Lisa Wernitznig und Majestic Taonga gewinnen Intermédiaire II zum Louisdor-Preis Auftakt von Hamburg

Wernitznig trotzt dem Wetter in der Louisdor-Preis Einlaufprüfung von Hamburg

Dressur
Tja, in Hagen schien die Sonne für Lisa Wernitznig und Majestic Taonga … Foto: Archiv Sportfotos-lafrentz.de Tja, in Hagen schien die Sonne für Lisa Wernitznig und Majestic Taonga … Foto: Archiv Sportfotos-lafrentz.de
Hamburg ist die zweite Station des Louisdor-Preises 2026 und die Intermédiaire II zum Auftakt vor der eigentlichen Qualifikation testete zumindest zeitweilig die Wetterfestigkeit der Paare, so auch die der Sieger.

Das waren Isabell Werths Stallreiterin Lisa Wernitznig und der neunjährige KWPN-Hengst Majestic Taonga v. Toto Jr. Als die beiden ins Viereck mussten, hatte es sich gerade in bester Hamburger Schietwetter-Manier eingeregnet, nachdem die Wassertropfen zuvor schon in vereistem Aggregatzustand als Graupel niedergegangen waren. Immerhin blieb den beiden Rheinbergern das erspart. Aber auch so war es nass, kalt und windig und man konnte es den Pferden, die sich unter diesen Bedingungen eigentlich alle nicht in Bestform präsentierten, nicht verdenken.


Auch Majestic Taonga zeigte sich mehrfach unzufrieden im Maul und nicht wirklich losgelassen, hatte zudem mehrere Lektionsfehler. Aber sein Talent für die versammelten Lektionen und seine Bewegungsmöglichkeiten sorgten dennoch dafür, dass es heute 70,290 Prozent wurden. Das reichte für den Sieg, auch wenn sich die Platzziffern zwischen 1 und 4 bewegten.


Lisa Wernitznig, die parallel versucht, sich mit Superb, der Stute ihrer Chefin Isabell Werth, für ihre österreichische Heimat ins WM-Team zu reiten, dürfte mit einer Extraportion Motivation nach Hamburg gereist sein. In Hagen schrammte sie als Drittplatzierte haarscharf an der Qualifikation für das Louisdor-Preis Finale vorbei.


Der Dreikäsehoch


Mit einer sehr soliden Vorstellung, eines willigen und positiven Pferdes belegte Helen Langehanenberg nach dem Special-Sieg mit Danny Cool am Vormittag und dem Harmonie und Fairness-Preis mit Daniela im CDI5* Special nun mit ihrem selbstgezogenen Westfalen namens Dreikäsehoch Rang zwei in der Intermédiaire II. Mit 69,868 Prozent schrammten die zwei knapp an der 70 Prozent-Marke vorbei.


Der zehnjährige Dimaggio-Sohn heißt übrigens Dreikäsehoch, weil er bei seiner Geburt außergewöhnlich klein und zart war, wie seine Züchterin, Ausbilderin und Reiterin berichtet. „Ich hätte nicht gedacht, dass er mal ein Reitpferd wird“, so Helen Langehanenberg. Nun ist „Käse“ nicht nur Reitpferd, sondern auf dem besten Weg, ein Grand Prix-Pferd zu werden.


Traumpferd unter Strom


Mit dem zehnjährigen Oldenburger Barcelo v. Bon Coeur, Sieger im Nürnberger Burg-Pokal von 2024, hat Dorothee Schneider ein Pferd mit Starpotenzial unter dem Sattel. Der Oldenburger ist ein Neffe von Cathrine Laudrup-Dufours ehemaligem Erfolgspferd Atterupgaards Cassidy. Der und Barcelos Mutter sind Geschwister. Sein Besitzer Maik Kanitzky erwarb ihn als Fünfjährigen bei Helgstrand Dressage ursprünglich für Tessa Frank, die mit ihn sechsjährig zum Bundeschampion machte. Doch danach beschloss Kanitzky, den Braunen Dorothee Schneider für die weitere Ausbildung anzuvertrauen. Das dürfte er nicht bereut haben. Und Dorothee Schneider erst recht nicht.


Auch heute blitzte immer wieder das Talent des Bon Coeur-Sohns durch. Allerdings war ihm die kurze Seite bei A so unheimlich, dass er hier einmal richtig zur Seite sprang und insgesamt nicht recht zur Losgelassenheit fand. Es spricht für das Vertrauen zu seiner Reiterin, dass er trotzdem im wesentlichen ohne Lektionsfehler blieb. 69,079 Prozent gab es heute. Morgen ist ein neuer Tag und das ist die entscheidenden Prüfung.


Regenopfer Nummer zwei


Richtig Wetterpech hatten auch Friederike Tebbel und ihr hoch eleganter San Amour-Sohn Serious, die bei Dr. Evi Eisenhardt auf Platz zwei hinter Dorothee Schneider und Barcelo rangierten. Als sie anfingen, war es noch trocken. Der hochbeinige Schwarzbraune tanzte durch die Trabtour und offenbarte große Möglichkeiten in Piaffe und Passage. Doch an losgelassenes Schreiten war nicht zu denken, weder im Mittel- noch im starken  noch im versammelten Schritt. Sein rechtes Hinterbein zog er sogar in Hahnentrittmanier an. Aber er ließ sich weiterreiten und hatte im Galopp dann noch einige Highlights, als der Himmel auf den letzten Metern des Paars seine Schleusen öffnete. Aber da hatten sie schon einige Punkte eingeloggt. 68,947 Prozent wurden es, heute Rang vier.


Einen tollen Erfolg feierte mit Jeanne-Marleen Schwiebert auf ihrem Marc Cain-Sohn Massimo eine Lokalmatadorin vom unweit von Hamburg gelegenen Helenenhof der Familie Schwiebert. Die beiden belegten Rang fünf mit 68,237 Prozent. Krönung des Tages war zudem die Verleihung des Goldenen Reitabzeichens für die 29-Jährige.


Alle Ergebnisse finden Sie hier.


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