WM Aachen 2026: Statistik-Check - wie hoch sind die Chancen, dass es einen Weltmeister aus Deutschland gibt

WM 2026: Insider Statistik-Fakten: Wer wird Weltmeister im Springreiten in Aachen?

Springen
Die Mannschaftsweltmeister im Springreiten 2026. Foto: sportfotos-lafrentz.de Die Mannschaftsweltmeister im Springreiten 2026. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Wie stehen die Chancen von Daniel Deußer, heute Weltmeister im Springreiten zu werden? Was würde ein Sieg von Sophie Hinners bedeuten? Wie viele Frauen haben überhaupt schon Einzelmedaillen gewonnen? Die Webseite EquiRatings hat einen statistischen Rundumschlag gemacht.

Die Ausgangslage ist aus deutscher Sicht äußerst gut, schreibt EquiRatings: Daniel Deußer (1), Marcus Ehning (4) und Sophie Hinners (5) sind weniger als einen Springfehler entfernt vom Sieg. Sollte einer von ihnen heute gewinnen, wäre er oder sie erst der fünfte Reiter, die fünfte Reiterin in der Geschichte mit sowohl Mannschafts- als auch Einzelgold.


Bislang vier Doppel-Weltmeister mit Team- und Einzelgold in der WM-Geschichte


Vier Reiter haben bisher Doppelgold bei Weltmeisterschaften im Springreiten gewinnen können. ⁠1990 siegte der Franzose Eric Navet mit Quito de Baussy in Stockholm, in Den Haag wurden Franke Sloothaak und die Oldenburger Stute Weihaiwej Einzelweltmeister. Zuvor hatte der gebürtige Niederländer an der Seite von Sören von Rönne und Taggi, Ludger Beerbaum mit Ratina Z und Dirk Hafemeister mit P.S. Priamos Teamgold gewonnen.


In Caen gewann ⁠2014 der Niederländer Jeroen Dubbeldam mit SFN Zenith und Schweden hatte das Goldabo in Herning 2022 im Parcours, angeführt von Weltmeister Henrik von Eckermann und King Edward.


Franke Sloothaak ist bislang der einzige Deutsche, der das Double geschafft hat. Das ist 32 Jahre her.


Frauen Power? Sophie Hinners könnte dritte Weltmeisterin werden


Bislang haben zwei Frauen die Weltmeisterschaft im Einzel-Springreiten gewonnen. In Aachen war es die Kanadierin Gail Greenough, die 1986 mit dem Hannoveraner Mr. T siegreich war. Vor acht Jahren, als das erste Mal nicht mehr die WM im Pferdewechsel entschieden wurde, schlug in Tryon die Stunde von Simone Blum und DSP Alice.


… und Einzelmedaillen für Frauen?


Ein Sieg von Sophie Hinners würde sie zur dritten Weltmeisterin in der Geschichte der Meisterschaft und zur zweiten deutschen Frau machen. Eine Silbermedaille, Beezie Madden mit Authentic (USA) 2006 in Aachen, sowie zwei Bronzemedaillen – Meredith Michaels-Beerbaum, Shutterfly (GER), Aachen 2006, und Beezie Madden mit Cortez, Caen 2014 – konnten Damen auf dem Podium bisher überreicht werden.


Mit einem Sieg in der Einzelwertung könnte Sophie Hinners Geschichte schreiben. Sie wäre dann die erste Frau, die bei ein und derselben Weltmeisterschaft den Mannschafts- und den Einzeltitel  gewonnen hätte. In seinem Leben ist Iron Dames Singclair sechsmal in Aachen über 1.60 Meter gesprungen. Jedesmal ohne Abwurf.


Ein Blick auf die Pferde: Medaillensammlerin Dynamix de Belheme


Dynamix de Belheme und Steve Guerdat liegen in Führung. Für die Stute ist es das dritte Championat: Das Debüt bei der Europameisterschaft in Mailand 2023 gewann das Paar, bei den Olympischen Spielen 2024 mussten sie sich im Stechen um die Goldmedaille lediglich Christian Kukuk und Checker geschlagen geben – Silber.


Chance laut EquiRatings: Guerdats Siegchance: 28 Prozent


Das Statistiktool des EquiRatings-Modells hat Guerdat als Favoriten errechnet: Siegchance von 28 Prozent, generelle Medaillenchance 50 Prozent. Finalerfahrung bei einer WM hat der Schweizer: 2018 gewann der Olympiasieger von London 2012 in Tryon mit Bianca die Bronzemedaille in der Einzelkonkurrenz.


Die Ausgangssituation


Die ersten fünf Paare liegen weniger als einen Strafpunkt auseinander: Die gesamte Top Ten trennen nur 3,94 Strafpunkte. Man muss kein Mathematikgenie sein, um festzustellen: ein Abwurf bringt die Reihenfolge komplett durcheinander.


So wichtig sind Nullfehlerritte


Bei den vergangenen fünf Weltmeisterschaften hat der spätere Weltmeister im Finale keinen einzigen Springfehler zu verzeichnen gehabt. Zwei dieser Weltmeister kassierten allerdings jeweils einen Zeitfehler.


Wie wahrscheinlich sind Abwürfe?


Bei den letzten acht Weltmeisterschaften lag die durchschnittliche Fehlerfreiquote in der ersten Runde des Finales bei nur 22 Prozent. Im B-Finale gab es bei mehr als einem Drittel der Starter (36 %) mindestens einen Abwurf. Und die letzte statistische Größe: Im Durchschnitt gelingt am Finaltag nur drei Paaren ein „Doppelnuller“.


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