Zum offenen Wasser musste der Belgier mit ägyptischem Hintergrund mächtig drücken. Das nächste Hindernis, eine Wellenplanke, fiel.


Der Italiener Piergiorgio Bucci und Hantano hatten zuvor den fünften Nuller gelandet.


15:12 Uhr


Das älteste Pferd in diesem Einzelfinale um die Weltmeisterschaft der Springreiter, Dez’Ooktoff, und der Kolumbianer Roberto Teran Tafur bleiben fehlerfrei.


15:09 Uhr


Der Spanier Armando Trapote legte mit Tornado einen Ritt hin, wie man ihn eigentlich nicht mehr sehen will. Harmonie ist anders. Immer wieder rettete die Energie und Sprunggewalt des kleinen Braunen seinen Reiter. Aber schön war das nicht anzusehen, am Ende gab es dafür die Quittung. Der letzte Sprung fiel.


15:05 Uhr


Leider bricht hier immer wieder die Internetverbindung zusammen, sodass vielleicht nicht mehr alle Texte der bisherigen Reiterinnen und Reiter mit Zeitmarken vorhanden sind. Entschuldigung, falls jemand deswegen Puls bekommt. Ich habe ihn zumindest.


15:03 Uhr


Der Brite Scott Brash und Hello Mango widerfährt ein Fehler am Oxer zwischen Mauer und Dreifacher Kombination Ein Sprung, der bislang keine nennenswerte Fehlerquelle dargestellt hat


14:52 Uhr NEEIIIIN, die Mauer


Richard Vogel und United Touch S waren die Favoriten der WM, vor der lila Mauer aus der Spitzkehre heraus bleibt United Touch stehen. Anschließend überwindet er das Hindernis problemlos. Und auch ohen weiter Abwürfe. Von der Triplebarre zum Wassergraben gibt „Richie“ richtig Gas. Da raunt das Publikum. Dennoch: sechs Zeitfehler, eine Verweigerung und der einzige Abwurf im deutschen Team - das war nicht wirklich die WM der beiden Weltranglistenzweiten.




Der junge Belgier Thibaut Spits und Impress-K van’t Kattenheye Z ritt die vielleicht bislang souveränste Runde. Bis zum Schluss blieben alle Stangen ruhig dort liegen, wo sie hingehören.


Nina Mallevay (FRA) und Dynastie de Beaufour bleiben fehlerfrei.


Der Ire Shane Sweetnam und der drahtige Schimmel James Kann Cruz, Dritte der Weltrangliste, galoppierten recht flüssig über den Kurs. Dann fiel am letzten Hindernis, dem Schokoladen-Steilsprung, die obere Stange. „Der Letzte, das ist der Joker“, hatte Ludger Beerbaum vorhergesagt.


Stephan de Freitas Barcha und Cheveaux Primavera Imperio Egipicio, Fünfte der Olympischen Spielen von Paris 2024, sah lange nach einer sicheren Nullrunde aus. Aber der Aussprung der Zweifachen Kombination wurde dem Paar kurz vor Schluss zum Verhängnis.


Finale! Schnell schon einmal die Eckdaten zum Parcours im A-Finale, in dem die besten 25 dieser Woche um den Einzug in das B-Finale kämpfen. Im B-Finale sind zwölf Paare am Start. Das beginnt gegen ca. 16.20 Uhr. Damit werden wir so gegen spätestens 17 Uhr wissen, wer die Aachener Soers als Weltmeister im Springreiten 2026 verlassen wird. Und damit herzlich willkommen zu unserem Live-Ticker.


Der Parcours: 13 Hindernisse mit6 16 Sprüngen, die bis zu 1,65 Meter hoch aufgebaut werden dürfen. Erfahrungsgemäß ist der A-Parcours der anspruchsvollste Kurs der gesamten WM. Im Parcours finden sich eine Mauer, eine Dreifache Kombination (6a Steilsprung, zwei Galoppsprünge, 6b Steilsprung, ein Galoppsprung, 6c Oxer) – das Ganze auf direkter Linie zum Ausritt, dort aber geht es auf der rechten Hand weiter über eine Triplebarre (7) und dann über den offenen Wassergraben. Die Zweifache Kombination steht kurz vor Schluss des Kurses: Zwei Liverpool-Oxer, 12a/b. Das ist eine Klippe, eine Aachener Spezialität, hat mir Ludger Beerbaum gerade noch gesagt. „Da haben Pferde, die das aus den Jahren zuvor kennen, einen Vorteil“. Aber Parcourschef Frank Rothenberger habe diese Zweifache Kombination fair gebaut, „nicht an die absoluten Höchstmaße.“




Die Mauer aus der Kehrtwende wird sicherlich auch „das ein oder andere Mal fallen“, so der erfolgreichste Springreiter aller Zeiten. Die Dreifache Kombination, luftig, Richtung Ausgang, könnte, muss aber keine Klippe sein, meint Beerbaum.


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