PETA auf dem Podium bei der Diskussionsrunde "Heiße Eisen" – die FN hält daran fest
Diskussionsrunde „Heiße Eisen“ – Forderungen der Pferdebranche an die FN, Dr. Dennis Peiler zu Kritik
Das Thema Jungpferdeausbildung soll am 12. Mai im Mittelpunkt stehen bei der Diskussion "Heiße Eisen in Warendorf". Foto: sportfotos-lafrentz.de Unter dem Titel „Heiße Eisen in Warendorf – Junge Pferde im Turniersport: Förderung oder Überforderung“ soll am Dienstag, 12. Mai, in der FN-Verbandszentrale diskutiert werden. Als Gäste auf dem Podium sind geladen:
Prof. Dr. Christine Aurich (Leiterin der Klinik für Pferde an der Veterinärmedizinischen Universität Wien und Expertin für Jungpferde), Ingo Pape, Martin Plewa, Dr. Kirsten Tönnies, Wilken Treu und ein PETA Vertreter.
So steht es in der Ankündigung der Veranstaltung. Die Ankündigung, dass ein Vertreter der selbst ernannten Tierrechtsorganisation PETA geladen ist, stieß auf Widerstand innerhalb der Pferdebranche.
Uns liegt ein von „Reitern, Ausbildern, Trainern, Besitzern, Dienstleistern, Vereinen und Veranstaltern“ aufgesetztes Schreiben vor, das mit den Worten überschrieben ist:
„Forderungen an die Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V.“
Im Wortlaut heißt es hier unter anderem:
„Die PETA hat eine Petition „Kein Pferdesport bei den Olympischen Spielen“ gestartet und das Internationale Olympische Komitee (IOC) aufgefordert, den Reitsport aus dem Programm zu streichen. Wir fordern eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Organisation und erwarten, diesen Aktivisten keine Bühne zur „Selbstdarstellung“ zu bieten. Die von dem Präsidenten Martin Richenhgen angesetzte Diskussionsrunde mit der PETA am 12. Mai um 18.30 Uhr muss abgesagt werden, da diese Organisation den Pferdesport als „Tierquälerei“ bezeichnet und keine sachlichen Informationen akzeptiert.“
Die Verfasser gehen aber auch über die Veranstaltung am 12. Mai hinaus. Mit dem Verweis auf 1,25 Millionen Pferde in Deutschland, mehr als 7000 Reitvereine, Zucht- und Ausbildungsställe samt Dienstleistern und Zulieferern aus der Pferdebranche erklären sie, dass „unrealistische Vorgaben verbunden mit deutlichen Gebührenerhöhungen und Auflagen“ dazu führen, dass viele Pferdefreunde sich ihre Leidenschaft nicht mehr leisten können.
Und weiter: „Wir sprechen der aktuellen Führungsspitze, insbesondere dem Präsidenten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. unser Misstrauen aus.“ Das Wort Misstrauen ist fett gedruckt.
Man fordert eine „klare Positionierung für die verantwortungsvolle Nutzung eines Reitpferdes in Sport und Freizeit sowie eine eindeutige Abgrenzung gegenüber unsachlichen Angriffen auf den Reitsport“.
Interview mit Dr. Dennis Peiler
Heute hat die FN ein Interview mit FN-Geschäftsführer Dr. Dennis Peiler veröffentlicht, in dem er darauf eingeht, warum PETA bei der Veranstaltung am 12. Mai dabei sein wird (die von ihm moderiert wird). Er sagt hier zum einen: „Ich bin fest davon überzeugt, dass Dialog das richtige Mittel ist, um unseren Sport weiterzuentwickeln.“
Die nächste Frage lautet, ob das auch für eine Organisation wie PETA gilt, die das Reiten von Pferden generell infrage stellt. Darauf Peiler: „(…) Ich halte nichts davon, den Sport pauschal zu verurteilen. Aber ich halte sehr viel davon, konkret über Verbesserungen zu sprechen. Genau das können wir auf einer Veranstaltung wie „Heiße Eisen“ tun: von Angesicht zu Angesicht, konstruktiv und fachlich basiert. Tierrechtsorganisationen argumentieren mit dem Tierwohl – und genau das ist auch unser Maßstab. (…)“
Auf die Anmerkung, dass „so viel Offenheit“ des Verbandes manchen zu weit geht und die Frage, ob er dafür Verständnis habe, sagt Peiler: „Bedingt. Der Pferdesport steht stärker unter öffentlicher Beobachtung als früher. Diese Kritik zu ignorieren, wäre der falsche Weg. Ob es uns nun gefällt oder nicht: Beim Tierschutz reagiert die Öffentlichkeit hochsensibel. Das heißt aber auch, dass die öffentliche Wahrnehmung unseres Sports maßgeblich mit darüber entscheidet, ob Pferdesport in Deutschland weiterhin eine Zukunft hat oder nicht. Unser Ziel ist klar: Pferdesport soll weiterhin einen festen Platz in der Mitte der Gesellschaft haben. Dieses Ziel erreichen wir aber nicht durch Monologe oder gegenseitige Abwertung. Wir müssen wieder anfangen, mehr miteinander zu sprechen, und zwar sachlich. Auch wenn das häufig der unbequemere Weg ist. Deshalb lade ich alle Interessierten ein, sich am 12. Mai in Warendorf selbst ein Bild zu machen und an der Diskussion teilzunehmen.“