Newsletter WM Tag 8: Drecksarbeit, Wasserschaden Verfassungsprüfung der Springpferde, Trainingstipp von Monica Theodorescu
Newsletter WM Tag 8: Drecksarbeit, Wasserschaden und was Dressurreiter von Michael Jungs Geländeritt lernen können
Der WM Newsletter aus Aachen. Täglich wissen, was Sache ist. Eine Herkules-Arbeit – ausmisten im Akkord. Keine Ahnung, wie viele Herkulesse das Team in Aachen angeheuert hat. Im Gegensatz zu dem griechischen Helden, der sich im Stall des Augias mit profanem Rinderdung – umgangssprachlich Sch… – rumzuplagen hatte, mussten in Aachen ja nur die Hinterlassenschaften der Pferde der ersten Woche entfernt werden. Das aber in Rekordzeit. Nachts wurden die letzten Busch- und Voltigierpferde verladen, dann ging es an die Mistforken. Heute morgen um acht Uhr war alles sauber und desinfiziert. Ob das Toilettenpapier auf den Stallklos am Ende dieses apart gefaltete Dreieck hatte, entzieht sich meiner Kenntnis. Vermutlich schon.
Warum ist Deutschland in der Dressur so erfolgreich?
Der Wechseltag ist ein Tag so ein bisschen zum Durchschnaufen. Vis á vis des Doms gab es eine Veranstaltung der Weltpferdebibliothek, einem Projekt der Universität Caen. Ein Symposium, das der Frage auf den Grund gehen sollte, warum die Deutschen in der Dressur so erfolgreich sind. Eine These: Es liegt an der deutschen Gründlichkeit. Dem wollte niemand im internationalen Hörerkreis widersprechen. Wir sind halt pingelig. Dr. Britta Schöffmann hatte einen historischen Überblick vorbereitet und arbeitete deutlich den Unterschied zwischen der Reitkunst und dem Dressursport heraus, ohne dabei die gemeinsame Basis zu vergessen. Bundestrainerin Monica Theodorescu und Kyra Kyrklund, Trainerin von u.a. Cathrine Laudrup-Dufour, diskutierten, auch der ehemalige internationale Richter Bernard Maurel war mit von der Partie. Das war interessant und lehrreich. Bald gibt es darüber etwas zu lesen auf EQUI PAGES. Wirtschaftliche Aspekte arbeitete Dirk Willem Rosie heraus. Der Niederländer hatte Pferdehändler nach Preiskalkulationen gefragt. Sein Fazit: Das deutsche Pferdesystem ist eine Goldgrube. Mein Fazit: Da muss ich da wohl – finanziell – mal falsch abgebogen sein.
Monica Theodorescu verriet übrigens einen Rat, den sie beim Dressurtraining gerne weitergibt: Einfach mal ein Video von Michael Jung im Gelände angucken: tiefe Hand, mit der Position des Oberkörpers wird das Tempo bestimmt – richtig reiten.
Die Springpferde sind da und fit fürs Trainingsspringen
Die ersten LKW rollten heute um 8.02 Uhr an. Bzw. nahezu alle. Das gab einen Stau beim Abladen. Der WM-Verkehrsservice musste melden „In der Aachener Soers kommt es aktuell wegen des extrem hohen Verkehrsaufkommens zu Wartezeiten, hier solltet ihr zwei Stunden zusätzlich einplanen“ PIIIIEP. „Und damit zu dem größten Hit von Joachim Witt aus den 80ern… Hey, hey, hey ich bin der goldene Reiter.“
Nicht nur die Springpferde sind angekommen, auch ihre Reiterinnen und Reiter. Nur einer kam zu spät, Olympiasieger Christian Kukuk, der als Reservist dabei ist. Er hat einen Wasserschaden in seinem neuen Haus. Die Mannschaftsreiter haben ihre Pferde vorgetrabt in der Verfassungsprüfung. Sophie Hinners bekam für ihre Mechanik und Elastizität eine 10,0 von der Jurorin Dominique Wehrmann. Marcus Ehning ließ vormustern. Sein Knie ist wieder heil, aber rennen muss man damit lieber nicht.
Heute ist Trainingsspringen. Aufgeteilt nach Gruppen dürfen die Mannschaften ins Stadion. Deutschland hat Startposition 34 gelost. Das Team ist in der dritten Gruppe, die ab 13 Uhr ins Stadion darf. Ab frühestens 14.15 Uhr werden wir dann also einen Eindruck davon bekommen, in welcher Form United Touch S, Singclair, Otello van de Guldenboom, Coolio und Checker sind. Und wie die Pferde der anderen Nationen so drauf sind. Ich verspreche schon mal eine Bildergalerie plus knallhart recherchierte Fakten für den Nachmittag.
In diesem Sinne – bis morgen!
Jan Tönjes
jan.toenjes@equi-pages.de
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Dieser Text wurde erstmals am 18. August 2026 veröffentlicht.

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