Yuri Mansur und Vitiki gewinnen Grand Prix der Longines Global Champions Tour in Valkenswaard 2026
Yuri Mansur und Vitiki: Treppchen, Tränen und das goldene Ticket für den Super Grand Prix
Yuri Mansur und Vitiki, Sieger im Global Champions Tour Grand Prix von Valkenswaard.
Foto: Stefano Grasso Kurz vor der WM in Aachen hatte Yuri Mansur seinem brasilianischen Verband den Fehdehandschuh hingeworfen. Die Brasilianer blieben bei der WM unter Form. Er und sein Evergreen Vitiki haben heute in Valkenswaard gezeigt, was sie könne.
Acht Paare hatten den ersten Umlauf fehlerfrei geschafft und sich fürs Stechen qualifiziert. Mansur und Vitiki waren drittes Paar. Doch mit taktieren oder auf Sicherheit reiten, hatte der Brasilianer heute nichts am Hut. Von Start bis Ziel ritt Yuri Mansur volles Risiko. Es hat sich ausgezahlt. Vitiki sprang sich die Seele aus dem Leib, blieb fehlerfrei und übernahm mit 37,27 Sekunden die Führung.
Die beiden hatten ihren Teil getan. Nun konnten sie nur noch abwarten, was der Rest machen würde. Sie versuchten es. Aber vergeblich.
Der Belgier Pieter Devos und Casual DV Z warfen als letztes Paar noch einmal alles in die Waagschale, blieben aber sieben Zehntelsekunden langsamer und mussten sich mit 37,97 Sekunden und Platz zwei begnügen. Landsfrau Annelies Vorsselmans komplettierte mit Trezeguet und einer fehlerfreien Runde in 38,85 Sekunden das Podium. Sie waren gleich zweites Paar im Stechen gewesen und hatten eine klug eingeteilte, zügige Runde gezeigt.
Endlich!
Für Yuri Mansur war es der erste Sieg in einem Grand Prix der Longines Global Champions Tour überhaupt – entsprechend gerührt zeigte er sich danach: „Ich hatte schon so viele gute Chancen und konnte den Job nie zu Ende bringen … endlich! Und dass es ausgerechnet mit meinem Lieblingspferd geklappt hat, macht es noch besonderer.“
Auch für Vitiki, der sich ja einst in Aachen so schlimm verletzte, dass man schon dachte, seine Karriere sei vorbei, und der dann noch viel besser zurück in den Sport kehrte, war es eine Premiere: der erste Sieg in einem 5*-Grand-Prix überhaupt. Kaum zu glauben, aber wahr. „Er hat schon so viele 1,50-m- und 1,55-m-Grand-Prix gewonnen, aber einen 5*-Grand-Prix haben wir nie geschafft – und dass es ausgerechnet ein Grand Prix der Longines Global Champions Tour ist, macht es umso besonderer. Ich kann nicht glauben, dass ich das goldene Ticket für den LGCT Super Grand Prix in der Tasche habe!“, so der gerührte Yuri Mansur.
Devos: Enttäuschung und Stolz zugleich
Für Pieter Devos war es mit Casual DV Z, seiner selbst gezogenen elfjährigen Cornet Obolensky-Tochter, war Platz zwei ein Grund zur Freude und zum Ärgern gleichermaßen. „Jedes Mal, wenn wir zusammen ins Stechen dürfen, habe ich das Gefühl, dass es besser und besser wird. Dass wir so nah an Yuri dran waren, macht es schon ärgerlich, dass wir das Ticket für den LGCT Super Grand Prix verpasst haben – aber ich bin wirklich sehr zufrieden mit meinem Pferd.“
Vorsselmans: Perfekter Abschluss einer starken Debütsaison
Annelies Vorsselmans bestreitet in diesem Jahr ihre erste Saison in der Global Tour. Sie strahlte übers ganze Gesicht als sie berichtete: „Mein Pferd hat sich das wirklich verdient, und dass wir uns im ersten Umlauf an den Plan gehalten haben, hat sich ausgezahlt.“ Sie ergänzte: „In dieser Serie starten nur die besten Reiter, eine Nullrunde bedeutet also noch lange nicht, dass man aufs Podium kommt – das Stechen erzeugt entsprechend viel Druck. Er ist super gesprungen und hat die ganze Saison für mich gekämpft, mit tollen Ergebnissen und sehr sicheren Runden. Aber diese Runde hier, die war perfekt.“
Ahlmann platziert
Eröffnet wurde das Stechen übrigens von Christian Ahlmann mit seiner großen Nachwuchshoffnung Untouched LB, Sohn von Richard Vogels United Touch S. Die Zeit der beiden, 38,74 Sekunden, hätte für Rang drei gereicht. Aber, super ärgerlich, am letzten Hindernis fiel eine Stange, Platz sechs für den Mann aus Marl.
Über Rang vier ohne Abwurf konnte sich Arne van Heel auf dem Holsteiner Verbandshengst Keaton freuen, der damit seine neue Rolle als sportliches Aushängeschild der Elsmhorner Hengstriege bestätigt hat.
Sowohl Katrin Eckermann auf Iron Dames Cascajall als auch Sandra Auffarth mit Quirici H hatten einen Abwurf im ersten Umlauf, waren aber schnell genug, um noch in die Platzierung zu kommen. Sie wurden Zehnte (Eckermann) und Elfte (Auffarth).
Alle Ergebnisse finden Sie hier.
Enger Kampf um die Gesamtwertung
Nach dem elften Umlauf wird der Kampf um die Gesamtwertung der Longines Global Champions Tour 2026 immer enger. An der Spitze liegt weiterhin Abdel Saïd (BEL) mit 206 Punkten, vor Christian Ahlmann (GER) mit 182 Punkten und Edwina Tops-Alexander (AUS) mit 181 Punkten. Dahinter folgen Max Kühner (AUT) mit 170 Punkten und Scott Brash (GBR) mit 167,5 Punkten.