Qualifikation für den Nürnberger Burg-Pokal von Hagen an Patrik Kittel und J'Adore Dior H
J’Adore Dior H tanzt direkt nach Frankfurt
Patrik Kittel und J'Adore Dior H. Foto: Sportfotos-lafrentz.de Nachdem sie bereits in der Qualifikation für die Finalqualifkation die Nase vorn hatten, gingen Patrik Kittel und die sieben Jahre junge Jovian-Tochter als Favoriten heute in die eigentliche Burg-Pokal Etappe von Hagen. Der Rolle wurden sie voll gerecht.
Der Schwede und die elegante Braune, die in vielerlei Hinsicht wie die femininere Ausgabe ihres Vaters wirkt, waren gleich erstes Paar der Prüfung. War die Stute gestern noch etwas aufgeregt und umweltorientiert, schien sie heute auf dem Dressurviereck angekommen zu sein. Sie präsentierte sich erhaben, schwungvoll, sicher in der Anlehnung und in stabiler Anlehnung bei passendem Rahmen.
Dazu zeigte sie sich mit ihren sieben Jahren in der schwierigen Prix St. Georges Sonderaufgabe für den Burg-Pokal bereits sehr lektionssicher, ob nun in den Pirouetten in Schritt und Galopp, den Serienwechseln oder bei der ganzen Parade aus dem Galopp mit Rückwärtsrichten und Anreiten im Mitteltrab auf der letzten Mittellinie. Den beiden glückte heute alles – vor allem im Vergleich zum Rest des Feldes, das bei der schwierigen Lektionsfolge auf der letzten Linie doch zum Teil erhebliche Probleme offenbarte.
Auch die Richter waren angetan und gaben J’Adore Dior H 75,512 Prozent. Lediglich Heinz-Holger Lammers bei B hätte ein anderes Paar an der Spitze gesehen.
Wandres auf Rang zwei
Lammers gab dem Vertreter der Gastgeber, Frederic Wandres auf dem Foundation-Sohn Fänomen de Malleret den Vorzug. Schlussendlich wurde es Platz zwei für den achtjährigen Oldenburger Hengst, der auf Dauer neue Besitzer finden soll, wie Bianca Kasselmann auf Nachfrage bestätigte. Doch zumindest für diese Saison hat Frederic Wandres sich das Finale des Nürnberger Burg-Pokals auf die Fahnen geschrieben, wie er nach der Einlaufprüfung erzählte. Dem Ziel ist er mit einer 74,463 Prozent-Runde und dem zweiten Platz auf jeden Fall bereits ein Stückchen näher gerückt, denn inzwischen qualifizieren sich ja auch die vier punktbesten Zweitplatzierten der acht Etappen für den großen Auftritt beim Frankfurter Festhallenturnier.
Der Hengst legte gleich im ersten starken Trab eine Visitenkarte ab mit maximaler Power, und das bei passender Rahmenerweiterung. Auch die Traversalen gelangen sehr gut, ebenso die Schritttour. Nicht ganz optimal lief es in der Galopptour. Hier sprang der Hengst in der ersten, der Rechtspirouette einmal beidbeinig, was aber nicht alle Richter wahrgenommen zu haben schienen. Die Einleitung zur Linkspirouette geriet traversartig, aber Wandres konnte die Lektion noch retten. Die Serienwechsel waren diesmal fehlerfrei, aber dafür musste Wandres im Sattel noch etwas Aufwand betreiben. In der ganzen Parade vor dem Rückwärtsrichten trat Fänomen einmal zurück. Der Mitteltrab zum Schluss war noch einmal ein Ausrufezeichen.
Rang drei an Marianne Helgstrand und Valerio
Zunächst sah es so aus, als würden Marianne Ade Helgstrand und der sympathische Hannoveraner Wallach Valerio es nicht zur Grußaufstellung auf die Mittellinie schaffen. Die Reiterin wollte von links einreiten. Aber die Ecke bei K fand Valerio besonders furchteinflößend. Doch schließlich ließ er sich überzeugen. Zum Auftakt der Prüfung hatte man etwas den Eindruck, dass die beiden es schnell hinter sich bringen wollten. Da fehlte etwas die Ruhe und Gelassenheit und der Wallach blieb sehr hoch und eng aufgerichtet. Doch die Schritttour gelang gut und wenn der Vitalis im Galopp zurückkommt und die großen Gelenke beugt, wird deutlich, was er für Möglichkeiten mitbringt. Die Serienwechsel waren sicher und locker weit nach vorne durchgesprungen. Die ganze Parade vor dem Rückwärtsrichten war auslaufend, dafür gaben die beiden im Mitteltrab auf die Richter zu noch einmal alles. 72,146 Prozent vergaben die Unparteiischen für den Auftritt.
Die Plätze vier und fünf
Die Drittplatzierten der Einlaufprüfung, Katharina Hemmer und ihr selbst ausgebildeter Escanciador wurden heute Fünfte. Gerade dreijährig geworden war Escolar-Sohn als er zu ihr kam. Seine Referenz: Sein großer Bruder Etro schickte sich damals bereits an, ein vielversprechendes Grand Prix-Pferd zu werden. Und viel versprechend ist auch Escanciador, Stallname „Emil“. Der Wallach bringt viel Gummi und vor allem die richtige Einstellung für den Dressursport mit, auch wenn er auf Dauer noch etwas aktiver von hinten arbeiten und sich besser vom Gebiss abstoßen könnte. Dass er das kann, wenn er erst einmal Kraft und Routine hat, zeigte er in den Pirouetten, die heute zu den Highlights der Prüfung zählten, ebenso wie die Serienwechsel. Schlussendlich erhielten die beiden heute 71,317 Prozent und wurden Fünfte hinter Nicole Wego-Engelmeyer und der geschmeidig und kraftvoll trabenden Foundation-Tochter Front Girl, der man vor allem im Galopp mehr Versammlung gewünscht hätte. Sie kamen auf 71,463 Prozent.
Stilpreis für feines Reiten
Das harmonische Paar Franziska Haase/Alissimo war schon in Einlaufprüfung positiv aufgefallen. Heute gab es dafür sogar einen Preis – obwohl die beiden eine mögliche 70 Prozent Bewertung beim Rückwärtsrichten verloren. Dazu konnte Franziska ihren Asgard’s Ibiza-Sohn heute nur mit sehr viel Mühe überreden. Aber der Rest der Aufgabe gelang so, dass Haase dafür vom Publikum den Stilpreis für pferdegerechtes feines Reiten entgegennehmen durfte, einen Helm von uvex.
Alle Ergebnisse der Nürnberger Burg-Pokal Qualifikation finden Sie hier.