FEI plant nicht, die Angaben zu Triamcinolone zu verändern
Stellungnahme der FEI zum Fall Josch Löhden
Josch Löhden und EIC Schabernack in Basel 2026. Foto: Sportfotos-lafrentz.de Josch Löhden erklärte gegenüber EQUI PAGES, er habe elf Tage zwischen der Injektion des Mittels bei seinem Pferd EIC Schabernack und dem Start in Basel vergehen lassen, obwohl als Nachweiszeit nur sieben Tage angegeben sind. Das Mittel sei „zur Gelenkpflege“ gespritzt worden, nicht etwa als leistungssteigernde Maßnahme, betonte Löhden.
Als bekannt wurde, dass er in Basel disqualifiziert worden war und damit den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere verloren hat, den Sieg in der Goldenen Trommel, seien viele Kollegen auf ihn zugekommen und hätten erklärt, das Problem sei bei dem Präparat bekannt, sagte Löhden. Er meinte auch, sich zu erinnern, dass man bei der FEI diskutiere, die Wartezeit für Triamcinolone anzupassen. Wir hatten bei der FEI nachgefragt, ob das stimmt.
Statement FEI
Um es kurz zu machen, nein, das stimmt nicht. Tatsächlich gebe es keinerlei Anfragen, die Nachweiszeit für Triamcinolone anzupassen, erklärte ein Sprecher der FEI. Dementsprechend habe die FEI auch keine Pläne in dieser Richtung.
Man ging auch noch mal darauf ein, wie grundsätzlich mit der Substanz umzugehen ist:
„Die FEI veröffentlicht eine Nachweiszeit für Triamcinolone acetonide. Diese Nachweiszeit gibt den ungefähren Zeitraum an, in dem ein Medikament (oder sein Metabolit) im Körper eines Pferdes nachweisbar ist und dient lediglich als Richtwert. Die Karenzzeit muss vom behandelnden Tierarzt festgelegt werden und basiert in der Regel auf der Nachweiszeit zuzüglich eines Sicherheitszuschlags. Dieser Sicherheitszuschlag sollte unter Berücksichtigung individueller Unterschiede zwischen Pferden (z. B. Größe, Stoffwechsel, Fitnesszustand, kürzlich aufgetretene Erkrankungen) und fachlicher Beurteilung bestimmt werden.
Zusätzlich zur Einhaltung der Karenzzeit nach einer Behandlung mit Triamcinolone acetonide können die verantwortlichen Personen (in der Regel die Reiter, Anm. d. Red.) freiwillige Dopingkontrollen durchführen lassen. Der freiwillige Dopingkontrollservice der FEI ermöglicht es, FEI-registrierte Pferde auf die in der Liste der zu testenden Substanzen aufgeführten kontrollierten Arzneimittel zu testen. Diese Tests werden in jedem der von der FEI zugelassenen Laboratorien durchgeführt und können dabei helfen festzustellen, ob ein Pferd nach der Behandlung eine Substanz verstoffwechselt hat.“
Die Hinweise gelten also auch für andere Mittel, die unter die Rubrik „Controlled Medication“ fallen.
FN gibt Sicherheitszuschlag vor
Während der Weltverband den Umgang mit den Medikamenten bei Sportpferden also weitgehend dem Ermessen der Reiter bzw. der Tierärzte überlässt, geht die FN anders vor. Sie berücksichtigt bei ihren Angaben der Karenzzeit auf der einen Seite die Ausscheidungszeit und die jeweiligen Eigenschaften der fraglichen Substanz und legt dann noch einen Sicherheitsabstand in die Waagschale. So kommt sie bei Triamcinolone auf die achtmal so hohe Karenzzeit der FEI von 56 Tagen.