Para-Dressur Team der USA überlegene Weltmeister, Deutschland jubelt

Überlegene USA, nervenstarke Deutsche – die Mannschaftsentscheidung der Para-Dressurreiter

WM Silber für das deutsche Para-Team
Foto: sportfotos-lafrentz.de/Tomas Holcbecher WM Silber für das deutsche Para-Team Foto: sportfotos-lafrentz.de/Tomas Holcbecher
Nach ihrem Erfolg bei den Paralympics in Paris sind die Para-Dressurreiter aus den USA nun auch Weltmeister. Gute Nerven bewies das deutsche Team bei der starken Konkurrenz mit insgesamt

Bereits nach der ersten Hälfte der Mannschaftsentscheidung der Para-Dressurreiter hatten die USA ziemlich überlegen in Führung gelegen. Dafür hatten Fiona Howard mit Diamond Dunes in Grade II (79,30), Marie Vonderheyden auf Fan Tastico H in Grade I (76,375) und Rebecca Hart auf Floratina in Grade III (73,533) gesorgt. Diese drei waren es, die 2024 in Paris Gold für die USA geholt hatten. Trotzdem sollte letztere schließlich das Streichergebnis bilden. Denn den Sack für die Mannschaftswertung zugemacht haben heute die frisch gebackenen Weltmeister in Grade IV, Tierärztin Kate Shoemaker und die wunderschöne Schimmelstute Vianne. Sie gewannen die Prüfung mit einer superharmonischen und korrekten Vorstellung, die den Richtern 80,460 Prozent wert war.


Damit kamen die USA auf 236,135 Prozentpunkte in Summe – keine Chance für die deutsche Mannschaft, das zu übertrumpfen, obwohl es auch hier persönliche Bestleistungen gab. Letztlich kam Deutschland auf 229,875 Prozent, Silber. Und Bronze ging an die niederländischen Titelverteidiger, die diese WM mit 227,639 Prozent beendeten.


Silber für Deutschland


Für das deutsche Team war heute der entscheidende Tag. Heidemarie Dresing und ihre Poesie hatten gestern im Grade II mit 77,733 Prozent gut vorgelegt, waren allerdings diesmal Zweite hinter Fiona Howard und Diamond Dunes, die sie in der Einzelwertung noch hinter sich lassen konnten.


Mispelkamp


Heute machte Regine Mispelkamp – die übrigens mit einem gebrochenen Mittelfuß antrat – auf Highlander Delight’s im Grade V den Anfang. Nachdem der Grand Prix für die Einzelwertung noch etwas unter Spannung gelitten hatte, lief es heute besser für die beiden. 75,737 Prozent waren der Lohn.


Mispelkamp war happy – mit einem kleinen Wermutstropfen: „Es war toll! Ich habe zwischendurch gedacht: Warum habe ich es am Donnerstag nicht so hinbekommen? Aber er war einfach toll, er hörte mir zu. Einmal kurz, als wir reinkamen, schaute er ein bisschen in die Ecke, und dann habe ich gesagt: Alles gut, alles gut.“ Davon ließ sich „Light’s“ offenbar überzeugen. „Er hat einfach mega mitgemacht.“


Brandt


Nach den ersten beiden Starterinnen war die Medaillenfrage hinter den USA noch weitgehend ungeklärt. Neben den Deutschen hatten auch die Titelverteidiger aus den Niederlanden und Dänemark gute Chancen. Es lastetet also einiger Druck auf der Neuen im Team, Helen Brandt mit Vulkan Vegas IB. In der Einzelwertung waren die beiden noch unter ihren Möglichkeiten geblieben. Als es nun um die Mannschaftsmedaillen ging, wuchsen die beiden über sich selbst hinaus. Brandt behielt die Nerven und vertraute, wie sie später berichtete, darauf, dass ihr Wallach „noch mehr in Aachen angekommen ist“. Die Rechnung ging auf. Mit ihren 73,297 Prozent sorgten sie dafür, dass der Mannschaft zumindest eine Medaille sicher war. Welche Farbe diese haben würde, darüber sollte der Ritt von Anna-Lena Niehues und Vive l’Amour sorgen.


Niehues


Um es kurz zu machen: Die beiden haben richtig starke Nerven bewiesen. Sie mussten direkt nach den 80 Prozent von Shoemaker und Vianne ins Viereck, ließen sich aber überhaupt nicht irritieren. Mit einem neuen persönlichen Bestergebnis von 76,405 Prozent sicherten sie dem deutschen Team die Silbermedaille. Ein Erfolg, der umso bemerkenswerter ist angesichts der Tatsache, dass Niehues und die sensible, erst neunjährige Vainqueur-Tochter von den Deutschen Meisterschaften 2025 in Balve vorzeitig abgereist sind, weil die Stute einfach noch zu viel Angst hatte im Viereck.


Das ist inzwischen ganz anders: „Es war einfach gradios, es war ein tolles Gefühl und das Ergebnis spricht doch für sich“, sagte Niehues nach ihrem Ritt. „Sie hat sonst eher ängstlich auf solche Dinge reagiert, wie das Stadion oder der Riesenapplaus. Dass sie das nun so genossen hat, und sagt: ‚Das ist mein Ding, ich hab da Bock drauf, das mit dir zu machen‘, zeigt einfach, dass der Weg, den wir im vergangenen Jahr gegangen sind richtig und wichtig war.“


Zufriedene Bundestrainerin


Silke Fütterer-Sommer war voll des Lobes für ihr Team: „Ich bin wirklich super, super zufrieden mit allen, sie haben eine mega Leistung hier gebracht.“ Zudem gibt es morgen noch weitere Medaillen in der Kür. Dafür konnten sich alle vier deutschen Paare qualifizieren.


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