Diese Springreiter vertreten die Schweiz bei den Weltmeisterschaften in Aachen
Schweizer Springreiter für WM in Aachen benannt
Ein Pferd von weit überdurchschnittlicher Qualität: Picobello van't Roosakker von Jason Smith.
Foto: sportfotos-lafrentz.de Es ist eine Weile her, dass die Schweizer eine Mannschaftsmedaille bei einem großen Championat gewonnen haben. 2021 sicherten sie sich EM-Gold in Riesenbeck. Bei der WM 2022 waren sie Achte, bei der EM in Mailand ein Jahr später Sechste, danach jeweils Fünfte bei den Olympischen Spielen in Paris und den Europameisterschaften in La Coruña.
Dass sie nun neben dem Einzel-Silbermedaillengewinner von Paris, Steve Guerdat, und Martin Fuchs wieder ein Top Team haben, stellten sie nicht zuletzt am vergangenen Wochenende im Nationenpreis von Falsterbo unter Beweis. Es sind die vier Reiter, die dort souverän siegreich waren, die die Schweiz nun bei den Weltmeisterschaften in Aachen vertreten sollen. Allerdings zum Teil mit anderen Pferden.
Die Mannschaft
Angeführt wird die Mannschaft vom Europameister ’23- und Olympia-Silber-Duo Steve Guerdat und Dynamix du Belheme. Die 13-jährige Stute hatte in der ersten Jahreshälfte mehrere Wochen Pause. Erst Mitte Juni ging sie wieder bei kleineren Turnieren in 1,40 und 1,45 Meter-Prüfungen. Falsterbo war ihr erster Fünf-Sterne-Auftritt und mit zwei fehlerfreien Runden im Nationenpreis zeigte sie eindrucksvoll, dass sie bereit ist für Aachen.
Martin Fuchs ist dabei, allerdings nicht mit seinem Mannschaftspferd aus Falsterbo, dem elfjährigen Lorde, der auch in Rotterdam doppelnull sprang, sondern mit dem erfahreneren 15-jährigen Holsteiner Conner Jei (v. Connor, Z.: Gerhard Stamer), der letztes Jahr im EM-Team ging und unter anderem jeweils Zweiter in den Großen Preisen der Fünf-Sterne-Turniere von Fontainebleau und La Baule war.
Ein Paar, das sich in den letzten Monaten immer weiter ins Rampenlicht geschoben hat, sind der gebürtige Schotte Jason Smith und sein elfjähriger belgischer Hengst Picobello van’t Roosakker (v. Kassander van’t Roosakker), der von Daniel Etter in den Sport gebracht wurde und zeitweilig auch unter Steve Guerdat ging. Mit Jason Smith im Sattel sprang der Schimmel in zwei Nationenpreisen doppelnull und hatte maßgeblichen Anteil am Schweizer Heimsieg in St. Gallen. Im Dezember waren die beiden sensationell Fünfte im Rolex Grand Prix von Genf. Mit diesem Paar ist definitiv zu rechnen, auch wenn es ihr erstes Championat für die Schweiz wird.
Ein Paar, das letztes Jahr noch bei der U21-EM in Riesenbeck für die Eidgenossen am Start war, komplettiert das Team: Gaetan Joliat mit Chelsea Z. Gaetan hätte auch dieses Jahr bei der U21-EM an den Start gehen sollen, die in Hagen stattfindet. Weil er aber jetzt im WM-Team reiten darf, bekommen Célia Biasi und Mandy ihre Chance im EM-Team, während Gaetan mit seinen dann 21 Jahren (er hat Anfang August Geburtstag) mutmaßlich der jüngste WM-Reiter im Aachener Parcours sein wird. Bei der U21 EM Riesenbeck waren er und Chelsea Z Zehnte. Die letzte Prüfung der Einzelwertung gewannen die beiden. Diese Saison trugen sie mit null und vier Strafpunkten zum dritten Platz der Schweizer in Rotterdam bei und waren am Sonntag Elfte im Großen Preis von Falsterbo.
Als Reservist wurden Alain Jufer und der erst neunjährige Chaccoo de l’Escant MM (v. Chacoon Blue, Z.: Gestüt Lewitz) berufen. Der OS-Wallach ging in Rotterdam seinen ersten Nationenpreis und sprang fehlerfrei.
Ausblick des Equipechefs
Equipechef Peter van der Waaij blickt mit Vorfreude auf die WM, nicht nur aus sportlichen Gründen:
„Die Weltmeisterschaften in Aachen sind in diesem Jahr das absolute Highlight des internationalen Springsports – nicht nur, weil es eine Weltmeisterschaft ist, sondern auch, weil sie in Aachen stattfinden. Diese geschichtsträchtige Anlage war bereits 1986 und 2006 Austragungsort unvergesslicher Weltmeisterschaften.“
Ambitionslos sind die Schweizer aber nicht, im Gegenteil: „Unser oberstes Ziel ist klar: Wir wollen uns für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles qualifizieren. Dafür müssen wir unter die besten sieben Nationen kommen. (…) Mit dieser Equipe reisen wir mit viel Zuversicht nach Aachen. Wir werden alles dransetzen, als Team die bestmögliche Leistung zu zeigen.“
Betreut werden die Schweizer Schweizer Springreiter in Aachen von Peter van der Waaij sowie vom Mannschaftstierarzt David Aebischer.