Feine Bella NRW gewinnt Nürnberger Burg-Pokal Qualifikation von München

Feine Bella NRW zum Burg-Pokal Finale

Dressur
Die zweite Dame, die sich für das Finale im Nürnberger Burg-Pokal 2026 qualifiziert hat: Feine Bella NRW mit Sabina Schrödter. Foto: Pferd International/Hubert Fischer Die zweite Dame, die sich für das Finale im Nürnberger Burg-Pokal 2026 qualifiziert hat: Feine Bella NRW mit Sabina Schrödter. Foto: Pferd International/Hubert Fischer
Wie schon zum Auftakt des Nürnberger Burg-Pokals von München war es die westfälische Fürstenball-Tochter Feine Bella, die in der heutigen Qualifikation die Ehrenrunde anführte und sich damit das Ticket für Frankfurt sicherte.

Bereits gestern in der Einlaufprüfung gefiel die neunjährige Ex-Reitpferde-Bundeschampionesse mit ihrem Gehorsam, ihrer Durchlässigkeit und ihrem Engagement. Heute in der eigentlichen Nürnberger Burg-Pokal Qualifikation von München konnten sie und ihre Reiterin Sabina Schrödter noch einen draufsetzen und siegten mit 74,732 Prozent. Damit ist Feine Bella nun die zweite Stute nach Patrik Kittels J’Adore Dior, die sich für Frankfurt empfehlen konnte.


Feine Bella war eine Entdeckung, als sie Bundeschampionesse der vierjährigen Stuten und Wallache wurde – im Beisein ihres Züchterkonsortiums Artmeier, Becker, Delling und Wibbecke. Groß war damals die Freude bei der Zuchtgemeinschaft, der die Stute damals noch gehörte. Dann war der Zeitpunkt gekommen, sie zu verkaufen. Das Westfälische Pferdestammbuch organisierte damals eigens eine Auktion, bei der Andreas Helgstrand den Zuschlag für die Stute erhielt. Sie wechselte nach Dänemark. Fünfjährig qualifizierte sie sich für die Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde und wurde Sechste im Finale. Danach war es erst einmal ruhig um die Stute, ehe sie 2024 in den Besitz von Simone Werle und den Beritt von Sabina Schrödter wechselte.


Mit ihrer Durchlässigkeit und Zuverlässigkeit hat die Stute in den letzten Jahren auf regionaler Ebene M- und S-Prüfungen in Serie gewonnen. In München hat sie nun bewiesen, dass sie das auch auf großer Bühne kann.


Platz zwei an weitere Bundeschampionatsfinalistin


Ein imposantes Pferd mit großen Bewegungsmöglichkeiten ist die Stute, die mit 74,049 Prozent Zweite wurde: die ebenfalls neunjährige Oldenburger Stute Visser’s Hit Valeria VEC, gezogen von Simone und Thomas Visser, im Besitz von Sven Hecht und vorgestellt von Nicole Grosch. Grosch begleitet die seit der ersten Reitpferdeprüfung. Auf dem Weg nahmen sie unter anderem drei Bundeschampionatsfinals mit. Die Stute war heute nicht immer ganz zufrieden in der Anlehnung, sonst wäre sicherlich noch eine höhere Bewertung drin gewesen.


Harmonischer Auftritt des Paares auf Rang drei


Hauchdünn geschlagen geben musste sich mit genau 74 Prozent ein Pferd ganz anderer Machart, der elegante, leichtfüßige Oldenburger Fuchswallach Zewano OLD, der Norbert und Sandra Nuxoll gehört. Der Zackerey-Sohn war letztes Jahr Sechster bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde. Damals wie heute wurde er von Franz Trischberger vorgestellt. Die heutige Prüfung der beiden zeichnete sich durch große Leichtigkeit und Harmonie aus. Für noch höhere Noten müssten unter anderem die fliegenden Wechsel sicherer nach oben durch gesprungen werden und in die Vierer schlich sich ein Fehler ein.


Und sonst?


Nicht nur die Pferde auf den vorderen Plätzen der Münchener Burg-Pokal Qualifikation wussten zu gefallen. Ein echter Sympathieträger ist dank der soliden Grundausbildung auch Raphael Netz‘ Glamourdoc, der mit 73,317 Prozent Vierter wurde.


Katharina Hemmer hatte sich in Hagen schon ganz begeistert davon gezeigt, wie toll ihr von der Pike selbst ausgebildeter Escanciador aka „Emil“ sein erstes Übernachtungsturnier gemeistert hat. Ihm fehlt es noch etwas an Kraft und Geschlossenheit, aber alles ist auf gutem Weg, wie 72,659 Prozent und Platz fünf heute wieder zeigten.


Hätte es einen Sonderehrenpreis für das zufriedenste Pferd gegeben, wäre die Dimagico-Tochter Diamond Girl unter ihrer Besitzerin Raphaela Meixner eine heiße Anwärterin gewesen. Die achtjährige Hannoveraner Stute mag nicht die spektakulärsten Bewegungen haben, aber sie strahlte eine solche Ruhe aus, war so weich in der Anlehnung und rundum locker-losgelassen, dass es eine Freude war, ihr und ihrer Reiterin zuzuschauen. Die Richter konnten sich immerhin zu 69,537 Prozent durchringen, was in der Endabrechnung Platz neun war.


Kür-Sieg für Sissy


Nachdem „Elefanten-Rennen“ gestern im Special von München, bei dem Dante’s Pearl sich bei den Bundestrainerin und WM-Selektoren nachdrücklich in Erinnerung gerufen hat, war heute in München die Kür der Fünf-Sterne-Tour an der Reihe. Diesmal hieß die Siegerin Laura Strobel im Sattel der 14-jährigen Oldenburger Stute Sister’s Act. Beide, Reiterin und Pferd, wurden von Dorothee Schneider ausgebildet. Inzwischen ist nur noch Laura Strobel für den Beritt der Pferde des Gestüts Vorwerk verantwortlich und das mit zunehmendem Erfolg. Heute erhielten sie 77,795 Prozent – neues Personal Best.


Zweite war Lisa Müller auf D’Avie (76,165), gefolgt von Yara Reichert mit Springbank II (74,770).


Alle Ergebnisse aus München finden Sie hier. 


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